Fertigung von Kranauslegern

Vollautomatisches Schweissen

Seite: 3/3

Anbieter zum Thema

Vollautomatischer Ablauf

Sind die Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen, beginnt der vollautomatische Fertigungsprozess mit dem Start des Automatikmodus. Im ersten Schritt holt der Handlingroboter Motoman ES165 ein Diagonalrohr aus dem Magazin und legt es in einer Messstation ab. Hier findet eine Qualitätsprüfung des Diagonalrohres statt, bei der Kameras auch die Schnittkonturen der Rohrenden exakt vermessen. Währenddessen erfolgt auf der Anlage die exakte Positionierung der Gurtrohre über entsprechende Abstütz- und Zentriereinrichtungen.

Nach abgeschlossener QS-Prüfung holt der zweite Handlingroboter das Diagonalrohr an der Messstation ab und fährt in den Schweissbereich zur ersten Einlegeposition. Hier legt er das Rohr zwischen die Gurtrohre ein – ein Arbeitsschritt, der es in sich hat, wie Sepp Hautzinger weiss: «Der Sechsachser muss das Diagonalrohr von unten zwischen die Gurtrohre einfädeln. Dazu muss der Roboter nicht nur extrem beweglich sein, sondern auch präzise und feinfühlig arbeiten können. Um eine spannungsfreie Endposition des Rohres zwischen den Gurtrohren zu erreichen, öffnet der Sechsachser nach dem Anfahren der Zielkoordinaten seinen Greifer und rüttelt das Diagonalrohr in die gewünschte Position – ein Vorgang, in dem viel Know-how steckt.»

Ist das Rohr positioniert, fahren die beiden Schweissroboter auf ihren Verfahrachsen zum Ort des Geschehens und machen sich an das Heften des Diagonalrohrs. Gleichzeitig kümmern sich die beiden Handlingroboter um die Bereitstellung des nächsten Diagonalrohres nach bewährtem Arbeitsmuster. Sind alle Rohre einer Fläche (Leiter) geheftet, taktet der Positioniertisch das Bauteil weiter zur nächsten Position. Nach diesem Schema komplettieren die vier Roboter den Kranausleger.

Roboterschweissen ohne Bauteilverzug

Anschliessend machen sich die beiden Motoman EA1900 an das Ausschweissen der gewichtsoptimierten Diagonalrohre aus hochfestem Feinkornstahl im MAG-Verfahren. Ein Schweissmarathon mit ausgeklügelter Schweissfolge, der den Verzug an den Bauteilen weitgehend verhindert und von den Robotern maximale Performance und Zuverlässigkeit fordert. «Zwingende Voraussetzung für den anspruchsvollen Job sind qualitativ erstklassige Schweissungen. Kranausleger sind sicherheitsrelevante Bauteile, an die wir allerhöchste Qualitätsansprüche stellen. Durch die Roboter können wir diesen Anforderungen gerecht werden und produzieren vorbildliche Schweissnähte», so Dipl.-Ing. (FH) SFI Tobias Stroehle.

Nach dem Ausschweissen steht nur noch das automatische Heften und Schweissen der Kleinteile auf dem Programm. Dazu holt sich der Handlingroboter die Teile aus dem Verfahrwagen, positioniert sie und überlässt den Schweissrobotern das Heften und Ausschweissen. Um alle Kleinteile ohne manuellen Eingriff handhaben zu können, kann der Handlingroboter den jeweils benötigten Greifer von einer automatischen Wechselstation abholen. Nach dem Verschweissen der Kleinteile kann der Bediener die fertigen Z-Stücke prüfen und ausspannen. <<

(ID:42407551)