Zu Besuch beim Generationen-Coach

03.12.2009 | Redakteur: Redaktion SMM

Im Rahmen der traditionellen Unternehmergespräche referiert Karl Zimmermann zum Thema «Erfahrungen eines Generationen-Coach» in der Innerschweiz. Vor kurzem traf ich Karl Zimmermann in Bern...Von Robert Z. Welna, Verbandsdirektor Swissmechanic-Dachorganisation

Karl Zimmermann und ich treffen uns an einem grauen Vormittag in seinem provisorisch eingerichteten Büro in seiner Firma an der Eymattstrasse in Bern-Bümpliz. Nach einer kurzen Besichtigung finden wir uns zum Gespräch an einem gemütlichen Bistrotisch bei Kaffee und Gipfeli zusammen. Neugierig, wie ich bin, interessiert mich zuerst, wie Karl Zimmermann zum Generationen-Coach «geworden» ist. In eine Unternehmerfamilie hineingeboren und darin aufgewachsen, habe er von Kindesbeinen an Unternehmerluft geschnuppert. Vor einigen Jahren übernahm er die Metallbaufirma seines Vaters in vierter Generation. Diese Übernahme sei nicht nur reibungslos verlaufen. Er selber, Karl Zimmermann, habe bereits damals einen Generationen-Coach beigezogen. Zwar kann Karl Zimmermann heute sagen, dass sich seine damalige Vision, das Geschäft mindestens so gut zu führen wie sein Vater, erfüllt habe, er aber auch Bedenken bei der Übernahme des elterlichen Betriebes hatte. Die Frage, wie sein Vater mit der neuen Situation umgehen wird, ob er Macht und Verantwortung wird abgeben können, ob er eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung finden würde, und viele mehr waren alles wichtige und entscheidende Fragen. Diese konnten nur in harten Auseinandersetzungen gelöst werden. Aus heutiger Sicht und seinen zahlreichen Erfahrungen als Berater stellt Karl Zimmermann fest, dass er in seinem Fall viel früher eine externe Hilfe hätte hinzuziehen sollen.

Der Unternehmer hat seine eigene Geschäftsübergabe auch bereits geregelt. Dabei war ihm äusserst wichtig, dass durch die Nachfolgeregelung seines «Kindes», der Firma, und damit natürlich auch seinen Mitarbeitern eine nachhaltige Zukunft gesichert ist. Bei diesem Prozess waren alle am Unternehmen beteiligten Familienmitglieder, sowie alle Familienmitglieder der Nachfolger jeweils an den Zusammenkünften dabei und liessen sich durch einen unabhängigen Coach leiten, damit auch unangenehme Fragen gestellt und heikle Themen angesprochen werden konnten. Dass sein Nachfolger sich dasselbe Ziel gesetzt hat wie er sich damals bei seiner Übernahme, freut Karl Zimmermann besonders. Seinem Nachfolger möchte Karl Zimmermann im Besonderen das Folgende weitergeben: Sich immer wieder die Zeit zu nehmen, um sich frei von Störungen über die Zukunft des Unternehmens Gedanken zu machen, denn viele Probleme entstehen in einer Firma nur, weil man in der Hektik des Alltags die Worte zueinander nicht findet und aneinander vorbeiredet.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor des Unternehmens liegt heute und auch in der näheren und ferneren Zukunft im Unternehmergeist. Diese Kraft ist es, die Karl Zimmermann, seine Mitarbeiter und seinen Geschäftsnachfolger antreiben!

Als Unternehmer weiss er, mit welchen Problemen und Sorgen viele KMU zu kämpfen haben, insbesondere wenn es um eine Nachfolgeregelung geht. Mit seinem Freund Andreas Weber habe Karl Zimmermann immer wieder über Probleme und Sorgen von KMU gesprochen, und wie man diese lösen und ausmerzen könnte. Zusammen sind sie auf die Idee gekommen, selber eine Firma zu gründen, mit dem Ziel, anderen KMU bei der Nachfolgeregelung eines Familienunternehmens mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Das Ziel ist, die Zukunft der KMU sicherzustellen. In der Tat befassen sich pro Jahr ca. 10000 KMU mit der Nachfolgeregelung, wovon ca. 3000 Firmen endgültig ihre Tore schliessen müssen.

Die Aufgabe des Generationen-Coachs ist ganz einfach: Er hört, denkt und spricht mit. Nimmt ein Familienunternehmen Kontakt zum Generationen-Coach auf, findet darauf ein erstes Schnupper-Gespräch statt. Dabei ist es wichtig herauszufinden, wie gross das zu lösende Problem ist, worin es liegt und vor allem, wie die Zukunft der Firma aussehen soll. Bei einem weiteren Gespräch, das auf neutralem Boden stattfindet, treffen sich alle betroffenen Familienmitglieder und Geschäftsleitungsmitglieder inkl. PartnerIn. In diesem Gespräch werden ALLE Wünsche angehört. Jede einzelne Person soll seine Meinung äussern, soll wahrgenommen werden. Der Generationen-Coach stellt Fragen, hört vorallem zu und protokolliert das Gespräch. Das ist äusserst wichtig, denn nur so können auch Nägel mit Köpfen gemacht werden. Ein kurzer Abriss der Firmengeschichte gehört da genauso dazu, wie die Situation der Firma in Organisation und Firmenpolitik. Karl Zimmermann ist überzeugt, dass «ein guter Rat am Anfang besser ist als am Ende». Deshalb findet er es überaus wichtig, dass die Firma genügend Zeit für die Nachfolgeregelung einberechnet.

Was macht der Generationen-Coach anders als zum Beispiel ein Notar, eine Versicherung oder eine Bank? Ganz einfach: Der Generationen-Coach ist selber Unternehmer, kennt die Probleme der KMU vom selben Blickwinkel. Er versteht sein Gegenüber, er spricht dieselbe Sprache. Eine Bank oder Versicherung konzentriert sich in der Nachfolge auf finanzielle Themen wie Finanzierung, Altersvorsorge, Steuern usw. Für den Generationen-Coach liegt der Schwerpunkt auf der zwischenmenschlichen und persönlichen Seite.

Wenn Karl Zimmermann mit seinem Team dazu beitragen kann, dass dies gelingt, ist sein Ziel erreicht. Die Zukunft der Firma ist gesichert, somit Arbeitsplätze und Familieneinkommen.

Ich bin erstaunt und beeindruckt, wie vielseitig, persönlich und intensiv die Arbeit von Generationen-Coach Zimmermann ist. Der 51-Jährige betätigt sich mit Herzblut, Humor und dem nötigen Ernst an dem Ziel, dass KMU auch in der nächsten Generation weiterbestehen! Besonders wichtig ist ihm das Vertrauensverhältnis, zu seinen Klienten. Die Zukunft der Unternehmen steht dabei stets im Mittelpunkt.

Weitere Infos: www.generationen-coach.ch

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