Strapazierfähige Torsionskabel und -leitungen für den Loop in der Windkraftanlage Vom Winde verdreht

Redakteur: Silvano Böni

>> «Loop» nennt sich der Teil der elektrischen Leitungsverlegung in einer Windkraftanlage, welcher dafür Sorge trägt, dass sich Gondel samt Rotorblätter in die von der Windrichtung abhängige optimale Stellung drehen können, ohne dabei einen Kabelsalat zu verursachen. Diese Windrichtungsnachführung ist damit auch die am meisten gestresste Stelle in einer solchen Anlage, weil sie sehr stark torsionsbeansprucht wird. Der Komplettanbieter von Kabel- und Leitungen für Windkraftanlagen Helukabel weiss genau, wie dieser Bereich auszulegen ist.

Firma zum Thema

Die Serie Heluwind WK Powerline ALU Helukabel eignet sich sowohl als Leistungskabel als auch als Torsionskabel.
Die Serie Heluwind WK Powerline ALU Helukabel eignet sich sowohl als Leistungskabel als auch als Torsionskabel.
(Bild: Helukabel)

Der Systemanbieter Helukabel bietet individuelle Lösungen für jegliche Anwendungen in Windkraftanlagen (WKA) und ist damit bestens gerüstet für die weltweiten Ziele hinsichtlich Ausbau der Energieerzeugung durch die Nutzung von Windenergie. Das Vollsortiment umfasst unter anderem spezielle Leitungen mit erhöhter Öl- und Hitzebeständigkeit für die Gondel, auf bis zu 18 000 Torsionszyklen getestete tordierbare Leitungen für den Loop und flexible Aluminium- sowie Kupferkabel und Lichtwellenleiter für den Turm. Alle Anforderungen hinsichtlich klimatischer Bedingungen von –55 bis 145 °C und Offshore-Anwendungen sowie hohe Brandprüfungen und internationale Approbationen nach UL, CSA, FT4, CE, VDE und WTTC können dabei erfüllt werden.

Torsionskabel im Stress

Den wohl extremsten Anforderungen sind die Loop-Kabel der WK-Serie ausgesetzt. Sie verbinden die Leitungen von der Gondel mit denen im Turm. Bei ihnen spielt die Drehbewegung eine grosse Rolle, denn die WKA werden mit der Nabe in die Windrichtung ausgerichtet. «Dieser Teil der Verkabelung vom Generator über den frei hängenden Loop bis zur Turm-Innenwand ist richtig Stress für die Leitungen», sagt Uwe Schenk, Global Segment Manager Wind bei der Helukabel. «Während manche Anbieter eine Empfehlung für Aluminium für die Torsionsanwendung im Kabel-Loop der WKA aussprechen, entspricht das nicht unserer Erfahrung», so Schenk. Über eine geplante Lebensdauer der WKA von etwa 20 Jahren werden den Leitungen in dieser Applikation bis zu 15 000 Torsionszyklen abverlangt. «Auf vermehrte Anfrage haben wir Aluminiumkabel hinsichtlich der Anforderungen in der Windindustrie auf Torsion getestet. Sie haben nicht standgehalten», resümiert Schenk, «selbst bei positiven Testergebnissen fehlen uns Langzeit-Erfahrungswerte. Etwa 10 000 Biegezyklen dreht sich die Gondel zum Turm. Dabei wird ein Zyklus gezählt, wenn sich die Gondel einmal nach den Vorgaben der Sensorik in den effektivsten Stand zum Wind gedreht hat. Maximal dreht sie sich dabei dreieinhalb Mal nach links beziehungsweise dreieinhalb Mal nach rechts. So gibt man der Gondel die Möglichkeit einer Mehrfachdrehung, ohne jedes Mal bei Windrichtungswechsel zum Null-Punkt zurückkehren zu müssen.

(ID:42301616)