Die additive Fertigung (Additive Manufacturing, AM) gewinnt zunehmend an Bedeutung – nicht nur im Prototypenbau, sondern auch in der industriellen Serienfertigung ab Losgrösse 1. Die Suhner Gruppe, Hersteller von Industriewerkzeugen, bietet durchdachte Lösungen, die den gesamten Produktionsprozess abdecken – angefangen bei der Gestaltung bis hin zur Nachbearbeitung der 3D-Druck-Werkstücke.
Zoran Vranić, Business Development Manager und Manager Additive Manufacturing bei Suhner: «Die Schweiz bietet als Technologie- und Innovationsstandort ideale Voraussetzungen für Additive Manufacturing (AM).»
(Bild: Suhner)
SMM: Herr Vranić, welchen Mehrwert bietet die additive Fertigung im Vergleich zur konventionellen Fertigung?
Zoran Vranić, Business Development Manager und Manager Additive Manufacturing bei Suhner: Die additive Fertigung ermöglicht die Herstellung komplexer, funktionsintegrierter Bauteile mit hoher geometrischer Freiheit. Dies erlaubt gewichtsoptimierte Strukturen, eine schnellere Produktentwicklung und individualisierte Lösungen – auch im Prototyping und bei Kleinserien. Besonders in der Kombination mit anwendungsgerechter Auslegung, lassen sich wirtschaftliche Vorteile erzielen, etwa durch verkürzte Entwicklungs- und Produktions-Zyklen oder verbesserte Bauteilfunktionen. Die Suhner Gruppe nutzt diese Potenziale gezielt bei der Entwicklung von Maschinenkomponenten und kritischen Metallkomponenten.
Für welche Branchen und Anwendungsfelder bietet sich Additive Manufacturing besonders an?
Z. Vranić: AM eignet sich vor allem für Anwendungen mit hohen Anforderungen an Individualisierung, Leichtbau und Funktionsintegration. Dies betrifft unter anderem die Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt, aber auch den Sondermaschinenbau. Gerade dort, wo Losgrösse 1 gefordert ist, entfaltet die additive Fertigung ihr volles Potenzial – etwa bei komplexen Vorrichtungen, Prototypen oder funktionalen Serienbauteilen.
Bildergalerie
Stichwort Materialdiversität: Welche Materialien eignen sich für die additive Fertigung? Wo sind Grenzen gesetzt?
Z. Vranić: Im industriellen Umfeld kommen hauptsächlich metallische Werkstoffe wie Edelstahl, Titan oder Aluminium zum Einsatz. Die Suhner Gruppe bringt hier ihre langjährige Metallbearbeitungskompetenz ein – insbesondere im Hinblick auf nachgelagerte Prozesse wie Trennen, Schleifen oder der Oberflächenveredelung. Herausforderungen bestehen bei Materialien mit speziellen Eigenschaften wie hoher Sprödigkeit oder extremer Härte sowie bei Anforderungen an reproduzierbare Qualität über mehrere Chargen.
Welche Schritte sind für die erfolgreiche Umsetzung eines 3D-Metalldrucks erforderlich? Welche Herausforderungen gibt es beim Pre- und Post-Processing?
Z. Vranić: Ein durchdachter AM-Prozess beginnt bereits in der Konstruktionsphase (Design for Additive Manufacturing) – idealerweise unter Einbezug der späteren Nachbearbeitung. Suhner begleitet Kunden bereits ab der Konzeptphase und unterstützt bei der AM-gerechten Bauteilgestaltung. Im Pre-Processing geht es darum, das Bauteil auf Stützstrukturen, Zugänglichkeiten und Nachbearbeitbarkeit zu optimieren. Eine zentrale Herausforderung im Post-Processing liegt in der Erreichung der geforderten Oberflächenqualität – insbesondere an schwer zugänglichen Stellen und gemäss Kunden- und spezifischen Branchenanforderungen. Hier ist Suhner mit einer umfangreichen Range von Maschinen und Schleifmitteln und abgestimmten Bearbeitungsprozessen bestens aufgestellt.
Welche Technologien und Lösungen bietet die Suhner Gruppe entlang der gesamten Wertschöpfungskette im AM-Bereich?
Z. Vranić: Suhner versteht sich nicht nur als Anbieter von Maschinen und Werkzeugen für die Metallbearbeitungsindustrie, sondern als Entwicklungspartner. Kunden profitieren von fundierter Erfahrung im Bereich Metall, und Oberflächenbearbeitung inklusiv im Post-Processing additiv gefertigter Bauteile. Der Fokus liegt dabei auf der gezielten Nachbearbeitung zur Entfernung von Stützstrukturen, dem Trennen, Schleifen und präzisen Entgraten sowie der definierten Oberflächenveredelung – exakt gemäss Kundenspezifikation. Durch kundenspezifisches Engineering, das bereits im Designprozess ansetzt, wird sichergestellt, dass das AM-Bauteil nicht nur druckbar, sondern auch funktional und wirtschaftlich nutzbar ist.
Welche Herausforderungen und Lösungen gibt es in Bezug auf die Integration von AM-Prozessen in bestehende Fertigungsanlagen?
Z. Vranić: Die nahtlose Integration additiver Fertigungsprozesse in klassische Produktionsumgebungen erfordert flexible Lösungen. Suhner bietet modulare Bearbeitungssysteme, die sich sowohl in manuelle Arbeitsplätze als auch in automatisierte Fertigungszellen einfügen lassen. Dies umfasst sowohl Einzelarbeitsplätze als auch Systemlösungen mit hoher Prozesssicherheit. Besonders im Bereich der Hybridfertigung – also der Kombination von AM und Zerspanung – kann Suhner durch seine Erfahrung in klassischen maschinellen Bearbeitungsprozessen sowie Post-Processing entscheidende Mehrwerte bieten.
Wie sieht die Schweizer AM-Forschungslandschaft aus und welchen Beitrag leistet die Suhner Gruppe?
Z. Vranić: Die Schweiz verfügt über eine leistungsfähige Forschungslandschaft im Bereich AM, mit starken Partnern wie Empa, ETH Zürich oder Fachhochschulen. Suhner engagiert sich aktiv in Kooperationsprojekten – wie zum Beispiel das ARIS-Entwicklungsprogramm für Flüssigkeitsraketentriebwerke des Swiss Innovation Center Zürich. Suhner trägt zu dieser Mission bei, indem es kritische 3D-gedruckte Bauteile für das Trennungssystem der Rakete liefert. Damit wird das Potenzial unserer additiven Fertigungstechnologie für Kleinserien in der Luft- und Raumfahrtindustrie unter Beweis gestellt.
Inwiefern trägt die additive Fertigung zur Nachhaltigkeit bei und welche Initiativen verfolgt die Suhner Gruppe in diesem Bereich?
Z. Vranić: Additive Fertigung ermöglicht materialeffizientes Produzieren, reduziert Ausschuss und verkürzt Lieferketten. Suhner trägt zur Nachhaltigkeit bei, indem langlebige Werkzeuge und prozessoptimierte Nachbearbeitungssysteme bereitgestellt werden.
Welche Perspektiven sehen Sie für den Schweizer AM-Markt (auch im globalen Vergleich)?
Z. Vranić: Die Schweiz bietet als Technologie- und Innovationsstandort ideale Voraussetzungen für AM – sowohl in der Prototypenentwicklung als auch in der wirtschaftlichen Fertigung von Nischen- und Serienprodukten. Entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit wird sein, wie gut additive Prozesse in bestehende Wertschöpfungsketten eingebunden werden können. Suhner leistet dazu einen konkreten Beitrag – mit technischem Know-how, anwendungsorientierten Lösungen und kundenspezifischem Engineering.
Stand vom 30.10.2020
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group AG, Seestrasse 95, CH-8800 Thalwil, einschließlich aller mit ihr verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de/de/smm abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
AM Expo 2025
Erfahren Sie mehr über das Leistungsportfolio von Suhner auf der AM Expo vom 9. bis 10. September in Luzern: Halle 1, Stand B 1045.