Seit den 1990er Jahren dreht sich hier alles um die Fahrradsicherheit: Das Zedler-Institut in Ludwigsburg (D) testet Fahrradbauteile und -prototypen und entwickelt mit grosser Leidenschaft eigene Prüfmaschinen, die weltweit in den Laboren grosser Fahrradmarken im Einsatz sind. Bei der Konstruktion der Fahrradprüfsysteme greifen die Ingenieure von Zedler seit rund 15 Jahren auch auf Norm- und Bedienteile von Norelem zurück.
Dirk Zedler, Gründer, Prüfexperte und Sachverständiger des Zedler-Instituts für Fahrradtechnik und -Sicherheit hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Er sagt: «Durch die grosse Auswahl von Norelem finden wir immer wieder neue Ansätze, mit denen wir unsere Anlagen optimieren können.»
(Bild: Zedler-Institut/Norelem)
Die Zedler – Institut für Fahrradtechnik und -Sicherheit GmbH mit Sitz in Ludwigsburg ist Teil der Zedler-Gruppe und seit 1994 auf die Entwicklung und den Bau von Prüfsystemen für Fahrräder und E-Bikes spezialisiert. Im firmeneigenen Prüflabor werden Fahrräder und Bauteile wie Rahmen, Lenker, Sattel oder Gepäckträger auf Betriebsfestigkeit untersucht – sowohl im Auftrag von Herstellern und Händlern bei der Prototypenprüfung als auch für Versicherungen und Gerichte im Rahmen von Gutachten bei Unfällen oder Schäden.
Neben der Durchführung von Tests entwickelt und produziert das Unternehmen eigene Prüfmaschinen, die weltweit in den Testlaboren führender Fahrradhersteller eingesetzt werden. Ergänzend erstellt das Institut normgerechte Bedienungsanleitungen und Handbücher für Fahrräder und E-Bikes. Mit inzwischen vier dynamischen Laboren und rund 50 Ermüdungs-Prüfsystemen sowie einer konsequent nachhaltigen Unternehmensausrichtung gilt die Zedler GmbH heute als weltweit anerkannter Partner für Qualität und Sicherheit in der Fahrradtechnik. «Wir sind ein klassischer ‹Hidden Champion› mit Kunden aus der ganzen Welt, obwohl wir in erster Linie in der Fahrradbranche bekannt sind», erzählt Dirk Zedler, Gründer, Prüfexperte und Sachverständiger des Zedler-Instituts.
Rad ist nicht gleich Rad – Anforderungen an Prüfsysteme
Fahrräder und Pedelecs sind in Bewegung, oft täglich und auf wechselndem Untergrund. Fahrradrahmen gibt es vom sehr kompakten Faltrad mit 16 Zoll kleinen Laufrädern über Lastenräder mit bis zu 2,15 m Radstand sowie vorne und hinten unterschiedlich grossen Rädern bis hin zu Tandems für zwei Fahrende. Hinzu kommt:
Cityräder haben oft ein tiefes Tretlager, damit man beim Anhalten an der Ampel bequem mit den Füssen auf den Boden kommt.
Mountainbikes (z. B. Enduro) dagegen brauchen viel Bodenfreiheit, damit die Pedale im Gelände nicht so leicht aufsetzen, selbst wenn die Federung einfedert.
Um verschiedene Geometrien, Radstände und Tretlagerhöhen exakt abbilden zu können, müssen Prüfsysteme also in hohem Masse verstellbar und gleichzeitig sehr steif und dauerhaft belastbar sein, da sie über viele Jahre hinweg präzise Kräfte auf die unterschiedlichsten Fahrradrahmen übertragen sollen.
Massgeschneiderte Prüftechnik auf höchstem Niveau
Um sicherzustellen, dass ein Rahmen diese Dauerbelastungen über Jahre hinweg aushält, gibt es eine klassische Prüfung in der Fahrradtechnik: die «Bottom Bracket Fatigue» (BBF) oder Tretlagerermüdungsprüfung. Das Tretlager ist einer der am stärksten beanspruchten Bereiche am Fahrrad und die Stelle, an der die Pedale über die Kurbeln mit dem Rahmen verbunden sind. Bei jedem Tritt entstehen wechselnde Drehmomente, Biege- und Torsionskräfte, die sich über lange Zeit summieren. Ohne ausreichende Stabilität könnten sich Risse bilden, die schliesslich zu Brüchen oder Ausfällen führen.
In seinem Prüflabor simuliert Zedler die Kräfte, die ein Mensch beim Treten in die Pedale erzeugt, die sogenannten «pedalierenden Kräfte». Dabei wird der Fahrradrahmen mit eingebautem Tretlager wiederholt künstlich belastet. So lässt sich feststellen, wie viele dieser Lastwechsel (Zyklen) er übersteht, bevor sich erste Schäden wie Haarrisse, Knacken oder Spiel im Lager zeigen. Das von Zedler entwickelte BBF-System zeichnet sich hier durch seine besondere Anpassungsfähigkeit an verschiedene Fahrradtypen und durch seine langlebige Konstruktion aus. Sobald alle Parameter justiert sind, reproduziert das Prüfsystem die Tretbelastung, die ein Fahrer über das Fahrradleben in den Rahmen einbringt, binnen etwa 24 Stunden.
Das Institut arbeitet ausschliesslich mit selbst entwickelten Prüfsystemen wie den «Performance»-Prüfmaschinen. Sie messen die Fahreigenschaften und auch die Eigenschaften einzelner Bauteile und liefern dabei belastbare Ergebnisse zu Fahrstabilität, Fahrsicherheit und Komfort unter vergleichbaren Bedingungen. Auch lassen sich Aussagen über die gleichmässig hohe Qualität einer Herstellungscharge treffen.
Starke Maschinen, zuverlässige Komponenten
Beim Bau der Prüfmaschinen verlässt sich Zedler nicht allein auf die hauseigene Expertise, sondern vertraut auch auf Partner wie Norelem und dessen umfangreiches Portfolio an Norm- und Bedienteilen für den Maschinen- und Anlagenbau oder anders: Hier finden sich eine Menge Ideen und Lösungen, die Zedler immer wieder inspirieren.
Norelem ist ein international tätiges Unternehmen mit Sitz in Markgröningen bei Stuttgart, das seit über 60 Jahren hochwertige Standardkomponenten und Systemlösungen für den Maschinen- und Anlagenbau liefert. Das Sortiment umfasst mittlerweile mehr als 130 000 Norm- und Bedienteile, darunter Aluminiumprofile, Gelenke, Steuerelemente und Spanntechnik sowie Mess- und Prüftechnik. Kostenfreie CAD-Daten, ein nutzerfreundlicher Onlineshop und die hohe Verfügbarkeit der Teile runden das Angebot ab.
Für die Konstruktion der Zedler-Prüfmaschinen greift man regelmässig auf Komponenten von Norelem zurück, wie es Firmengründer Dirk Zedler beschreibt: «Wir haben ganz klein angefangen und damals erstmal Klemmhebel bei Norelem bestellt, einen Klassiker aus dem Normteilsortiment. Und jetzt werden es immer mehr, auch ganze Systeme wie Linearführungen mit den entsprechenden Bremsen.» Die individuell gefertigten Prüfmaschinen entstehen so in einem «intelligenten Zusammenspiel aus Norelem Profilführungsschienen, Führungswagen, Klemmelementen für Profilführungsschienen, von uns gefertigten Sonderbauteilen, Profilen samt Zubehör eines gängigen Aluminiumprofil-Herstellers und Norelem Kleinteilen, wie zum Beispiel Klemmhebeln, verschiedenartigen Gelenkköpfen, Passschrauben und mehr.» Bei Zedler hat man festgestellt, dass sich durch die Verwendung von Norelem Normteilen die Lebensdauer der Prüfmaschinen deutlich verlängert und eine höhere Präzision erreicht wird. Damit werden folglich auch die Prüfergebnisse immer genauer und verlässlicher.
Stand vom 30.10.2020
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Keine Ermüdungserscheinungen: Wie man immer besser wird
Betritt man das Zedler-Institut, landet man unweigerlich auf dem sogenannten «Walk of Fail»: 30 Meter lang reihen sich gebrochene Fahrradbauteile aneinander – Teile, die nicht auf den Prüfmaschinen versagt haben, sondern draussen im Feld, auf der Strasse oder im Gelände. «Und genau daraus lernen wir», erklärt Dirk Zedler, «um unsere Prüfmaschinen und die Prüfprozedere noch solider aufzustellen und weiter zu verbessern.» Seit mittlerweile 15 Jahren vertraut das Unternehmen dabei auf die Partnerschaft mit Norelem: «Mit Norelem arbeiten wir eben schon so lange zusammen, weil wir durch die grosse Auswahl immer wieder neue Ansätze finden, mit denen wir unsere Anlagen optimieren können.»
Die Zusammenarbeit geht dabei weit über die reine Bauteilbelieferung hinaus. Zedler schätzt an den Normteilexperten «insbesondere die Zuverlässigkeit, die Liefertreue und das ganze Drumherum. Wir haben in unserer Gutachtensparte für die Fahrrad-Branche einige nicht so positive Erfahrungen mit Teilen aus Internetbörsen gemacht. Deshalb meiden wir ganz bewusst solche Quellen und setzen auf die Sicherheit und Qualität von Norelem.»
Und auch von Seiten des Lieferanten ist die Begeisterung spürbar. «Die Zusammenarbeit mit dem Zedler-Team ist für uns etwas Besonderes», betont Dirk Langenohl, Key Account Manager bei Norelem. «Es ist inspirierend zu sehen, wie unsere Standardteile in hochkomplexen Prüfmaschinen eingesetzt werden – und wie daraus am Ende ein Stück mehr Sicherheit für Radfahrer auf der ganzen Welt entsteht.»
Für beide Firmen ist klar, dass die Zusammenarbeit weitergehen wird. Zedler wächst stetig, entwickelt laufend neue Prüfsysteme und betreut immer mehr Hersteller. «Jedes Mal, wenn wir ein neues System bauen, lernen wir wieder etwas Neues aus dem Portfolio kennen – und das befruchtet uns dann wieder in der anderen Richtung. So wird unsere Partnerschaft mit Norelem immer intensiver», sagt Dirk Zedler mit Blick in die Zukunft.
Über Norelem
Norelem unterstützt Konstrukteure und Techniker im Maschinen- und Anlagenbau mit standardisierten Bauteilen bei der Realisierung ihrer Konstruktionslösungen. Im übersichtlichen Onlineshop sind über 130 000 Norm- und Bedienteile sofort verfügbar, inklusive kostenloser CAD-Daten für eine schnellere Konstruktion ohne Zeichnung oder Konfiguration.
Mit der «Norelem ACADEMY» engagiert sich Norelem ausserdem in der Nachwuchsförderung und bietet technische Schulungen, Seminare und Produktschulungen an.