Besser Simulieren als Herumprobieren

Worauf es bei der Spritzgiesssimulation ankommt

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Entscheidende Bedeutung von Service und Support

«Die Spritzgiesssimulation ist ein sehr mächtiges Instrument, seine Bedienung erfordert jedoch Know-how und Erfahrung. Deshalb ist guter Support auch nach dem Kauf entscheidend», berichtet T. Wittmann. MF Software folge der Philosophie, dass man sich als Anbieter solch anspruchsvoller Softwarepakete aktiv darum kümmern müsse, dass die Kunden aus ihrem Einsatz auch den bestmöglichen Nutzen ziehen. In diesem Markt seien aus seiner Sicht Erfolg und Zufriedenheit der Kunden die entscheidenden Benchmarks für den eigenen langfristigen Erfolg.

Deshalb lege man bei MF Software grössten Wert darauf, die Kunden auch nach dem Kauf kontinuierlich zu fördern und zu unterstützen. Das beginne mit gestaffelten Schulungs- und Zertifizierungsangeboten, mit denen die Qualifikation der Anwender – parallel zum Aufbau entsprechender Einsatzerfahrung – schrittweise über mehrere Jahre hinweg gesteigert wird. Hinzu kommen Tagungen, auf denen Anwender über ihre Erfahrungen berichten und so ihren Kenntnisstand erweitern können. Ergänzt wird dies durch Engineering-Unterstützungen bei Problemfällen sowie das Angebot von «Feuerwehreinsätzen» z.B. bei momentaner Überlastung oder plötzlichem Ausfall von Schlüsselpersonal.

Von herausragender Bedeutung seien auch die Werkstoffdatenbanken, v.a. auch mit Blick auf die unabdingbare Pflegedynamik, weil die Werkstoffe ständig weiterentwickelt werden. Hier achte man deshalb sehr darauf, dass der Datenbestand in enger Kooperation mit den Rohmaterialherstellern ständig den neuen Gegebenheiten angepasst wird.

«Best Practice»-Tipps

«Aufgrund der Erfahrung mit zahlreichen Projekten und des engen Kontakts mit mehr als 400 Kunden können wir Neueinsteigern den einen oder anderen Praxistipp geben», erläutert T. Wittmann. Sehr empfehlenswert sei insbesondere, die Simulation in einem möglichst frühen Entwicklungsstadium zu etablieren und in diesem Zusammenhang v.a. die weniger erfahrenen Konstrukteure für kunststofftechnische und prozesstechnische Aspekte ihrer Tätigkeit zu sensibilisieren. Bewährt habe sich nach seiner Erfahrung, in der Entwicklungskette mindestens zwei Simulationsstufen vorzusehen und die Simulation von Artikel und Werkzeug konsequent zu trennen.

Die Simulation am Artikel sollte nach Möglichkeit immer im eigenen Hause durchgeführt werden. Für beide Stufen empfehle sich grundsätzlich die Vorgabe von detaillierten Pflichtenheften. Die entsprechenden internen wie ggf. externen Schnittstellen sollten unbedingt mit qualifiziertem Personal besetzt werden. Der ein Projekt bzw. ein Werkzeug vergebende Betrieb sollte ausreichendes Fachwissen besitzen, um die vom Werkzeugmacher oder Systemlieferanten eingeforderten, das Werkzeug betreffenden Simulationen auf Kompetenz und Effizienz sowie im Abgleich zu Musterungsergebnissen bewerten zu können.

Bei der Werkzeugsimulation sollte dem Werkzeugmacher ein Budget für die Simulation zur Verfügung gestellt werden, und zwar unabhängig vom Preis des Werkzeugs. Das Temperiersystem gehört unbedingt ins Pflichtenheft, und die Verzugsvorhaltung sollte unter Berücksichtigung des finalen Temperiersystemlayouts sowie des kompletten Anbindungssystems festgelegt werden.

Als persönliches Fazit, was den Nutzen von Simulationssoftware angeht, so T. Wittmann, zitiere er gern die Aussage von Dr.-Ing. Otto Kretzschmar, Senior Technical Expert for Plastics im Plastic Competence Center bei der Continental Automotive: «Wir haben durch den Einsatz der Simulationssoftware in unserem Hause Projekte realisiert, an die wir uns ohne Simulation nie herangewagt hätten.»

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