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Metav 2020 Vernetzte Produktion im Fokus

| Redakteur: Anne Richter

40 Jahre nach ihrer Premiere will die Metav die Spannung auf der Schwelle zur vierten industriellen Revolution widerspiegeln. Themen wie vernetzte Produktion, künstliche Intelligenz und Industrie 4.0 mitsamt den Herausforderungen gerade für mittelständische Unternehmen stehen im Fokus.

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Additive Manufacturing: Beim 3D-Druck sind besondere Anforderungen bei der Spanntechnik zu berücksichtigen, unter anderem hohe Temperaturen – von AMF speziell auf die additive Fertigung abgestimmte Nullpunktspannmodule erfüllen die Bedingungen und beschleunigen zudem die Rüstprozesse.
Additive Manufacturing: Beim 3D-Druck sind besondere Anforderungen bei der Spanntechnik zu berücksichtigen, unter anderem hohe Temperaturen – von AMF speziell auf die additive Fertigung abgestimmte Nullpunktspannmodule erfüllen die Bedingungen und beschleunigen zudem die Rüstprozesse.
(Bild: AMF)

Die 21. Metav, Fachmesse für Technologien der Metallbearbeitung, feiert ihr 40 jähriges Jubiläum und findet vom 10. bis 13. März 2020 in Düsseldorf statt. Die Traditionsmesse im grössten Ballungsraum Deutschlands ist mit einer Reichweite von 300 Kilometern um den Messestandort zu einem Marktplatz der Branche in unmittelbarer Nähe zu Herstellern und Anwendern der Metallbearbeitung. «Industrie 4.0 nimmt in der Metallbearbeitung Fahrt auf», stellte VDW-Geschäftsführer Dr. Wilfried Schäfer fest. Die Metav biete die Gelegenheit zu einer umfassenden Betrachtung und Bewertung der Entwicklung, von der vernetzten Fertigung zu Cloud-Anwendungen über Datenanalyse, 5G, Machine Learning bis zur künstlichen Intelligenz. Ähnlich wie auf der EMO Hannover, gibt es auf der Metav 2020 einen Umati (universal machine tool interface)-Showcase, wenn auch in kleinerem Format. Dabei soll demonstriert werden, wie einfach, schnell und unkompliziert Daten über die Umati-Schnittstelle ausgetauscht werden können.

Quality Areas: Medical, Quality, Moulding und Additive Manufacturing

Ausserdem greift die Metav Anwenderthemen in sogenannten Areas auf. Die Additive Manufacturing (AM) Area wird schon zum vierten Mal durchgeführt. Seit den Anfängen hat AM seinen festen Platz in den Fabriken etabliert. Gerade in der industriellen Produktion von Kleinserien oder bei besonders anspruchsvollen Speziallösungen zeigen additive Verfahren ihre Stärken. Sie ermöglichen die Umsetzung neuer Design-Ideen und Produktkonzepte mit neuen Funktionen. Hochkomplexe Geometrien sind machbar, die mit konventionellen Verfahren nicht oder nur sehr aufwändig herzustellen sind. Im Gesamtblick auf die Messe wird auch die Verzahnung mit anderen Produktionsschritten der Metallbearbeitung deutlich, allen voran CAD und Simulation, Nachbearbeitung, Fertigungsmesstechnik und Qualitätssicherung. Ausserdem wird ein Fachforum in Halle 1 das Angebot inhaltlich abrunden.

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In der Medical Area werden die hohen Qualitätsansprüche in der medizintechnischen Fertigung an die Produktion aufgezeigt. die Medizintechnik ist mit ihren hohen Anforderungen und ihrem gewaltigen Innovationspotenzial Treiber technologischen Fortschritts in der Fertigungstechnik.Neue Technologien, Miniaturisierung, weg von reinen Produkt- hin zu System- und Prozesslösungen, die Integration modernster Informations- und Kommunikationstechnologien, Personalisierung und Individualisierung sind Trends, die den Alltag in der Medizintechnik bestimmen. Das fordert Bearbeitungstechnologien, die Präzision und Perfektion in jeder Phase der Fertigung liefern, unabhängig davon, ob es sich um Einzel- oder Serienprodukte handelt.

Auch der Werkzeug- und Formenbau wird in einem eigenen Bereich dargestellt. Die Moulding Area ermöglicht den ganzheitlichen Blick auf die Prozessketten im Werkzeug-, Modell- und Formenbau, moderne Produktentwicklungen und neue Fertigungstechnologien. Der Werkzeug- und Formenbau gilt als eines der anspruchsvollsten Anwendungsfelder in der Metallbearbeitung.Die Ansprüche an Präzision und Qualität liegen ausgesprochen hoch, was Innovationen in diesem Bereich vorantreibt: Neben konventionellen Verfahren finden immer neue Prozesstechnologien Eingang, wie etwa laserunterstützte Fertigung für die Feinstrukturierung von Designoberflächen. Partner der Moulding Area ist die Fachabteilung Werkzeugbau im Fachverband Präzisionswerkzeuge des VDMA.

Das Thema Qualität ist untrennbar mit der industriellen Fertigung verbunden. Dem soll die Quality Area Rechnung tragen. Produzierende Unternehmen müssen alle Bestandteile des Qualitätsprozesses beherrschen: Von der Messung über die Auswertung der Daten bis hin zur Prozesssteuerung und Qualitätskontrolle. Im Zeitalter der digitalen Transformation gewinnen diese Kategorien noch stärker an Gewicht. Nicht zuletzt die Mess- und Prüftechnik wird hier vielfach zur tragenden Säule, ohne die etwa Smart und Big Data-Konzepte nicht umzusetzen sind. Partner der Quality Area sind der Fachverband VDMA Mess- und Prüftechnik und das Werkzeugmaschinenlabor der RWTH Aachen.

Themenpark Automatisierung und Digitalisierung

Einen kompletten Überblick über interessante Industrie 4.0-Lösungen und realisierte Projekte gibt der 3. mav- Themenpark Automatisierung und Digitalisierung, der es Besuchern zudem ermöglicht, mit Experten ins Gespräch zu kommen. Einen weiteren Schwerpunkt stellt das Thema Sicherheit dar. Erstmals organisiert der VDW gemeinsam mit dem VDMA am 11. März 2020 einen Kongress zur Cybersecurity. Dahinter steht die Frage nach der Verfügbarkeit und Sicherheit der Daten. Dr. Schäfer ist überzeugt: «Der Erfolg neuer Geschäftsmodelle mit Datendiensten und -services hängt essenziell davon ab, dass die Sicherheit gewährleistet ist.» Wie derartige Geschäftsmodelle aussehen können, ist ein Forschungsschwerpunkt am Aachener WZL. Darum geht es am Metav-Messestand, wo das WZL mit einem Industriepartner das Thema Plattformökonomie, also die Monetarisierung von Maschinendaten präsentiert. Welche Tragweite das Thema für die Zukunft der industriellen Fertigung hat, wurde indes auch beim Metav-Presseforum deutlich.

WZL und Fraunhofer IPT arbeiten traditionell industrie- und praxisnah mit Partnern verschiedener Branchen in ganz unterschiedlichen Projekten zusammen, um Lösungen für industrielle Themenstellungen zu finden. Wie Prof. Christian Brecher, Leiter des Lehrstuhls für Werkzeugmaschinen und Präsident der WGP (Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik) deutlich machte, ist die integrative und domänenübergreifende Zusammenarbeit auch ein Wesen des neuen Exzellenzclusters Internet of Production (IoP), das zu Beginn des Jahres 2019 gestartet ist. «Nach 12-jähriger Forschung im Rahmen des Exzellenzclusters Integrative Produktionstechnik für Hochlohnländer steht damit nun der nächste wichtige Meilenstein zur weiteren Schaffung anwendungsorientierter und innovativer Lösungen im Bereich der Produktionstechnik auf dem Programm», so Brecher. Das Internet of Production biete dabei die echtzeitfähige, sichere Informationsverfügbarkeit aller relevanten Daten zu jeder Zeit, an jedem Ort und gelte damit als das Kernstück von Industrie 4.0.

Qualifizierungsoffensive zu Industrie 4.0

Der hohe Qualifizierungsbedarf beschäftigt auch den VDW, der gemeinsam mit dem VDMA Träger der Nachwuchsstiftung Maschinenbau ist, die sich Qualifizierung und Fortbildung auf die Fahnen geschrieben hat. Unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, führt die Nachwuchsstiftung Maschinenbau derzeit unter dem Titel NRWgoes.digital eine landesweite Qualifizierungsoffensive zu Industrie 4.0 durch. In einem 25-tägigen Programm durchlaufen etwa 300 Lehrkräfte und rund 300 Ausbilderinnen und Ausbilder fachlich und methodisch den Weg durch die Smart Factory. Als wichtige Multiplikatoren werden sie ihr Wissen anschliessend an über 1.400 Auszubildende weitergeben, die sie über einen Zeitraum von 2,5 Jahren unterrichten. Die Auszubildenden können so die Zusatzqualifikation Digitale Fertigungsprozesse erwerben. «Unser Ziel ist es, die künftigen Fachkräfte auf Arbeit und Lernen in der digitalen Arbeitswelt vorzubereiten», sagt Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW. Natürlich ist dies auch ein Messethema. Auf der Metav Düsseldorf 2020 wird es mehrmals täglich Live-Sessions mit Digital Leadern zum Projekt geben, zu denen die Nachwuchsstiftung Maschinenbau einlädt. -ari- SMM

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