Die Zerspanung gehört zu den Kernkompetenzen des Systemlieferanten August Manser AG im Schweizer Ort Altstätten. 2019 suchte das Unternehmen einen Partner für eine zukunftsfähige Drehbearbeitung. Die Wahl fiel auf den technologisch führenden Maschinenhersteller Index, von dem inzwischen zwölf Maschinen die komplette Bandbreite der Drehbearbeitung abdecken.
Nach einer intensiven Evaluation entschied sich die August Manser AG zu einer Partnerschaft mit Index, um den Drehbereich zukunftsfähig auszubauen.
(Bild: August Manser AG)
Die August Manser AG im Zentrum des St. Galler Rheintals hat sich in gut 50 Jahren Unternehmensgeschichte zu einem Dienstleister mit breitem Angebotsspektrum entwickelt. «Unsere Stärke liegt in der Realisierung kompletter mechanischer und mechatronischer Systeme und Anlagen, die wir in erster Linie an Kunden aus dem Maschinenbau, der Halbleiterindustrie und Medizintechnik liefern», sagt Michael Manser, der vor sechs Jahren die Geschäftsführung von seinem Vater übernahm. «Wir bieten unseren Kunden Lösungen von der Produktinnovation und -entwicklung, über die Industrialisierung und Bauteilfertigung sowie die Montage bis hin zu schlüsselfertig ausgelieferten Anlagen. Dabei hat jeder Kunde die Möglichkeit, auch einzelne Elemente unseres Angebots zu bekommen, zum Beispiel Entwicklungsunterstützung oder Bauteile und Komponenten aus unterschiedlichen Werkstoffen.»
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Um die ganze Wertschöpfungskette bis zur fertigen Anlage abzudecken, pflegt Manser in der Produktion ein ausgeklügeltes Supply Chain Management, das dem Kunden Versorgungssicherheit und Liefertreue garantiert. «Dafür haben wir zum einen Schwesterfirmen wie die Sedax AG in Uster, die seit über 20 Jahren als interdisziplinärer Entwicklungspartner tätig ist», erwähnt Michael Manser. Dort arbeiten rund 40 Ingenieure, die auf Entwicklungsaufgaben spezialisiert sind – vom Industriedesign bis hin zur Produktoptimierung. Ausserdem pflegt Manser seit vielen Jahren eine enge partnerschaftliche Beziehung zu Lieferpartnern, zum Beispiel in den Bereichen Oberflächenveredelung, Blechbearbeitung, Elektronik und Software.
Präzisionszerspanung als Einzelaufträge und für Systeme
Auf über 4500 m² Montagefläche entstehen bei der August Manser AG mechanische und mechatronische Baugruppen bis hin zu kompletten Systemen.
(Bild: August Manser AG)
Für die eigene Fertigung und Montage stehen in Altstätten über 7000 m2 Produktionsfläche zur Verfügung. Drehen und Fräsen sind die beiden etwa gleichbedeutenden Kernkompetenzen. Auch die Messtechnik ist ein wichtiger Bestandteil. Daneben deckt die Manser-Produktion viele Supportprozesse wie Schleifen und Erodieren, Beschriften und verschiedene Varianten der Reinigung ab.
«Die Mitarbeiter sind das Herz unseres Unternehmens», betont Michael Manser. Daher legen die Verantwortlichen grossen Wert auf stetige Investitionen ins Know-how der Mitarbeiter sowie in neue Maschinen, Technologien und Automatisierung. «Wir wollen unseren Teams das Beste zur Verfügung stellen, damit ihr Wissen und ihre Erfahrung voll zum Tragen kommt. Nur so können wir flexibel auf Kundenwünsche reagieren sowie hohe Qualität und kurze Lieferzeiten gewährleisten.»
Drehbearbeitung – vom Prototyp bis zur Serie
2019 entschloss sich die Unternehmensleitung, den Drehbereich neu aufzustellen. «Wir haben uns die Frage gestellt, mit welchem Anbieter möchten wir die Zukunft gestalten», erklärt Michael Manser. «Wir wollten einen Partner, der mit seinen Drehmaschinen all unsere Bedürfnisse von der Prototypen- bis zur Serienfertigung abdecken kann.» So startete sein Zerspanungsteam einen intensiven Evaluierungsprozess, der zahlreiche Anbieter einschloss. Sieger nach Punkten wurde die Index Group mit Stammsitz in Esslingen und Schweizer Niederlassung in St-Blaise im Kanton Neuenburg. «Grund dafür waren viele verschiedene Kriterien, wie Service, Kosten, Flächenproduktivität, Genauigkeit usw. Auch die Durchgängigkeit hinsichtlich Steuerung, Bedienoberfläche und Softwareunterstützung war ein wichtiges Kriterium.»
Seitdem investierte Manser in neun Index-Produktionsdrehautomaten – vier «Index C100» und fünf «C200». Ausserdem baute das Unternehmen seinen Index-Maschinenpark mit einem Langdreher «Traub TNL20», einem Drehfräszentrum «Index G220.3» und einer Universaldrehmaschine «B400» aus. «Die sechs Jahre Erfahrung mit Index-Maschinen haben die Richtigkeit unserer Wahl bestätigt», freut sich der Firmenchef.
Geschäftsführer Michael Manser: «Besonders wichtig ist für uns das effiziente Rüsten der Maschinen. Diesbezüglich haben die Index-Maschinen durch die W-Verzahnung der Werkzeugträger und die Virtuelle Maschine ganz klare Stärken.»
(Bild: August Manser AG)
Es sind typische Index-Eigenschaften, die Michael Manser an den Maschinen schätzt. Dazu zählen beispielsweise die Stabilität, Steifigkeit und hohe Wiederholgenauigkeit der Maschinen sowie die erzielbaren kurzen Bearbeitungszeiten. Auch die Zugänglichkeit beurteilt er sehr positiv. «Besonders wichtig ist für uns das effiziente Rüsten der Maschinen. Bei unseren kleinen und mittelgrossen Losgrössen bis zu 1000 Stück ist dies häufig erforderlich.» Hier geht Michael Manser ins Detail: «Von grossem Vorteil ist die patentierte, hochpräzise W-Verzahnung der Werkzeughalter. Denn durch das W-förmige Profil lassen sich die Grundhalter auf dem Werkzeugrevolver prozesssicher und schnell ausrichten. Und die Wiederholgenauigkeiten liegen im μm-Bereich.»
Stand vom 30.10.2020
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Software beschleunigt Rüst- und Programmiervorgang
Damit der Zeitaufwand fürs Rüsten, Initialisieren und Programmieren möglichst gering bleibt, nutzen die Manser-Mitarbeiter unter anderem die «Index Virtuelle Maschine». Diese Softwarelösung deckt nahezu die gesamte Funktionalität einer jeden Index-Werkzeugmaschine ab und sorgt dafür, dass der Anwender die exakte Bearbeitung simulieren kann.
Da die «Index Virtuelle Maschine» auf den Originaldaten der Steuerung und Maschinengeometrie basiert, können Fehler im NC-Programm in der Simulation erkannt und schon bei der Programmierung behoben werden. «Diese Software ist ein Booster für Durchlaufzeiten und Prozesssicherheit», urteilt Michael Manser. Sein Dreh-Team nutzt zudem die Programmierunterstützung Index Virtual Pro, die durch leicht verständliche Eingabemasken, parametrierbare Abläufe und Geometriefunktionen die Programmierung vereinfacht und beschleunigt.
Michael Manser fasst zusammen: «Das sind die wesentlichen Punkte, die dazu beigetragen haben, dass wir uns im kompletten Drehbereich für Index entschieden haben. Denn alles zusammen schafft Prozesssicherheit und Effizienz, die wir an unsere Kunden weitergeben können.»
Hohe Flächenproduktivität
Den Schwerpunkt der Drehbearbeitung bei Manser bestreiten die Produktionsdrehautomaten der C-Baureihe, denen der Firmenchef höchste Effizienz und Flexibilität attestiert: «Durch die drei Revolver und Gegenspindel sowie die schnellen Antriebe erreichen wir extrem kurze Bearbeitungszeiten. Angesichts der kompakten Bauweise der Anlagen führt dies zu einer hohen Flächenproduktivität.» Da die Maschinen nach Möglichkeit im Drei-Schicht-Betrieb arbeiten sollen, die Mitarbeiter aber nur in einer Schicht, sind alle Index C-Maschinen automatisiert – mit Stangenlader und der von Index integrierten Teileentnahmeeinrichtung mit Transportband. «Durch das schon angesprochene schnelle Umrüsten und Programmieren sind unsere ‹Index C100› und ‹C200› vielseitig einsetzbar. Das ist für uns sehr wichtig, denn als Dienstleister wissen wir nie genau, was der nächste Kunde möchte», argumentiert Michael Manser.
Mit Komplettbearbeitung zu höherer Präzision
Das Dreh-Fräszentrum «Index G220» setzen die Schweizer Drehspezialisten vor allem dann ein, wenn eine Komplettbearbeitung wichtig ist. «Die Anforderungen unserer Kunden werden immer höher, auch in Bezug auf die Toleranzfelder», sagt Michael Manser. «Wenn wir ein Bauteil in einer Aufspannung von der Maschine bekommen, entfallen Umspannfehler etc. Dadurch erhalten wir prozesssicher eine höhere Genauigkeit.»
Sven Teschauer, zuständig bei Index für Technische Beratung und Verkauf in der Ostschweiz, weist darauf hin, dass die leistungsstarke Motorfrässpindel mit ihrer hydrodynamisch gelagerten Y/B-Achse entscheidende Vorteile bietet: «Sie ermöglicht unterschiedlichste Bohr- und Fräsbearbeitungen bis hin zur Fünfachsbearbeitung. Bis zu 139 Werkzeuge sind im Magazin bevorratet, aus dem sich die Frässpindel hauptzeitparallel bedient. Ein weiterer Faktor, der die Rüstzeiten verkürzt.»
Für effiziente Zerspanungsleistung sind ausserdem die beiden unten angeordneten Werkzeugrevolver verantwortlich, die nicht nur in X- und Z-Richtung, sondern auch in Y verfahrbar sind. «Dementsprechend können wir selbst bei komplexen Teilen mit anspruchsvollen Fräsarbeiten kurze Durchlaufzeiten erzielen», sagt Michael Manser. «Wir haben die ‹Index G220› zudem mit Stangenlader und Entnahmeeinrichtung automatisiert. Schliesslich ist es äusserst lukrativ, wenn diese Maschine im 24/7-Betrieb läuft.»
Universaldrehmaschine dient auch für die Ausbildung
Mit der Index «B400» hat Manser eine Lösung für die effiziente Herstellung von einfacheren Bauteilen und kleineren Losgrössen. «Auf eine Automatisierung haben wir hier verzichtet», sagt Michael Manser. «Aber durch ihre zwei Spindeln und die sehr genaue Übergabe können wir mit ihr durchaus Werkstücke in hoher Qualität komplettbearbeiten.»
Die Mitarbeiter spielen bei der August Manser AG eine wichtige Rolle. Rund zehn Prozent der Belegschaft sind Auszubildende, die praktische Drehbearbeitung an der Universaldrehmaschine «Index B400» lernen.
(Bild: August Manser AG)
Die Universaldrehmaschine ist – wie der Name sagt – vielseitig einsetzbar. Sie eignet sich für kleine und grosse Futter- sowie Wellenteile in jeglicher Stückzahl, auch aus schwer zerspanbaren Werkstoffen. Bei Manser erfüllt sie zusätzlich eine weitere wichtige Aufgabe: Die Auszubildenden lernen darauf das Drehen, so dass nach ihrer Lehrzeit der Übergang in die Fertigung kurz und reibungslos ist.
Von der Zerspanungsdienstleistung bis zur kompletten Anlage
Die August Manser AG besitzt in Altstätten zwei Standorte. Im Werk Kesselbach (im Bild) befinden sich die Fertigungshalle, CAM-Programmierplätze, der Güteklasse-1-Messraum und modernste Büroeinheiten. Im Werk Unterfeld (Hauptsitz) sind neben der Administration vor allem Montageflächen, die Distribution und die Reparatur untergebracht.
(Bild: August Manser AG)
Die August Manser AG wurde 1972 als Einzelfirma gegründet und ist heute ein familiengeführtes Unternehmen für mechanische und mechatronische Systeme und Anlagen. Zum Angebot gehören sämtliche Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette, von der ersten Idee über die Präzisionsfertigung von anspruchsvollen Dreh- und Frästeilen bis zum marktfähigen Serienprodukt. Das Unternehmen beschäftigt an zwei Standorten in Altstätten rund 100 Mitarbeitende. Zur Manser Gruppe gehören ausserdem die Firmen Sedax AG, Inlack AG und Admantec AG mit insgesamt rund 50 Mitarbeitenden. Die August Manser AG ist nach ISO 9001 zertifiziert. Die ISO 13485 Zertifizierung für Medizinprodukte wird im Laufe des Jahres 2026 erfolgen. Seit kurzem bietet Manser speziell für den Medtech-Markt die neue Marke «Medionis» an und tritt damit als OEM-Partner für innovative Medtech-Lösungen auf.