Siams 2016 Zusätzlicher Frontapparat verkürzt Bearbeitungszeit

Redakteur: Anne Richter

Die Traub TNL32-11 ist die neueste Erweiterung der erfolgreichen Lang-/Kurzdrehautomaten-Baureihe Traub TNL32. Ihr markantes Kennzeichen ist ein auf einem Kreuzschlitten montierter Frontapparat, der die Zahl der Linearachsen der Maschine auf elf erhöht. So kann die leistungsstarke Traub TNL32-11 drei Werkzeuge simultan und doch völlig unabhängig voneinander zum Einsatz bringen. Das spart Bearbeitungszeit – vor allem bei Bauteilen mit hohem Bohranteil.

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Markantes Merkmal der Traub TNL32-11 ist der Frontapparat, der 8x Werkzeugstationen - davon 4x angetrieben - ausgestattet ist.
Markantes Merkmal der Traub TNL32-11 ist der Frontapparat, der 8x Werkzeugstationen - davon 4x angetrieben - ausgestattet ist.
(Bild: Traub)

ari. Die Traub TNL32-Baureihe hat sich innerhalb kurzer Zeit erfolgreich im Markt etabliert. Drei verschiedene Modelle – die TNL32-7B, die TNL32-9 und die TNL32-9P – decken breitgefächerte Marktbedürfnisse ab. Sie alle haben erklärende Produktbezeichnungen: So steht die 32 für den Stangendurchlass, die Zahlen 7 sowie 9 geben die Zahl der linearen Achsen an, das B steht für eine zusätzlich B-Achse und das P für Maschine mit Steuerung TX8i-p. So ist es offensichtlich, dass das vierte Mitglied dieser Drehmaschinenfamilie, die TNL32-11, zwei zusätzliche lineare Achsen bekommen hat.

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Wie die TNL32-9 verfügt die TNL32-11 über einen in Z-Achse beweglichen Spindelstock, einen oberen und baugleichen unteren Revolver mit X-, Y- und Z-Achse sowie eine in X- und Z-Richtung verfahrbare Gegenspindel. Neu hinzugekommen ist ein Frontapparat, der auf einem zusätzlichen in X- und Z-Achse verfahrbaren Kreuzschlitten sitzt. Er stellt dem Anwender weitere, frei positionierbare Werkzeuge zur Verfügung und ermöglicht, dass gleichzeitig bis zu drei Werkzeuge simultan und unabhängig im Eingriff sein können.

Hohe Flexibilität durch interpolierbare Y-Achse im Frontapparat

Zusätzlich zu den beiden linearen Achsen X und Z verfügt der Frontapparat über eine CNC-Rundachse. Durch die Interpolation der Rundachse mit der X-Achse und der C-Achse der Hauptspindel kann mit dem Frontapparat mittels einer interpolierten Y-Achse auch in Y-Richtung gearbeitet werden. Besonderer Vorteil: Wenn ein Bohrwerkzeug exakt mittig auskorrigiert werden muss, lassen sich die notwendigen Korrekturen einfach über die CNC-Steuerung vornehmen. Das kann bei kleinen Teilen hilfreich sein, die schon auf minimale Abweichungsfehler sehr empfindlich reagieren. Der grosse Flugkreis der Werkzeugaufnahmen des Frontapparates wurde bewusst gewählt: Durch seine grosszügige Gestaltung ist eine zeitgleiche und kollisionsunkritische Bearbeitung gemeinsam mit den beiden Werkzeugrevolvern an der Hauptspindel möglich.

Acht zusätzliche Werkzeuge plus eine Greiferstation

Mit dem Frontapparat stehen insgesamt acht zusätzliche Werkzeugplätze zur Verfügung. Hiervon jeweils vier Werkzeugplätze zur Aufnahme von feststehenden Werkzeugen und vier Werkzeugplätze für den Einsatz von angetriebenen Werkzeugen. Weiter ist eine Station für einen Werkstückgreifer vorhanden, um ein bearbeitetes Werkstück aus der Gegenspindel zu entladen. Ein zeitsparender Vorteil: Denn während das fertige Werkstück aus der Gegenspindel abgeführt wird, kann das Folgeteil an der Hauptspindel schon wieder mit zwei Werkzeugen bearbeitet werden.

Der Werkzeugantrieb im Frontapparat ist mit bis zu 3,4 kW Leistung und einer Maximaldrehzahl von 12 000 Umdrehungen überaus produktiv und leistungsstark dimensioniert. Die Werkzeughalter sind mit einem Aufnahmeschaftdurchmesser von 36 mm sehr robust und steif ausgeführt. An jeder Station steht – einzeln ansteuerbar – ein Kühlmitteldruck bis zu 80 bar zur Verfügung. Eine angetriebene Station kann als Tieflochbohrstation mit einer Kühlmittelversorgung bis 120 bar genutzt werden. Der Frontapparat lässt sich bei der Fertigung von langen Bauteilen auch als Reitstock nutzen.

Grosser Arbeitsraum, geringer Platzbedarf

Neben dem Vorteil des Frontapparates hat der Traub-Lang-/Kurzdrehautomat TNL32-11 weitere Vorzüge zu bieten, die für die gesamte Baureihe gelten. Der Arbeitsraum ist durch seine hohe und breite Schiebetür für den Bediener leicht zugänglich, was Einrichte- oder Umrüstarbeiten erleichtert. Über ein grosses Sichtfenster lässt sich der Zerspanungsprozess gut im Blick behalten. Durch den grossen Z-Verfahrweg des Spindelstockes können die Maschinen problemlos und absolut gleichberechtigt für das Lang- oder das Kurzdrehen eingesetzt werden. Der Umrüstaufwand beträgt hierbei weniger als 15 Minuten.

Die Maschinen der TNL-32-Reihe sind äusserst kompakt aufgebaut, wozu unter anderem der im oberen Bereich der Maschine integrierte Schaltschrank beiträgt. Ein weiteres Plus: Mit nur wenigen Handgriffen lässt sich im Servicefall die rückseitige Verkleidung lösen und die volle Zugänglichkeit zu den mechanischen Baugruppen herstellen. Die hydraulischen und pneumatischen Komponenten sind ebenfalls auf der Rückseite der Maschine frei zugänglich angeordnet und mit einem Blick leicht zu erfassen.

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