Ergänzendes zum Thema
nachgefragt
Fragen an Dr. Christof Zwyssig, Geschäftsführer der Celeroton AG
SMM: Können Sie für unsere Leser kurz zusammenfassen, worin die Innovation Ihrer Technologie besteht?
Dr. Christof Zwyssig: Die Innovation unserer Technologie besteht in der interdisziplinären Auslegung des Antriebssystems. Um ein paar Beispiele zu nennen: Der PAM-Umrichter ist ideal abgestimmt auf den Luftspaltwicklungsmotor, für die sensorlose Regelung braucht es genaue Kenntnisse der elektrischen und magnetischen Vorgänge im Motor. Weiter beeinflussen sowohl die mechanische Auslegung wie auch die Modulationsart im Umrichter die Motorverluste.
Wie hat die Celeroton AG den Markteintritt erfahren? Und die ersten 4 Jahre ihrer Marktaktivitäten?
Ch. Zwyssig: Mit Celerotons hochdrehenden Antriebssystemen eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten, auch für unsere Kunden. Zu Beginn war und ist deshalb Überzeugungsarbeit zu leisten. In den letzten 4 Jahren haben wir zusammen mit unseren Kunden Prototypen von neuen, hochspannenden Anwendungen entwickelt und realisiert und dabei extrem viel gelernt. Die nächsten 4 Jahre werden ebenfalls spannend. Es steht nun die Transformation von der Prototypenherstellung zur Serienproduktion an.
Erfordert die Herstellung der Motoren spezielle Fertigungsverfahren? Halten Sie das Fertigungs-Know-how inhouse oder fertigen Sie extern?
Ch. Zwyssig: Ja, die Fertigungsverfahren sind ebenfalls sehr wichtig, und zudem beeinflussen sich die Auslegung und die Fertigung stark. Dies ist also ein weiterer interdisziplinärer Bereich. Wir arbeiten sowohl inhouse wie mit externen Zulieferern.
Die Vorreiterrolle der Technologie von Celeroton (Drehzahl-Weltrekord!) dürfte wohl Nachahmer auf den Plan rufen – wie gedenken Sie gegebenenfalls dieser Problematik zu begegnen?
Ch. Zwyssig: Dies ist für uns eher positiv als ein Problem. Hochdrehende Antriebssysteme sind ein wachsender Markt, und mehrere Anbieter beleben diesen Markt noch mehr. Natürlich melden wir auch Schutzrechte an, aber vor allem planen wir weitere Innovationen und Verbesserungen, um auch in Zukunft Technologieführer zu sein im Bereich hoher Drehzahlen.
Sind die Grenzen des Machbaren bei hochdrehenden elektrischen Antriebssystemen jetzt erreicht oder sehen Sie weitere Entwicklungsmöglichkeiten?
Ch. Zwyssig: Unsere Firma basiert auf neuer Technologie und Innovation, und dies wird auch in Zukunft so sein. Wir sehen noch diverse Entwicklungsmöglichkeiten und werden darüber informieren, zum Beispiel auch im SMM.
Der Werkplatz Schweiz leidet massiv unter den Währungsverwerfungen – inwiefern ist Celeroton betroffen? Wie meistern Sie diese Herausforderung?
Ch. Zwyssig: Wir versuchen soweit wie möglich unsere Projekte in Schweizer Franken zu fakturieren und entsprechend das Währungsrisiko mit den Projektpartnern zu teilen. Dies hilft aber nicht über den Fakt hinweg, dass auch wir mit dem Wechselkurs zu kämpfen haben und entsprechend schauen müssen, dass wir durch konstante Innovation technologisch an der Spitze bleiben und für unsere potentiellen Kunden entsprechend attraktiv bleiben.
Wagen Sie einen Blick in die Zukunft des Werkplatzes Schweiz im Allgemeinen?
Ch. Zwyssig: Der Schweizer Werkplatz hat hervorragende Voraussetzungen, vor allem im Bereich High-Tech, in dem auch wir uns bewegen: Hochqualifizierte und motivierte Arbeitskräfte, erfahrene und innovative Zulieferer im Bereich Hochpräzisionsfertigung und eine sehr gute Infrastruktur. Daher sehen wir die Zukunft für uns speziell, aber auch für den Werkplatz im Allgemeinen sehr positiv.