Interview mit Francesco Bocale, CEO KUKA Roboter Schweiz AG «Swiss Made steht für Qualität und Zuverlässigkeit.»

Autor: Silvano Böni

KUKA gehört zu den führenden Roboterherstellern weltweit. Was bedeutet aber der überschaubare Schweizer Markt für das deutsche Traditionsunternehmen? Darüber sprachen wir mit dem Schweizer Geschäftsführer Francesco Bocale. Weitere Themen des Interviews waren die anhaltende Frankenstärke, die Stärken des Werkplatzes Schweiz sowie die Trends in der Robotik.

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Der LBR iiwa ist der erste für die Industrie freigegebene kollaborative Roboter auf dem Markt.
Der LBR iiwa ist der erste für die Industrie freigegebene kollaborative Roboter auf dem Markt.
(Bild: KUKA)

SMM: Der starke Franken hat 2015 zu einem schwierigen Jahr gemacht. Wie sieht die Situation bei KUKA aus?

Francesco Bocale: Wir konnten gut mithalten, da KUKA Schweiz bereits im Januar 2015 die Verkaufspreise dem EU-Raum angepasst hatte. Hingegen mussten sich die Schweizer Integratoren teils hart gegen ausländische Anlagenbauer wehren, die preislich attraktiver anbieten konnten und dies auch weiterhin können.

Gibt es denn noch Branchen, in denen die Auswirkungen weniger zu spüren sind? Sprich, wo lässt sich noch Geld verdienen?

F. Bocale: Hightech-Firmen beispielsweise, bei denen Innovation und Qualität im Vordergrund stehen. Da spielt der Preis eine untergeordnete Rolle.

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Wo sehen Sie die besonderen Stärken des Werkplatzes Schweiz?

F. Bocale: Swiss Made steht in meinen Augen nach wie vor für hohe Qualität, Sicherheit, Garantie und Zuverlässigkeit. Und diese Werte sind auch immer noch weltweit gefragt und viel wert.

Welche Bedeutung hat der überschaubare Schweizer Markt für den weltweit aufgestellten KUKA-Konzern?

F. Bocale: Der Schweizer Markt ist das Tor zu zahlreichen internationalen und namhaften Firmen. Etliche Firmen haben ihren Hauptsitz in der Schweiz und produzieren im Ausland. Demnach sind die Beeinflusser in der Schweiz und der Schweizer Markt nicht nur deswegen nach wie vor weltweit von grosser Bedeutung.

Wie wirkt sich das Trendthema Industrie 4.0 auf die Robotik aus?

F. Bocale: Sicherlich positiv, denn mit Industrie 4.0 wird die Robotik auf eine gewisse Art auch «populärer», denn Personen aus verschiedenen Brachen und Sektoren, die sich bis anhin nicht mit Robotik auseinandersetzen mussten, werden durch Industrie 4.0 nun darauf aufmerksam. Dies eröffnet langfristig sicher auch neue Möglichkeiten für die Robotik.

Mit Industrie 4.0 schreitet auch die Digitalisierung mit starkem Schritt voran. Welche Chancen ergeben sich dadurch?

F. Bocale: Mit der Digitalisierung in der Fertigung geht die Verschmelzung von industriellen Prozessen mit der Informationstechnologie einher. Darunter fallen dann wieder Stichworte wie Industrie 4.0, Mensch-Maschinen-Kollaboration bis hin zum humanoiden Roboter – mit allen Chancen und Hoffnungen für den Schweizer Werkplatz.

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Über den Autor

 Silvano Böni

Silvano Böni

Chefredaktor at - Aktuelle Technik, Vogel Communications Group AG