4. SMM-Kongress A. Bättig: «Alle verstehen etwas anderes darunter»
Die Erowa AG hat sich unter anderem auf die Automation in der Fertigungsindustrie spezialisiert. Alois Bättig (Verkaufsleiter Schweiz) kennt die Branche seit Jahren und berät Unternehmen, ihre Produktion zu perfektionieren, von der Einzelteilfertigung bis hin zu mittleren und grösseren Serien. Wie er Industrie 4.0 definiert und welche Vorläufer es aus seiner Sicht gab, lesen Sie im Interview.
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SMM: Einige unserer Kongressteilnehmer sagten mir, sie hätten sich extra angemeldet, um zu erfahren, was genau Industrie 4.0 bedeutet. Wie würden Sie es aus Erowa-Sicht einordnen?
Alois Bättig: Industrie 4.0 ist ein Begriff, der vor allem in Deutschland verwendet wird und welcher von der Politik ausgeschlachtet wird. Tönt gut, aber alle verstehen etwas anderes darunter. Gemäss Wikipedia gibt es hierfür eine Definition. Aus unserer Sicht könnte man ein bisschen von «alter Wein in neuen Schläuchen» sprechen. Wir haben zusammen mit der NC Gesellschaft vor 14 Jahren mit unserem JMSPro die vernetzte, papierlose Werkstatt propagiert, damals an der EMO in Hannover. Vielleicht kann man dies als Vorläufer von Industrie 4.0 deuten. Mit der heutigen Kommunikationstechnik erhält man die Vernetzung der Daten noch besser und noch zielgerichteter als damals. Via Sensortechnik und Internet ist es heute an fast jedem Punkt der Erde möglich, Prozesse in Gang zu setzen und zu steuern. Für uns bedeutet Industrie 4.0, dass wir mit unserem Flexible-Manufacturing-Konzept auf dem richtigen Weg sind. Viele Schweizer Unternehmen haben oft kleine Serien, mittlere Losgrössen; auch hier haben wir Möglichkeiten, um die Produktivität zu erhöhen. Stichwort ist beispielsweise unser FMC-Konzept.
Die Begrifflichkeit Industrie 4.0 kommt aus Deutschland, wo eine starke Automobilindustrie vorherrscht. Welche Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen sehen Sie für die Schweizer KMU, in Richtung Industrie 4.0 zu gehen?
A. Bättig: Grundsätzlich müssen sich die Schweizer KMU dem Wettbewerb stellen, ob mit oder ohne Industrie 4.0. Heisst, die Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Flexibilität in den Griff zu bekommen. Inwieweit sie dabei in die vernetzende Datenwelt eintauchen, hängt von den Produkten, Marktumfeld, Kosten und eigenen Möglichkeiten ab. Die automatisierte Fertigung ist heute ein Muss und dazu gibt es schon heute auf dem Markt sehr gute Produkte, die auch Schweizer KMU einsetzen können.
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