ERP in der Praxis Zentral und übergreifend

Redakteur: Luca Meister

Die deutsche Axa Entwicklungs- und Maschinenbau GmbH steigt auf die ERP-Komplettlösung «Oxaion» um. Das Unternehmen will vor allem die Transparenz der Unternehmensabläufe verbessern. Wichtig dabei ist die Integration zur eingesetzten Konstruktionslösung «HiCAD» sowie das in Oxaion durchgängig integrierte Servicemanagement.

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Schwenkspindel für jede Position, horizontal und vertikal: Auf den VHC-Maschinen von Axa lassen sich Werkstücke in echter Fünf-Achs-Kinematik bearbeiten und eröffnen neue Möglichkeiten für die Komplettbearbeitung in nur einer Aufspannung.
Schwenkspindel für jede Position, horizontal und vertikal: Auf den VHC-Maschinen von Axa lassen sich Werkstücke in echter Fünf-Achs-Kinematik bearbeiten und eröffnen neue Möglichkeiten für die Komplettbearbeitung in nur einer Aufspannung.
(Bild: Axa)

mei. Die bisherige ERP-Software verfügte über keine CAD-Anbindung und die Servicekomponente war zu wenig in die Prozesse integriert. Doppeleingaben und redundante Daten waren also an der Tagesordnung, zudem waren die Bestandsinformationen kaum belastbar. «Wir brauchten ein zentrales ERP, mit dem wir alle Prozesse transparent steuern können, ob PDM, Lagerverwaltung, Fertigungsplanung oder Service», erklärt Markus Bense, ERP-Projektleiter bei Axa. Der Projektstart erfolgte im Sommer 2014, der Echtstart ist für Mai 2015 geplant.

Zwischen Konstruktion und ERP

Axa entwickelt Dreh- und Fräs-Bearbeitungszentren für komplexe Zerspanungsaufgaben in der metallverarbeitenden Industrie. In der Konstruktion werden die Maschinen kundenindividuell konfektioniert. Grundlage dafür ist ein komplexes Baukastensystem, auf das die Axa-Konstrukteure zurückgreifen können. Trotz des standardisierten Konstruktionsansatzes liegt der Anteil an Sonderauslegungen je nach Komplexität der Anforderung bei bis zu 30 Prozent, in Einzelfällen sogar noch deutlich darüber. «Bei uns ist keine Maschine wie die andere, deshalb ist eine Schnittstelle von PDM zu ERP extrem wichtig, um eine redundante Datenerfassung zu vermeiden und damit die Effizienz zu erhöhen», erklärt Markus Bense, Dipl.-Ing. für Maschinenbauinformatik.

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Die doppelte Datenerfassung in Konstruktion und ERP-System gehört schon bald der Vergangenheit an. Künftig werden dann die Daten nur einmal zentral in der Konstruktion erfasst – Stücklisten und Zeichnungen für die Fertigungsplanung werden direkt ans PPS übergeben. Dadurch müssen auch Artikelstämme demnächst nicht mehr doppelt in Konstruktion und ERP vorgehalten und gepflegt werden. In der Konstruktion können so die aus den 3D-Modellen generierten Stücklisten über das PDM-System weitestgehend automatisiert an Oxaion übergeben werden, das PPS erzeugt daraus die Arbeitspläne für die Fertigungsaufträge. Im Auftragsstücklistenarchiv von Oxaion findet sich stets die komplette Produktstruktur jedes Kundenauftrags im aktuellen Zustand, sämtliche Produktinformationen stehen dann auf Knopfdruck und ohne zeitaufwändiges Suchen zur Verfügung.

Service inklusive

Für den Maschinenbauer ist das Geschäft nicht mit dem Verkauf der Maschine beendet, sondern über die Folgejahre werden durch den Service neue Aufträge und Umsätze generiert, die eine sehr lange Kundenbindung mit sich bringen. Bei der Maschinenkonzeption arbeiten Hersteller wie Axa schon längst eng mit ihren Kunden zusammen. Das geht zum Teil so weit, dass der ganze Prozess mitgeliefert wird. Verlässt eine Werkzeugmaschine das Werk in Schöppingen, geht sie an den Kunden oft inklusive komplettem Werkzeugsatz, abgestimmt auf dessen CAD/CAM-Systeme. Dieser kann sich dadurch voll auf sein Kerngeschäft konzentrieren und sofort produzieren. «Unser ganzheitlicher Ansatz hört nicht mit der Auslieferung einer Maschine auf, sondern bezieht den Kundendienst von Anfang an über den gesamten Produktlebenszyklus mit ein», betont der ERP-Projektleiter. Deshalb sollten sich Inbetriebnahmen, Ersatzteillieferungen, Service- und Wartungsverträge, Vorort- und Werksreparaturen und falls erforderlich der Austausch oder Umbau (Overhauling und Retrofit) einer kompletten Maschine im ERP-System abbilden lassen.

Serviceberichte und die Dokumentation sind zwar schon im alten ERP vorhanden, die Einsatzplanung wird jedoch mit Excel organisiert. Das soll sich nun ändern. Für den Einsatz der mobilen Monteure plant Axa, das integrierte Servicemanagement in Oxaion zu nutzen. «Mit Oxaion bekommen wir jetzt alle Funktionen für unsere Serviceabwicklung integriert im ERP», betont Markus Bense. «Uns hat bei Oxaion gefallen, dass die komplette Serviceabwicklung inklusive Einsatzplanung und Geräteakte integrativer Bestandteil des ERP ist.»

Grafischer Einsatzplan und Geräteakte für Service-Techniker

Zentrales Werkzeug im Servicemanagement ist die integrierte grafische Personaleinsatzplanung. Als Grundprinzip visualisiert das Tool anhand Balken entlang des Zeitstrahls die Serviceeinsätze. In der Einsatzplanung werden Ressourcen, Monteure und Material den Serviceaufträgen übersichtlich zugeordnet. Die Prozesse werden damit weitestgehend automatisiert, der Serviceinnendienst ist stets aktuell informiert, beispielsweise für welche Aufträge die Monteure bereits eingeplant sind. Freie Kapazitäten können so neu geplant oder bereits geplante Einsätze bei Bedarf umgeplant werden. «Die integrierte Einsatzplanung mit Personal- und Materialzuordnung hat uns bei der ERP-Auswahl auf Anhieb überzeugt», resümiert der Maschinenbauinformatiker.

Für das effiziente Servicemanagement will der Maschinenbauer ausserdem die Geräteakte in Oxaion nutzen: Alle ausgelieferten Bearbeitungszentren sollen künftig in der Geräteakte übersichtlich abgebildet werden. Sie besteht aus einer Kombination von Teile- und Seriennummer und enthält relevante Informationen über die Spezifikationen und das Stücklistenarchiv. Zeichnungen, Dokumente, Details zu den Maschinen lassen sich über die Ablagenstruktur verwalten. Die benötigten Informationen stehen den Servicetechnikern somit jederzeit zentral zur Verfügung und tragen damit zur schnellen und kompetenten Betreuung der Kunden an der Servicehotline bei. Ein weiterer Vorteil: Über die Geräteakte können die angelegten Maschinen wie alle anderen Betriebsmittel auch nahtlos in ein Instandhaltungskonzept eingebunden werden. <<

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