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Zukunftsgestalter-Event von Phoenix Contact im Technorama Winterthur Von Revolutionen und Einhörnern

Autor / Redakteur: Silvano Böni / Silvano Böni

Wie entstehen neue Produkte und Lösungen? Kann man eine (Produkt-)Revolution planen? Es waren spannende Fragen, die Phoenix Contact an Zukunftsgestalter-Event im Technorama Winterthur zu beantworten versuchte.

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Wie entstehen neue Produkte und Lösungen? Kann man eine Revolution planen? Phoenix Contact gab am Zukunftsgestalter-​Event Antwort darauf.
Wie entstehen neue Produkte und Lösungen? Kann man eine Revolution planen? Phoenix Contact gab am Zukunftsgestalter-​Event Antwort darauf.
(Bild: SMM)

Phoenix Contact – Ihr Zukunftsgestalter. Grosse Worte, die das Automations- und Elektrotechnik-Unternehmen für seinen Event im Technorama Winterthur wählte. Aber der Slogan verfehlte sein Ziel nicht: Rund 130 Personen folgten der Einladung und wollten wissen, wie neue Lösungen und Innovationen entstehen und welche Wege man gehen kann oder muss, um ein neues Produkt zum Erfolg zu führen.

Neue Wege

«Wir gehen neue Wege», versprach Balz Märki, CEO von Phoenix Contact Schweiz, den Besuchern, «wir zeigen hier keine Produkteshow. Wir zeigen, wie Produkte und Lösungen entstehen.» Und er hielt Wort, wie sich später herausstellte. Doch bevor die Spezialisten von Phoenix Contact den Besuchern einen tiefen Einblick in Entstehungsprozesse, Stolpersteine und Lösungsideen für neue Produkte erlaubten, übergab er das Wort an Dr. Joel Luc Cachelin. Dieser ist Geschäftsführer der Wissensfabrik und gehört zu den führenden digitalen Vordenkern der Schweiz.

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Zukunft und Digitalisierung

Kein Schlagwort begleitet uns in den letzten Jahren so sehr wie die Digitalisierung. Doch wer treibt eigentlich diese Digitalisierung vorwärts? Wie sieht die digitale Zukunft aus? Einen Anhaltspunkt gibt uns der Blick auf sogenannte Unicorns, wie Joel Luc Cachelin in seinem Eröffnungsreferat den Besuchern erklärte. Unicorns sind Start-ups, die eine Marktbewertung von über einer Milliarde Dollar haben. Einige davon kennt jeder: Uber, Airbnb oder SpaceX beispielsweise. Solche Unternehmen seien die Botschafter der Zukunft. Diese zeigen, welche Technologien, Produkte oder Geschäftsmodelle auf uns zukommen werden. Schlussendlich gehe es bei vielen dieser Unternehmen darum, neue Technologien ans Internet anzuschliessen. Joel Luc Cachelin nennt es das «Internet of everything». Hier geschieht die Zukunft, hier entstehen neue Produkte.

Nach dem Referat von Dr. Cachelin konnte man fast den Eindruck gewinnen, neue Technologien und Innovationen könnten nur noch von solchen Einhörnern stammen. Phoenix Contact, immerhin ein fast 100-jähriges Unternehmen, bewies aber gleich im Anschluss an das spannende Referat von Dr. Cachelin das Gegenteil.

Geplante Revolution

Kann man die industrielle Automation neu denken und eine Revolution planen? Nach dem Referat von Henning Heutger, F&E-Leiter Steuerungstechnik bei Phoenix Contact, kann man diese Frage mit ja beantworten. Er wurde vor einigen Jahren damit beauftragt, eine neue Steuerungsgeneration zu entwickeln. Kein proprietäres System, sondern eine offene Architektur, die viele Freiheitsgrade ermöglicht, beispielsweise die freie Wahl der höheren Programmiersprache, und eine modellbasierte Entwicklung zulässt.

Henning Heutger gab einen spannenden Einblick, wie das Projekt vom ersten Anforderungskatalog und Brainstorming in die Konzeptphase und den eigentlichen Kick-off überging. Schlussendlich waren zehn Leute ein Jahr lang damit beschäftigt, das ganze Projekt voranzutreiben. Demoversionen wurden erstellt, Prototypen gebaut, es wurde programmiert und getestet und schlussendlich kam die Strategieentscheidung von ganz oben: Das Projekt PLCnext Technology wird das neue Automatisierungssystem von Phoenix Contact. Ein richtiger Entscheid, wie sich später herausstellen würde. Denn entstanden ist daraus mittlerweile ein komplettes Ecosystem: offene Steuerungsplattform, modulare Engineering-Software und systematische Cloud-Integration. Dazu kommen noch der PLCnext Store, welcher Apps beinhaltet, um schnell und einfach eine PLCnext Control funktional zu erweitern, oder die PLCnext Community, um neue Anwendungsbeispiele, Anleitungen, Tutorials oder Lernvideos kennenzulernen. Kurzgefasst: Henning Heutger und sein Team haben ein modernes Automatisierungssystem geschaffen, welches allen Anforderungen der IoT-Welt gewachsen ist.

Viel zu entdecken

Für die Besucher des Zukunftsgestalter-Events gab es an diesem Nachmittag im Technorama noch mehrere Evolutionen und Revolutionen zu entdecken. Die weiteren Vorträge wie beispielsweise «Big Data von einem elektromechanischen Produkt», «Mit flüssigem Metall automatisiert Produkte umspritzen» oder «Verbrennungsmotor in der Stromversorgung» sorgten ebenso für erstaunte Gesichter und eine Fülle an Informationen wie der tiefe Einblick von Henning Heutger in die Entwicklung (s)eines neuen Steuerungssystems. SMM

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