Massstab für nachhaltige Energieversorgung in Logistikzentren weltweitRolls-Royce und Duisport eröffnen CO2-neutrales, autarkes Energiesystem für neues Hafenterminal
Rolls-Royce und die Duisburger Hafen AG haben Anfang Juli 2025 ein CO2-neutrales und autarkes Energiesystem für das neue Duisburg Gateway Terminal eröffnet. Kernkomponenten sind zwei mtu-Blockheizkraftwerke (BHKWs), die für einen Betrieb mit 100 Prozent Wasserstoff entwickelt wurden und hier erstmals weltweit zum Einsatz kommen. Ergänzt wird das System durch ein mtu-Batteriespeichersystem, mtu-Brennstoffzellensysteme und eine Photovoltaikanlage, die über ein intelligentes Energiemanagementsystem integriert ist.
Rolls-Royce und die Duisburger Hafen AG haben am 8. Juli 2025 ein autarkes und CO2-neutrales Energiesystem für das neue Duisburg Gateway Terminal eröffnet. Rolls-Royce hat dafür mtu-H2-Blockheizkraftwerke, ein mtu-«EnergyPack»-Batteriespeichersystem und mtu-Brennstoffzellensysteme geliefert. Im Bild bei der Eröffnung (v. l. n. r.): Markus Bangen (CEO Duisport), Viktor Haase (AR-Vorsitzender Duisport und Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen), Prof. Dr. Manfred Renner, Institutsleiter Fraunhofer Institut Umsicht, Michael Stipa (Senior Vice President Geschäftsentwicklung & Produktmanagement Stationäre Energielösungen bei Rolls-Royce), Armin Fürderer (Vice President Sustainable Customer Solutions Rolls-Royce) und Alexander Garbar (Head of Corporate Development Duisport).
(Bild: zvg Rolls-Royce Power Systems AG)
Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Leuchtturmprojekt Enerport II setzt neue Massstäbe für nachhaltige Energieversorgung in grossen Logistikzentren und gilt als Modell für andere Häfen, Infrastrukturprojekte und Industrieanlagen. Projektpartner sind unter anderem das Fraunhofer Institut Umsicht, Westenergie Netzservice GmbH, Netze Duisburg GmbH, Stadtwerke Duisburg AG und Stadtwerke Duisburg Energiehandel GmbH.
«Die Eröffnung dieses CO2-neutralen Energiesystems im Duisburg Gateway Terminal ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer klimafreundlicheren, resilienten Energieversorgung. Gemeinsam mit unserem Partner Duisport zeigen wir, wie skalierbare Technologien von Rolls-Royce konkret zur Transformation kritischer Infrastrukturen beitragen können – und damit auch zur Umsetzung der Energiewende», erklärt Dr. Jörg Stratmann, CEO von Rolls-Royce Power Systems.
CO2-neutrale Energieversorgung – ein Wettbewerbsvorteil
«Nachhaltigkeit ist ein integraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie und damit Verpflichtung, verantwortungsvoll und zukunftsgerichtet zu agieren. Mit diesem autarken und CO2-neutralen Energiesystem haben wir zudem einen klaren Wettbewerbsvorteil», erklärt Markus Bangen, CEO der Duisburger Hafen AG. Einen Teil der Energie für das neue 33 Fussballfelder grosse Duisburg Gateway Terminal im Duisburger Hafen liefert eine 1,3 MWp Photovoltaikanlage. Überschüssiger Strom wird im mtu EnergyPack gespeichert und dann zur Verfügung gestellt, wenn die Sonne nicht scheint. So kann die Deckung des Eigenverbrauchs durch die PV-Anlage erhöht und Lastspitzen reduziert werden. Bei geringer oder keiner Stromproduktion durch Photovoltaik liefern die wasserstoffbetriebenen mtu-Brennstoffzellensysteme und die mtu-Wasserstoff-Blockheizkraftwerke CO2-frei Strom und Wärme. Ein intelligentes Energiemanagementsystem koppelt dabei die verschiedenen Energieanlagen und -speicher zur Versorgung der Verbraucher auf dem Terminal – dazu gehören Krananlagen, Ladesäulen und Landstrom. Darüber hinaus wird auch eine zukünftige Versorgung angrenzender Quartiere theoretisch betrachtet. «Unser Microgrid läuft zuverlässig und zeigt, dass es möglich ist, so ein grosses Hafenterminal völlig autark mit grüner Energie zu versorgen», erklärt Alexander Garbar, Head of Corporate Development Duisport.
Meilenstein für Rolls-Royce: erste 100%-Wasserstoff-BHKWs im Einsatz
Mit dem Vorzeigeprojekt Enerport setzt Rolls-Royce seine ersten beiden weiterentwickelten 12-Zylinder-Gasmotoren der mtu-Baureihe 4000 für eine CO2-neutrale Energieversorgung mit 100 Prozent Wasserstoff als Kraftstoff ein. In Duisburg zeigen sie, wie auch schon bei den Tests zuvor, sehr gute Eigenschaften in Bezug auf Leistung, Effizienz und Emissionen. Die Motoren stellen jeweils die gewünschte Leistung von einem Megawatt bereit. Doch dabei wird es nicht bleiben: In einem Konsortium mit fünf Unternehmen und Forschungsstellen hat Rolls-Royce begonnen, die notwendigen Technologien für noch effizientere Wasserstoffverbrennungsmotoren zu entwickeln, die zukünftig die gleiche elektrische Energie erzeugen sollen, wie bei aktuell verfügbaren Erdgas-BHKWs im grösseren Leistungsbereich (bis 2,5 MW).
Zuverlässige und flexible Gasmotorenkraftwerke als Rückgrat für die Energiewende bis Wasserstoff verfügbar ist
Im Zuge des Ausbaus erneuerbarer Energien hat die deutsche Bundesregierung sich mit der Kraftwerksstrategie für den notwendigen Bau von weiteren Gaskraftwerken entschieden. Modulare Gaskraftwerke und kleinere, dezentrale Gasmotorenanlagen können die, je nach Wetterlage schwankende Einspeisung von Wind- und Solarstrom ins Netz besonders flexibel ausgleichen und effizient dazu beitragen, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. mtu-Gasmotoren von Rolls-Royce sorgen in Europa bereits vielerorts für zuverlässige Strom- und Wärmeversorgung. In Grossbritannien unterstützt sogar eine Flotte von mehr als 500 mtu-Gasaggregaten die britische Energiewende. «Sobald eine ausreichende Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff sichergestellt ist, können mtu-Gasaggregate wie in Duisburg mit 100 Prozent Wasserstoff oder auch mit einer Wasserstoff-Beimischung zudem erheblich zur CO2-Reduzierung beitragen», erklärt Michael Stipa, Senior Vice President Business Development und Product Management für den Bereich stationäre Energielösungen bei Rolls-Royce.
H2-BHKWs auf Basis von 2 x 12V4000-mtu-Motoren El. Leistung: 2 x 931 kW Th. Leistung: 2x 748 kW2
H2-mtu-Brennstoffzellen-Systeme Typ: PEM-Brennstoffzellen El. Leistung: 6 x 110 kW
(neu)
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Stand vom 30.10.2020
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