Logistik-Management 35. Zürcher Logistik-Kolloquium

Redakteur: Sergio Caré

Seit nunmehr 35 Jahren eine Erfolgsgeschichte: das Zürcher Logistik-Kolloquium (ZLK). Die diesjährige Ausgabe stellte die Logistik-Prozesse in den Fokus. Veranstalter sind die Dr. Acél & Partner AG zusammen mit dem Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik der ETH Zürich

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Alexandra Ottong von MAN Diesel & Turbo Schweiz AG über Sondermaschinenbau im Herzen von Zürich
Alexandra Ottong von MAN Diesel & Turbo Schweiz AG über Sondermaschinenbau im Herzen von Zürich
(Bild: Dr. Acél & Partner)

70 Gästen fanden sich am 35. ZLK im Dozentenfoyer der ETH Zürich ein. Als erste Referentin sprach Alexandra Ottong von MAN Diesel & Turbo Schweiz AG, MAN Energy Solutions, über «Sondermaschinenbau im Herzen von Zürich – Industrie 4.0, Produktion und Logistik im Verbund». MAN lieferte zwei Kompressoren, die in einer Station 260 Meter unter dem Meer stehen. Sie fördern Gas 200 Kilometer vor der Küste Norwegens. Die Grösse der Kompressoren machte den Transport ausgehend von der zentralen Stadtlage der Fertigungshallen sehr anspruchsvoll. Laut Ottong können anderswo designte Produkte ohne Weiteres auch in der Schweiz hergestellt werden. Sie hielt fest, dass das «Made in Switzerland» auch heute ein Qualitätskriterium ist, welches bei Kunden sehr gut ankommt.

Mit dem Warentransport der Zukunft befasste sich der Vortrag «Digital Innovation in Supply Chain Management – The Day when 3rd Party Logistic Providers Move Data instead of Freight». Dazu sprachen Philipp Müller, Walter Isler sowie Christoph Lienhard von der Panalpina-Gruppe. Heute organisieren menschliche Disponenten die Reise von Waren über zahlreiche Grenzen hinweg und mit der richtigen Reaktion auf Hindernisse wie beispielsweise verspätete Flüge oder Lkw-Transporte. Transportbegleitend entstehen schon heute grosse Datenmengen, die beispielsweise von Datenloggern an der Ware gewonnen werden. Künftig werden jedoch immer mehr Waren mit leistungsfähigen Sensoren versehen. Das auf dieser Basis entstehende Internet of Things wird smarte Funktionen gestatten. Waren können ihre Reise dann «selbstständig» organisieren und benötigen keine Transportdisponenten in Büros, die das für sie erledigen.

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Das dritte Referat hielt Norbert Spirig des Universitätsspitals Basel über die «Externalisierung der Reproduktionsklinik – Entflechtung Frauenklinik, Bau und Betrieb für neue Gesetze». Auslöser für das Umzugsprojekt der Reproduktionsklinik war die Raumnot in einem 20-jährigen Gebäude, welches man sich mit der Frauenklinik teilte. Nach der Neudimensionierung anhand künftiger Bedürfnisse erfolgte der Umzug in ein separates Gebäude, welches gut an den ÖV angebunden war und genauso eine Tiefgarage mit diskretem Zugang hatte. Mit Blick auf die Logistik ergaben sich einige Herausforderungen, insbesondere für den Transport sensibler biologischer Proben. Hier nutzt man noch die Dienste von Velokurieren, da ein Zeitfenster von rund 60 Minuten inkl. Analyse eingehalten werden muss. Das Umzugsprojekt lohnte sich laut Spirig rasch. Das Bauprojekt blieb zudem unter dem vereinbarten Kostenrahmen und die Betriebskosten am neuen Standort sind geringer. Nach einer abschliessenden Diskussionsrunde genossen die Gäste einen Apéro riche und die hervorragende Aussicht auf die Stadt Zürich. SMM

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