Druckgussindustrie steht vor Wachstumsschub Technologielieferant für automobilen Leichtbau

Redakteur: Luca Meister

Heute wird jeder vierte Aluminiummotorblock mit der Technologie von Bühler fabriziert. Jeder zweite Pkw verwendet Leichtmetallteile, die auf Maschinen von Bühler Druckguss hergestellt wurden. Auf der Gifa präsentierte das Ostschweizer Unternehmen diverse Neuheiten, die vor allem für den Leichtbau im Automobilbereich von Nutzen sind.

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Federbeinstütze – produziert auf einer «Carat 280».
Federbeinstütze – produziert auf einer «Carat 280».
(Bild: Bühler)

mei. Mit der Zunahme der Automobilfabrikation weltweit werden Konstruktionen mit geringem Gewicht immer wichtiger, um Treibstoffverbrauch und CO2-Emissionen zu senken. Immer mehr Pkw-Komponenten wie Motorblöcke oder Strukturteile aus Aluminium werden im Druckgiessverfahren hergestellt. Auf der Giessereimesse Gifa in Düsseldorf hat Bühler Druckguss seine Rolle als globaler Lösungsanbieter für Aluminiumdruckguss unterstrichen. «Mit Innovationen wie einer neuen intuitiven Bedienoberfläche, der Linie Ecoline Pro mit integrierten Peripheriegeräten sowie dem integrierten Vakuumsystem unterstreichen wir, dass wir uns höchstmöglicher Effizienz und Teilequalität wie auch einfach zu bedienender Automation verpflichtet fühlen. Wir sind bereit, die Branche durch den nächsten Wachstumsschub zu führen», erklärt Jonathan Abbis, Leiter Business Area Druckguss.

Druckguss künftig auch für tragende Strukturteile

Eine wachsende Weltbevölkerung, gekoppelt mit einem höheren Lebensstandard vor allem in den Schwellenmärkten, kurbeln den Absatz von Autos an. Im Jahre 2014 wurden weltweit über 90 Millionen Personenwagen fabriziert. Bis 2030 sollen 70 Prozent der Kraftfahrzeugteile im Leichtbau hergestellt werden. Automobilhersteller suchen nach Möglichkeiten, um ihre Produkte effizienter zu machen und dadurch sowohl Treibstoffverbrauch wie auch CO2-Emissionen zu senken.

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Konstruktionen mit geringem Gewicht, die mit der effizienten und kostenoptimierten Aluminiumdruckgiesstechnik fabriziert werden, sind für das Erreichen dieses Zieles entscheidend. Und die Nachfrage nach Aluminiumteilen wird auch in den nächsten Jahren zweifellos weiter steigen: «Zusätzlich zu Motorblöcken und Getriebekästen wird Druckguss auch immer mehr für die Herstellung von tragenden Strukturteilen wie Türrahmen oder Stossdämpferdomen verwendet. Und leichte Gussteile aus Aluminium werden mit der Zeit nicht nur in grösseren Autos eingebaut werden, sondern bald vermehrt auch in Mittelklasse- und Kompaktwagen zu finden sein», fasst J. Abbis den Trend zusammen.

Neue Bedieneroberfläche und Überwachung

Zu den auf der Gifa präsentierten Neuheiten gehört zum Beispiel «DataView», eine neue Bedieneroberfläche und Überwachung für die Zweiplatten-Druckgiessmaschine «Carat» von Bühler Druckguss, die den Guss von komplexen Komponenten oder Strukturteilen für Fahrzeugkarosserien ermöglicht. Das moderne Betriebskonzept ermöglicht eine einfache, rasche und intuitive Maschinenbedienung und beschleunigt das Programmieren um 25 Prozent. Die Bedieneroberfläche mit Touchscreen wurde für den Einsatz im rauen Giessereiumfeld optimiert und kann auf einfache Weise auch mit Handschuhen bedient werden. Mit dem Betriebssystem Data View kann Carat in Echtzeit gesteuert und überwacht werden.

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