Dienstleistungsroboter Wo gibt es Wasser auf den Mond?

Redakteur: Jürgen Schreier

Gibt es Wasser auf den Mond? Diese Frage könnte ein intelligentes Roboterteam beantworten, das von Bremer DFKI-Wissenschaftler entwickelt wurde. Das Roboterduo soll am Südpol des Mondes in tiefen Kratern nach gefrorenem Wasser suchen.

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Am Boden abgesetzt, krabbelt CREX unter den Rover. An dessen Bauch befindet sich eine elektromechanische Schnittstelle. Hier kann der Kletterroboter andocken sowie Energie und Informationen mit Sherpa austauschen.
Am Boden abgesetzt, krabbelt CREX unter den Rover. An dessen Bauch befindet sich eine elektromechanische Schnittstelle. Hier kann der Kletterroboter andocken sowie Energie und Informationen mit Sherpa austauschen.
(Bild: DKFI/Florian Cordes)

Der vierrädrige Mondrover „Sherpa“ trägt den sechsbeinigen Kletterroboter „Crex“ über kilometerlange Strecken zum Kraterrand. Dort dockt sich der ameisenähnliche Crex ab und untersucht das Innere der Felsspalten. Das in seiner Mobilität einzigartige System wurde bereits in der 288 m² großen Weltraum-Explorationshalle des DFKI Robotics Innovation Center getestet.

Weltraum-Robotik bringt auch irdische Projekte voran

Die Forschergruppe um Prof. Dr. Frank Kirchner konstruierte und programmierte das Roboterteam über dreieinhalb Jahre im Projekt Rimres (Rekonfigurierbares Integriertes Mehr-Roboter Explorations-System). Den Auftrag für das mit 3,7 Mio. Euro dotierte Vorhaben gab die Raumfahrt-Agentur des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, finanziert mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Projektziel war es in einer Übungsmission auf der künstlichen Kraterlandschaft zu zeigen, dass heterogene Roboter gemeinsam komplexe Aufgaben autonom oder teilautonom bewältigen können.

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Dienstleistungsrobotik: Bildergalerie vom Robocup German Open 2012

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„Mit der Einführung von sich selbstständig rekonfigurierenden Systemen beschreitet die Raumfahrtrobotik neue Wege. Diese führen zu größeren Missionszielen, langfristigen Operationen und kostengünstigeren Einsätzen“, sagt Kirchner, wissenschaftlicher Verantwortlicher des Projekts. „Die in dieser Forschung entstehenden Basistechnologien dienen auch irdischen Einsätzen. Tiefsee-Explorationssysteme könnten zum Beispiel nach diesem Vorbild entwickelt werden.“

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