Holz zählt weltweit zu den gefragtesten Rohstoffen – und das bereits seit vielen Jahren. Neu ist allerdings, dass die Holzindustrie zunehmend auf automatisierte Lösungen setzt, um Verarbeitungsprozesse effizienter zu gestalten oder Ressourcen besser einzusetzen. Die Palette reicht dabei von modernen Kränen bis hin zur Lasertechnologie.
Holz zählt weltweit zu den gefragtesten Rohstoffen. Neu ist, dass die Holzindustrie zunehmend auf automatisierte Lösungen setzt. Die Palette reicht dabei von modernen Kränen bis hin zur Lasertechnologie.
(Bild: frei lizenziert/Patrick Robert Doyle / Unsplash)
Ob als strukturelles Element in der Bauindustrie, als Komponente in der Schifffahrt oder zur Veredelung von Automobilen – Holz hat sich längst zu einem unverzichtbaren Werkstoff in verschiedensten Industriezweigen entwickelt. Ja mehr noch: Durch den allgemeinen Trend der letzten Jahre hin zu mehr Nachhaltigkeit und Natürlichkeit erfährt der Rohstoff einen weiteren Aufschwung. Und auch wenn die Corona-Krise den Markt kurzzeitig durcheinanderwirbelte und die Preise für Holz in den vergangenen Jahren stiegen, so haben sie sich seit 2022 wieder etwas normalisiert und könnten laut Experten weiter sinken. Der Holzpreis ist das eine, die Holzverarbeitung allerdings das andere. Das heisst: Auch die dahintersteckende Branche muss sich weiterentwickeln, um mit den gegenwärtigen Tendenzen und Entwicklungen mithalten zu können.
Transparenz und Automatisierung setzen sich durch
Dabei geht es im Wesentlichen um zwei grosse Trends: Transparenz und Automatisierung. Ob es sich nun um Bauholz oder Wertholz für die Möbelbranche handelt – Fakt ist: Kunden werden kontinuierlich anspruchsvoller, und die genaue Herkunft der Rohstoffe ist für sie von essentieller Bedeutung. Ein sorgsamer Umgang mit jedem einzelnen Bestandteil, das in die Wertschöpfungskette eingebracht wird, war somit noch nie wichtiger. Und all diese Schritte im Hintergrund gilt es penibel aufzuzeichnen und transparent zu machen. Ergänzend dazu muss aber auch der Verarbeitungsprozess bis zur fertigen Ware optimiert werden, denn holzverarbeitende Unternehmen stehen vor denselben wirtschaftlichen Herausforderungen wie andere Betriebe: Kunden wollen heutzutage Hochwertiges mit einer möglichst kurzen Lieferzeit, gleichzeitig wird es immer schwieriger, Mitarbeiter für das eigene Unternehmen zu finden und auch zu halten. Und hinzu kommt die Tatsache, dass es sich mittlerweile keine Firma mehr leisten kann, einen allzu grossen Ausschuss zu produzieren oder Ressourcen zu verschwenden. Und hier kommt das Thema Automatisierung, der zweite grosse Trend, ins Spiel.
Roboter entlasten Mitarbeiter
Konkret könnten automatisierte Lösungen künftig verstärkt schwere und monotone Tätigkeiten übernehmen oder solche, die mit einem grossen Gefahrenpotenzial verbunden sind. Dadurch wird nicht nur der Fertigungsprozess effizienter, sondern es werden auch Mitarbeiter entlastet, die sich fortan auf andere Bereiche konzentrieren können. Und das könnte wiederum die Branche als Ganzes attraktiver für jüngere Bewerber machen, was in weiterer Folge dem Fachkräftemangel entgegenwirkt. Eine Möglichkeit sind dabei Roboter, die etwa auch unbemannte Nachtschichten in Zukunft übernehmen könnten – und das auf einem konstant hohen Leistungs- und Präzisionsniveau.
Automatisches Stapeln und Etikettieren
Doch Automatisierungslösungen könnten in der Holzverarbeitung sogar noch weitaus früher im Prozess ansetzen – nämlich beim Sägewerk. Dort sammeln sich die frisch geschlagenen Holzstämme, werden sortiert, gelagert und für die Weiterverarbeitung vorbereitet. Viele dieser Tätigkeiten verlangen nach grosser körperlicher Kraft – und dadurch ergibt sich hier auch ein enormes Potenzial für Automatisierungslösungen. Gleichzeitig geht es bereits im Sägewerk um höchste Präzision, um die Ressource Holz bestmöglich einzusetzen. Und auch dabei könnten automatisierte Innovationen künftig helfen. Schon heute sind etwa Staffel-Lege-Systeme (SLS) oder Robotic-Labeling-Systeme (RLS) im Einsatz. Während erstere insbesondere im Bereich der Sägezubringung viele Vorteile mit sich bringen, ermöglichen zweitere eine vollautomatische Etikettierung von Stapeln und Paketen.
Laser erhöhen Präzision und Geschwindigkeit
Von der Handarbeit zur automatisierten Fertigung: in der holzveratbeitenden Industrie kommen Laser und 3D-Programme zum Einsatz.
Nicht nur in der kreativen Gestaltung, sondern auch in der Industrie hat sich das Lasern von Holz als zuverlässige Methode der Bearbeitung etabliert. Lasermaschinen werden mittlerweile nicht mehr nur dazu verwendet, um Dekorationsartikel, Schmuck oder Fotos zu gravieren, sondern auch um Holz zu schneiden oder zu veredeln. Holzarten wie Sperrholz, Kork, HDF, Balsa oder MDF können mit Laser Cutter und Fräse präzise geschnitten werden, von sehr dünnen bis hin zu 20 mm-dicken Platten. Eigenschaften wie Materialfeuchte, Ölgehalt und Dichte sind für die Qualität des Endergebnisses relevant. Durch Automatisierung kann das Lasersystem optimal ausgelastet werden.
Stand vom 30.10.2020
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Portalkräne mit automatischen Abläufen
Auch klassische Rundholzplätze bieten grosses Potenzial für Automatisierungslösungen. So setzt beispielsweise ein deutsches Unternehmen seit kurzem auf eine Portalkrananlage mit hohem Automatisierungsgrad. Im Fokus stehen dabei zwei Kräne mit jeweils einer Tragfähigkeit von 21,5 Tonnen, die die gesamte Rundholzmanipulation übernehmen. Das heisst: jenen Prozess von der Entnahme der Baumstämme aus den Boxen über die Zwischenlagerung in den Poltern bis hin zur Beladung der Sägelinie. Der Vorteil: Die Kräne sind nicht nur in puncto Lärm optimiert und arbeiten besonders leise, sondern die Firma kann nunmehr auch weitgehend auf Bagger verzichten. Ebenso sind die Kräne mit einer Anti-Pendelausrichtung ausgestattet, und ein Anti-Kollisionssystem verhindert Zusammenstösse. All das erhöht nicht nur die Effizienz, sondern auch die Sicherheit am Rundholzplatz.
3D-Programme vereinfachen Planungsprozess
Um all dies korrekt planen zu können und die Maschinen richtig zu positionieren, setzen viele holzverarbeitende Unternehmen schon vorab auf eine weitere digitale Lösung: eine 3D-Fabriksimulation. Solche Programme ermöglichen wiederum ein optimales Positionieren aller Maschinen und Geräte und zeigen schon in der Planungsphase Mankos auf, die sogleich beseitigt werden können. <<