Solarenergie in Indien

648-Megawatt-Solarkraftwerk geht in Indien ans Netz

| Redakteur: Sergio Caré

Das Solarkraftwerk in Kamuthi mit einem Umspannwerk von ABB liefert bei voller Last 10 Prozent der gesamten indischen Solarenergie.
Das Solarkraftwerk in Kamuthi mit einem Umspannwerk von ABB liefert bei voller Last 10 Prozent der gesamten indischen Solarenergie. (Bild: ABB)

Weltweit hat der Milliardenstaat das grösste Ausbauprogramm für Solarstrom nach China. Vor kurzem wurde nun ein neues Solarkraftwerk mit 648 Megawatt (MW) Leistung an das nationale Netz angeschlossen. Für das riesige Solarkraftwerk in Kamuthi im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu mussten laut ABB fünf Umspannwerke in Betrieb genommen werden.

Als besonders klimafreundlicher Staat ist Indien nicht bekannt. Im Vergleich zu Deutschland produziert die indische Republik doppelt so viel CO2. Indien investiert darum seit langem wie kein anderer in erneuerbaren Energien. 2010 startete die Regierung eigens ein Solarenergieprogramm, um unabhängiger von Kohle und Öl zu sein und um der Klimaverschmutzung Einhalt zu gebieten. Weltweit hat der Milliardenstaat das grösste Ausbauprogramm für Solarstrom nach China. Vor kurzem wurde nun ein neues Solarkraftwerk mit 648 Megawatt (MW) Leistung an das nationale Netz angeschlossen (ca. halbe Leistung des AKW Leibstadt). Es wird rund 10 Prozent der gesamthaften indischen PV-Leistung beisteuern bzw. 150 000 Haushalte mit Energie beliefern.

Fünf Umspannwerke

Für das riesige Solarkraftwerk in Kamuthi im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu mussten laut ABB fünf Umspannwerke in Betrieb genommen werden. Das Projekt unterstützt die Pläne Indiens, die Solarkapazitäten bis 2022 auf 100 Gigawatt (GW) auszubauen. Im Mai erreichte die installierte PV-Leistung 7,5 GW, davon wurden rund 2,2 GW im laufenden Jahr errichtet – mehr als im Gesamtjahr 2015. Auf diese Weise soll der Energiemix diversifiziert werden, um den wachsenden Energiebedarf des Landes zu decken und gleichzeitig die Umweltbelastung zu reduzieren. Im Rahmen dieses Vorhabens hat die indische Regierung ein Programm aufgelegt, das innerhalb von fünf Jahren die Errichtung von 25 Solarkraftwerken mit einer Leistung zwischen 500 und 1000 MW vorsieht.

Chancen für europäische Firmen

Doch mit Solarkraftwerken ist in Indien kaum mehr Geld zu verdienen. Die Preise fallen und bringen Solarfirmen wie Sun­Edison in arge Probleme. Kein Problem, meint dagegen der Chef des Schweizer Zulieferer-Konzerns ABB Ulrich Spiesshofer gegenüber dpa in Neu Delhi: «Die Preise, zu denen die Projekte in Indien vergeben werden, sind massiv gefallen.» Bei der Vergabe eines Solarkraftwerks wird ein Einspeisepreis pro Kilowattstunde festgelegt, den die Regierung den Betreibern garantiert. Dieser garantierte Preis hat sich in den vergangenen zwei Jahren durchschnittlich halbiert – auf zum Teil weniger als 6 Cent pro Kilowattstunde. Für europäische Unternehmen liegt die Chance laut Spiesshofer deshalb vor allem darin, sich bei der Verteilung und Steuerung des Solarstroms zu positionieren, nicht bei dessen Erzeugung. «Aber natürlich gibt es auch da Preisdruck.» -sc-

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