>> Arbonia Forster auf dem Prüfstand
Die Arbonia Forster Holding AG leidete im 1. Halbjahr 2011 stark unter dem harten Franken und unter hohen Rohstoffpreisen, was sich negativ auf das Unternehmensergebnis auswirkte. Der neue CEO, Daniel Frutig kündigte eine Überprüfung aller Divisionen an.
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Die AFG Arbonia-Forster-Holding AG weist im 1. Halbjahr 2011 trotz einer währungsbereinigt deutlichen Umsatzsteigerung um 6.4% (+1.0% effektiv) einen rückläufigen EBIT von CHF 10.9 Mio. (Vorjahr CHF 15.2 Mio.) und ein ebenfalls schwächeres Unternehmensergebnis von CHF 1.4 Mio. (CHF 1.3 Mio.) aus. Zurückzuführen ist das vom Unternehmen selber als "enttäuschend" bezeichnete Ergebnis auf die Belastungen durch den starken Schweizer Franken und die spürbare Zunahme der Rohstoffpreise. Die neue Führung der AFG mit dem seit 1. Juni 2011 amtierenden neuen CEO Daniel Frutig und dem neuen Verwaltungsratspräsidenten Paul Witschi ist aufgrund einer ersten Analyse zum Schluss gekommen, dass das Unternehmen unabhängig von den gegenwärtigen, wettbewerbsverzerrenden Währungsverhältnissen und der resultatmässig unbefriedigenden Entwicklung der Gruppe unverändert über sehr gute Grundlagen und hohe unausgeschöpfte Potenziale in allen Divisionen verfügt. Sie ist zuversichtlich, trotz dem schwachen Start im laufenden Geschäftsjahr das Vorjahresergebnis erreichen zu können. Aufgrund der unbefriedigenden Ertragsentwicklung im 1. Halbjahr hat sie entschieden, in den kommenden Monaten alle Bereiche der AFG auf den Prüfstand zu stellen.
Naturgemäss war die Division Heiztechnik und Sanitär am stärksten durch den Kostenschub bei vielen Rohstoffen, namentlich dem Stahl, belastet. Auch die Division Stahltechnik litt unter der Tatsache, dass sich die Stahlpreise nur quartalsweise durch entsprechende Kontrakte absichern lassen, währenddem grosse Abnehmer fixe Preise auf sechs Monate hinaus verlangen.
Die drastisch zuungunsten des Schweizer Produktionsstandortes veränderten Wechselkurse führten zu einer Margen-Erosion der weitgehend aus der Schweiz heraus tätigen Geschäftseinheiten (Stahltechnik, teilweise Oberflächentechnologie). Bei grösseren Objekten in der Division Küchen und Kühlen kam es auch zu einer stärkeren Konkurrenzierung im Heimmarkt Schweiz durch ausländische Anbieter.
Entschlossenes Angehen der Probleme
Der gegenwärtig hohe Wettbewerbsdruck, ausgelöst durch die negativen Währungsrelationen und die anziehenden Rohstoffpreise, lässt strategische Schwächen sowie strukturelle und organisatorische Mängel erkennen. Verwaltungsrat und Konzernleitung unter der Führung des neuen CEO haben deshalb gemeinsam entschieden, in den kommenden Monaten bei der AFG alles auf den Prüfstand zu stellen. Eine Durchleuchtung sämtlicher Divisionen auf mögliche Verbesserungen namentlich auf der Kostenseite, aber auch zur Beschleunigung von Wachstum durch Innovationen, hat hohe Priorität. Der Verwaltungsrat ist willens, dazu gegebenenfalls entsprechende Investitionen zu tätigen. Auch selektive Akquisitionen sind nicht ausgeschlossen.
Um die Abhängigkeit vom Schweizer Franken zu reduzieren und in der Absicht, die bestehenden und im Aufbau befindlichen Brückenköpfe der AFG namentlich in Asien für alle Divisionen zu nutzen, soll zudem der Umsatzanteil ausserhalb der Heimmärkte von aktuell 23 Prozent über die Jahre auf rund 40 Prozent gesteigert werden. Mit diesen Massnahmen sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, damit die AFG wieder nachhaltig Wert generieren kann. Erste Resultate dieser Massnahmen sind noch in diesem Jahr zu erwarten. Der Grossteil dürfte aber nicht vor 2012 wirksam werden.
Da die höheren Gestehungskosten auch weiterhin nicht in vollem Umfang auf die Preise überwälzt werden können, dürfte die Ertragslage mindestens im laufenden Jahr angespannt bleiben. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass das zweite Halbjahr saisonal bedingt stärker verläuft als das erste. Das Unternehmen ist deshalb und aufgrund der verschiedenen ergriffenen Sofortmassnahmen zuversichtlich, das Vorjahresergebnis trotz dem schwachen Start im laufenden Geschäftsjahr erreichen zu können. Zu diesen Sofortmassnahmen gehört unter anderem auch der beabsichtigte Abbau des europäischen Fuhrparks der AFG Tochtergesellschaft Asta AG Arbon. Aufgrund der hohen Personalkosten und der Wechselkursentwicklung insbesondere beim Euro ist dieser Teil des Geschäfts der Asta AG Arbon nicht mehr konkurrenzfähig. Unter dem Vorbehalt der gesetzlichen Mitwirkungsrechte der betroffenen Mitarbeitenden sollen die 17 mit dem europäischen Fuhrpark verbundenen Arbeitsplätze aufgehoben werden. Die auf die Schweiz ausgerichteten Logistikaktivitäten der Asta AG Arbon sind von dieser geplanten Massnahme nicht betroffen.<<
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