Fertigung von Kranauslegern

Vollautomatisches Schweissen

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Sonderschweissanlage schafft Lösungen

«Mit einer teilautomatischen Standard-Schweissanlage wollten wir uns aber nicht zufriedengeben. Gefragt war die Komplettlösung: eine vollautomatische Roboterschweissanlage für Kranausleger in rund 50 verschiedenen Varianten. Die Realisierung des Projektes mit den hohen Anforderungen an die Sonderanlage trauten wir Yaskawa zu», so Dipl.-Ing. (FH) SFI Tobias Stroehle, Leiter Ausrüstungsfertigung bei Liebherr.

Dass man bei Yaskawa Europe dank der Motoman-Robotec-Vergangenheit über jede Menge Schweiss-Know-how verfügt, ist allgemein bekannt. «Aber bei diesem Projekt mussten wir tatsächlich alle Register ziehen, um in gemeinschaftlicher Entwicklungsarbeit mit Liebherr eine prozesssichere Lösung zu finden. Es ist die Komplexität der Aufgabenstellung mit zum Teil sehr schwierigen Arbeitsschritten, die das Projekt so anspruchsvoll macht», so Sepp Hautzinger, Leiter des Sales Office Austria der Yaskawa Europe GmbH.

Aufgabe der Anlage ist es, diverse Kranausleger mit einer Länge von 3000 bis maximal 12 500 Millimeter bei einer Breite von 900 bis 3000 Millimeter vollautomatisch herzustellen. Dabei muss die Roboterzelle hochflexibel sein, sollen doch Z-Stücke in drei Teilefamilien mit insgesamt über 50 Varianten produziert werden. Das maximale Bauteilgewicht liegt bei rund drei Tonnen. Die Kranausleger bestehen aus vier Längsrohren, den Gurtrohren, die zusammen mit den horizontalen Pfosten sowie dem K-Verband quasi den Grundrahmen bilden. Zwischen diese Gurtrohre muss eine Vielzahl von Diagonalrohren zur Versteifung der Konstruktion eingeschweisst werden. Die Roboteranlage soll dabei nicht nur alle Heft- und Schweissaufgaben übernehmen, sondern auch die Bereitstellung der Diagonalrohre samt integrierter Qualitätssicherung.

Überzeugendes Anlagenlayout für eine effiziente Fertigung

Die gelungene Umsetzung der Aufgabenstellung belegt der Blick auf die Anlage, genauer gesagt auf die Anlagen, denn Liebherr hat zwei völlig identische Roboterschweisszellen geordert. Schweissstation und Bereitstellung für die Diagonalrohre sind räumlich voneinander getrennt. Während zwei Sechsachser des Typs Motoman ES165 und ES200RN die anspruchsvollen Handhabungs- und Bereitstellungsaufgaben in der Zelle übernehmen, sorgen die zwei Motoman-Schweissroboter EA1900 für das Heften und spätere Ausschweissen der Diagonalrohre. Die Schnittstelle zwischen Schweissstation und Bereitstellung bedient der ES200RN, der über eine Verfahrachse längs der Anlage die beiden Bereiche verbindet.

Die Fertigung der Z-Stücke beginnt mit bestimmten Vorbereitungsaufgaben, wie der Montage der vier Gurtrohre zwischen den Planscheiben des Positioniertisches sowie der Beschickung der Anlage mit Diagonalrohren mit dem Elektrohubwagen. Ausserdem wird die Zelle noch mit einem Verfahrwagen bestückt, in dem diverse Kleinteile lagern, mit denen die Kranausleger am Ende des Fertigungsprozesses noch zu komplettieren sind.

(ID:42407551)