Feintool-Geschäftsbericht 2023 Verbesserte Profitabilität, Erfolg in Wachstumsmärkten

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Feintool stärkte die globale Marktposition als führender Zulieferer von Hochpräzisionsteilen in Serienfertigung und erzielte gruppenweit für das Jahr 2023 einen Nettoumsatz von CHF 847,7 Mio. und einen EBIT von CHF 29,9 Mio. (Marge 3,5 Prozent). Das Geschäft in den USA und Asien habe sich auch 2023 als stark erwiesen. Feintool feierte Erfolge in den Wachstumsmärkten der wasserstoff- und batteriebetriebenen Mobilität und erschliesst mit dem neuen Werk in Indien einen wichtigen Zukunftsmarkt. Martin Klöti wird als neues Mitglied des Verwaltungsrats vorgeschlagen.

Torsten Greiner, CEO Feintool: «Mit unserer Expansion nach Indien tragen wir den Bedürfnissen unserer langjährigen Kunden Rechnung, erschliessen geografisch einen vielversprechenden Markt und leisten einen Beitrag zu kürzeren und damit ökologisch sinnvollen Lieferketten.»(Bild:  Feintool)
Torsten Greiner, CEO Feintool: «Mit unserer Expansion nach Indien tragen wir den Bedürfnissen unserer langjährigen Kunden Rechnung, erschliessen geografisch einen vielversprechenden Markt und leisten einen Beitrag zu kürzeren und damit ökologisch sinnvollen Lieferketten.»
(Bild: Feintool)

2023 war ein anspruchsvolles Geschäftsjahr für die Feintool-Gruppe, wobei die Entwicklungen in den Regionen sowie mit Blick auf die Produktanwendungen sehr unterschiedlich verliefen. Im Bereich Automotive, der rund 80 Prozent des Umsatzes der Feintool ausmacht, verzeichnete die Gruppe insgesamt ein leichtes Wachstum.

Der Umsatz lag in Europa unter den Erwartungen, gleichzeitig konnten hier grosse Aufträge gewonnen werden. In den USA verlief die Geschäftsentwicklung von Anfang an sehr positiv und ermöglichte ein starkes Jahresergebnis. In Asien sah sich das Unternehmen zu Jahresbeginn vor besondere Herausforderungen gestellt. In China führte der plötzliche Umschwung in der Covid-19-Politik zu Schliessungen von Automobilwerken im ersten Quartal. Dies habe sich naturgemäss in den Umsätzen niedergeschlagen. Im Verlauf des Jahres habe sich die Kundenabfrage jedoch wieder erholt und zu einem guten Ergebnis in Asien geführt.

Nach dem Verkauf des Investitionsgütergeschäfts im Juni 2023 positionierte sich die Feintool-Gruppe als Pure Player für die Serienteilefertigung durch die drei Verfahren Elektroblechstanzen, Feinschneiden und Umformen. Das Design, die Entwicklung und die Konstruktion von Werkzeugen, allesamt wichtige Differenzierungsmerkmale von Feintool im Markt in allen drei Kerntechnologien, seien nicht Bestandteil des Verkaufs gewesen.

Solide Leistung

Der konsolidierte Gruppenumsatz für das Jahr beträgt CHF 847,7 Mio. (Vorjahr CHF 833,8 Mio.). Die Aufwertung des CHF gegenüber dem EUR, USD, CNY und JPY kostete Feintool im Jahr 2023 CHF 39,4 Mio. Umsatz.

Der Umsatz im Segment System Parts Europa stieg um 4,5 Prozent von CHF 556,3 Mio. (Vorjahr) auf CHF 581,5 Mio. Beim Vorjahresvergleich ist zu beachten, dass die neu dazugekommenen «Kienle + Spiess»-Gesellschaften erst seit März 2022 konsolidiert werden. Der Umsatz im Segment System Parts USA sank um 6,3 Prozent auf CHF 179,7 (Vorjahr CHF 191,7 Mio.). Der Rückgang erklärt sich durch tiefere Stahlpreise und die Aufwertung des Schweizer Frankens. Das eigentliche Verkaufsvolumen habe zugenommen. Der Umsatz im Segment System Parts Asien stieg um 0,7 Prozent auf CHF 89,9 Mio. (Vorjahr CHF 89,3 Mio.) Auch hier gab es Gegenwind durch den starken Schweizer Franken.

Feintool erreichte für das Geschäftsjahr 2023 ein EBIT von CHF 29,9 Mio. (Vorjahr: 27,3 Mio.). Die EBIT-Marge erhöhte sich auf 3,5 Prozent (Vorjahr: 3,3 Prozent). Das Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftstätigkeiten belief sich auf CHF 17,8 Mio. (Vorjahr: CHF 17,6 Mio.). An der Generalversammlung wird die Ausschüttung einer Dividende von CHF 0,34 je Aktie beantragt.

Die Eigenkapitalquote ist bei 60,4 Prozent und die Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA liegt neu bei 0,3x. Insgesamt resultierte ein deutlich verbesserter freier Cashflow von CHF 19,9 Mio. Damit war Feintool erneut in der Lage, seine Investitionen aus dem operativen Cashflow zu finanzieren. Dank der soliden Bilanz und der geringen Verschuldung sei die Feintool in der Lage, den für den Transformationsprozess notwendigen Investitionsbedarf aus eigenen Mitteln zu decken.

Europageschäft unter den Erwartungen, Aussichten positiv

In Europa war das Berichtsjahr für Feintool anspruchsvoll – auch, weil das Industriegeschäft konjunkturbedingt Umsatzverluste hinnehmen musste. Der Ausblick stimmt jedoch zuversichtlich.

So konnte Feintool in Europa einen Mehrjahresauftrag eines grossen amerikanischen Automobilherstellers für Rotoren und Statoren für elektrische Hauptantriebe gewinnen, der über die gesamte Laufzeit einem dreistelligen Millionen-Euro-Umsatz entspricht. Ebenfalls erfreulich war der Zuschlag für einen wichtigen Grossauftrag eines Windanlagenherstellers. Feintool stellte 2023 die Vertriebsorganisation im Bereich Feinschneiden/Umformen in Europa neu auf und konnte wichtige Kundenverhandlungen zu Inflationskosten erfolgreich abschliessen.

USA und Asien mit sehr gutem Geschäftsjahr, Expansion nach Indien

In Nordamerika spielte Feintool seine Stärken im sich konsolidierenden Markt voll aus und gewann 2023 Neuaufträge – auch gegen ursprünglich beauftragte Mitbewerber. Entsprechend konnte die Marktposition weiter ausgebaut werden. Aktuell erweitert Feintool das Werk in Nashville, um der gewachsenen Nachfrage gerecht zu werden.

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Auch in Asien war die Geschäftsentwicklung sehr positiv. Die Präsenz in Japan eröffnet zusätzliche Chancen für andere Standorte von Feintool. So wurde mit der Gründung von «Feintool System Parts India Pvt Ltd» die Basis für das erste Feintool-Werk in Indien gelegt. Die Produktion in der Metropolitanregion Pune wird voraussichtlich im Sommer 2025 starten. Feintool erschliesst mit dem neuen Werk in Indien einen wichtigen Markt für zukünftiges Wachstum.

In Taicang (China) wurde 2023 der Roll-out der Technologie E-Lamination Stamping (Elektroblechstanzen) erfolgreich fortgesetzt. Die Feintool-Klebetechnologie Glulock für Rotoren und Statoren von Elektromotoren stösst auf grosses Kundeninteresse. Feintool setzte sich zudem gegen starke Konkurrenz durch und gewann in China einen Grossauftrag eines etablierten Brennstoffzellenherstellers für Bipolarplatten.

Neuer Verwaltungsrat und CFO

An der Generalversammlung vom 23. April 2024 wird Martin Klöti als neues Mitglied des Verwaltungsrates der Feintool International Holding AG vorgeschlagen. Er ist seit vergangenem November CFO und Konzernleitungsmitglied der Artemis Group, welche die Mehrheitsbeteiligung an Feintool hält. Zuvor war Martin Klöti während 20 Jahren für die Schweiter-Technologies-Gruppe in verschiedenen Managementpositionen tätig, ab 2014 als CFO.

Der Verwaltungsrat hat Thomas Erne zum neuen Chief Financial Officer und Mitglied der Konzernleitung per 1. April 2024 ernannt. Der ausgewiesene Finanzexperte weist langjährige Erfahrung als CFO börsenkotierter internationaler Unternehmen aus. Er folgt auf Samuel Künzli, der Feintool per Ende März 2024 verlassen wird.

Wachstums- und Technologiestrategie

Auf Basis des Elektroblechstanzens produziert und vermarktet Feintool – im Rahmen der Transformation in der Automobilbranche – Produkte für die Elektromobilität (E-Motorenkerne aus Rotoren und Statoren). Die Technologie kommt auch bei Komponenten für Windenergieanlagen sowie bei industriellen Produkten zur Anwendung. Parallel sei das Unternehmen mit den Technologien des Umformens und Feinschneidens weiterhin sehr erfolgreich, neben der Automobilindustrie auch auf neuen Gebieten wie der Wasserstofftechnologie. Feintool ist damit sowohl im angestammten Geschäft als auch mit Entwicklungen für Zukunftsmärkte mit Produkten und Know-how global präsent.

Ausblick

Trotz der fordernden Marktgegebenheiten erwartet Feintool für das Geschäftsjahr 2024 ein leichtes organisches Wachstum und eine weitere leichte Verbesserung der Profitabilität.

Der Umsatz dürfte im Bereich von CHF 800 bis 850 Mio. liegen und die EBIT-Marge rund 4 Prozent erreichen. Die Mittelfristziele für 2026 eines Umsatzes von über CHF 1 Mrd. Umsatz bei 6–8 Prozent EBIT-Marge werden bestätigt (unter Ausschluss von Einmaleffekten). (neu)

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