Automatendreherei Stammeier produziert mit zweiter Citizen-Maschine noch schneller und besser Adieu dem Späne-Chaos dank LFV-Technologie

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Bei der Automatendreherei Stammeier GmbH fliegen die Späne – seit neustem sogar extrem kontrolliert dank einer neuen Cincom L20-2M8 mit «LFV-Technologie». Sie ergänzt die vorhandene Cincom L32-1M8 und erweitert die Optionen für Kunden in der Region.

Good Vibration in Stemwede: Nils Westphal, Niederlassungsleiter des Technologiezentrums West in Neuss der Citizen Machinery Europe GmbH (links) und die Familie Stammeier freuen sich über die neu installierte Cincom L20-2M8 LFV.(Bild:  Citizen Machinery Europe GmbH)
Good Vibration in Stemwede: Nils Westphal, Niederlassungsleiter des Technologiezentrums West in Neuss der Citizen Machinery Europe GmbH (links) und die Familie Stammeier freuen sich über die neu installierte Cincom L20-2M8 LFV.
(Bild: Citizen Machinery Europe GmbH)

Vor über 30 Jahren gründete Reinhard Stammeier seine CNC- und Automatendreherei in Stemwede-Sundern (D), um für erste Kunden aus der näheren Umgebung Präzisionsdrehteile in bester Qualität herzustellen. «Was zunächst klein und im Nebengewerbe begann, entwickelte sich nach und nach zu einem Full-Time-Job mit mittlerweile zahlreichen renommierten Geschäftspartnern. Für diese fertigen wir nach Zeichnung auch komplexere Bauteile in Klein- und Grossserien», erinnert sich der Geschäftsführer und Firmengründer. Zuerst waren es drei Kurvenautomaten, mit denen die Produktion startete; inzwischen sind es 14 Automaten.

Zaghafter Vorstoss in Richtung CNC

Hauptsächlich für Abstecharbeiten im Einsatz, schaffen die Maschinen je nach Werkstück bis zu 450 Teile pro Stunde. «In Sachen Tempo kommen da andere Maschinentypen nicht mit, bei der Teilekomplexität waren wir dagegen ziemlich eingeschränkt», gibt Reinhard Stammeier zu. «So kam 2009 die erste CNC-gesteuerte Maschine in die Fertigungshalle. Und das, obwohl ich zugegebenermassen grossen Respekt davor hatte. Also stellten wir einen erfahrenen Programmierer ein, von dem ich mir einiges abschauen und selbst den Umgang mit der Technologie lernen konnte.»

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Mit steigender Auftragslage und grösseren Serien mit Stückzahlen über 10 000 kam allerdings auch die Revolvertechnik der eingesetzten Maschinen an ihre Grenzen. Und so führte der Weg nach Hannover auf die EMO und geradewegs zum Stand der Citizen Machinery Europe GmbH. Dort wartete das Objekt der Begierde: eine Cincom L32. «Schon vor Ort hat uns der Langdreher wegen seiner vielfältigen Möglichkeiten überzeugt. So sehr, dass wir ihn vom Fleck weg bestellten», berichtet Reinhard Stammeier schmunzelnd.

Grosse Stückzahlen, höchste Qualität

Und so kam die Cincom L32-1M8 im Januar 2018 auf den Hof in Stemwede-Sundern. Wegen ihrer enormen Vielseitigkeit war sie recht bald gut ausgelastet, «und hat uns viele Möglichkeiten eröffnet, die vorher gar nicht denkbar waren», ergänzt Herr Stammeier jun., Sohn und Mitgeschäftsführer.

«Unterschiedlichste Werkstücke in allen möglichen Komplexitätsstufen konnten wir durch schnelles Umrüsten und dank der einfachen Bedienbarkeit problemlos herstellen. Sogar kleinere Serien mit 3000 bis 5000 Teilen lohnten sich mittlerweile.» Schliesslich war die Auftragslage so gut, dass die Familie Stammeier bereits über eine Erweiterung nachdachten.

Was ist besser als ein Langdreher? Zwei davon!

Denn schon mit dem Gedanken an Eilaufträge war die Möglichkeit, verschiedene Aufträge auf zwei Maschinen aufzuteilen, mehr als reizvoll. Statt aber auf eine weitere L32 zu setzen, kam bei Firma Stammeier die Idee auf, auch kleinere Durchmesser besser abdecken zu können. «Und da sich für solche Fälle eine Cincom L20-2M8 LFV angeboten hat, fiel die Entscheidung zugunsten des vermeintlich ‹kleineren› Modells. Nicht zuletzt, weil sie durch besonders kurze Zyklus- und Nebenzeiten sowie höhere Vorschubgeschwindigkeiten glänzt», so Reinhard Stammeier.

Damit entfiel gegenüber der Ein-Maschinen-Lösung das lästige Umbauen, wenn mehrere Aufträge mit unterschiedlichen Grössen auf der L32 laufen mussten. Insgesamt wurde 50 Prozent weniger Zeit für das Umrüsten aufgewendet.

LFV-Technologie: Der Dreh zum perfekten Span

Besonders überzeugt hat die Familie Stammeier die LFV-Technologie der neuen Cincom L20-2M8 LFV. «Dieses Low Frequency Vibration Cutting, das ein wenig wie bei einer elektrischen Zahnbürste funktioniert, produziert genau den Span, den man sich wünscht:

Dazu erzeugen die Antriebe der bearbeitenden Achsen oszillierende Bewegungen in X- und/oder Z-Richtung, die mit der Spindeldrehzahl oder Vorschub synchronisiert werden. Z. B. während einer Spindelumdrehung gibt es Richtungsänderungen der bewegten Achse und dadurch sogenannte ‹Air-cuts›, um die Späne definiert zu brechen», erläutert Nils Westphal, Niederlassungsleiter des Technologiezentrums West in Neuss der Citizen Machinery Europe GmbH.

Wie lang die Späne sein dürfen oder sollen, kann der Nutzer im Programm durch eine Veränderung einfach selbst bestimmen. Dazu Nils Westphal: «Haben sich lange Späne erst einmal um das Werkzeug gewickelt und sie fahren auf das Werkstück, gibt es entweder Spannzangenalarm oder im schlimmsten Fall wird die Oberfläche beschädigt und das Werkstück taugt nur noch zum Recycling. Mit der LFV-Technologie kann man solche Szenarien getrost vergessen und erhält ein einwandfreies Teil.» Dank des weichen Eintauchens werden die Werkzeugschneiden geschont – und sogar die Oberflächen des Werkstücks geglättet.

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Gut gefülltes Stangenlager für kurze Lieferzeiten

Gerade in Zeiten, in denen die Rohstoffversorgung teilweise schwierig ist, ist ein gut sortiertes Stangenlager der beste Weg zu zufriedenen Kunden. Dazu Reinhard Stammeier: «Unsere Devise ist im besten Fall: Heute bestellt, morgen geliefert. Wenn aber die Materialien selbst manchmal wochen- oder monatelange Lieferzeiten haben, fliegt man schneller aus dem Kundengespräch, als einem lieb ist. Daher horten wir rund 100 Tonnen Material der gängigen Abmessungen.»

Upgrade für bestehende Maschine inklusive

Im Zuge der Neuinstallation der L20 wurden bei der L32 neue Optionen nachgerüstet, um beide Maschinen peripherieseitig identisch aufzubauen. So sorgt eine Absaugung vom schwedischen Hersteller «3nine» für optimales Arbeitsklima und eine Feuerlöschanlage von Kraft & Bauer für ein hohes Mass an Sicherheit. Über ein Feature freut sich Herr Stammeier jun. besonders: «Der Späneförderer! Sonst musste ich die Späne immer per Hand aus der Maschine nehmen, das wird jetzt komplett überflüssig, spart Zeit und hält den kompletten Prozess wesentlich sauberer.»

Ein Ansprechpartner für Rundum-Service

Reibungslos verläuft auch die Zusammenarbeit zwischen Familie Stammeier und Citizen. «Auch, wenn wir noch keinen richtigen Servicefall hatten, wird uns in allen anderen Dingen immer hervorragend geholfen. Sei es die intensive Beratung durch Herrn Westphal oder die Betreuung in Sachen Maschinenprogrammierung: Wir haben nicht bereut, zu Citizen gegangen zu sein», bestätigt Reinhard Stammeier. Selbst bei besonders kniffligen Fällen stehen die Servicetechniker aus Neuss oder Experten aus Esslingen mit Rat und Tat zur Seite. Nils Westphal ergänzt: «Bei Citizen kauft man als Kunde nicht einfach eine Maschine, sondern erwirbt inklusive Peripherie und Service alles komplett: Plug-and-Play in Bestform.»

Investition mit Zukunft

Und so ist die Cincom L20-2M8 LFV bereits voll in ihrem Element und fester Bestandteil der täglichen Produktion geworden. «Die L20 hat auch schon das richtige ‹Futter› in Aussicht: So dürfen wir bald eine grössere Serie Schweissdüsen aus Kupfer fertigen, allerdings nur 7 mm im Durchmesser. Ausserdem sind 1,1-mm- und 1,6-mm-Bohrungen zu machen sowie eine Fase, inklusive Aus- und Abdrehen. Da darf sich die Neue dann wirklich beweisen», freut sich Herr Stammeier jun. auf die neue Herausforderung – und auf viele weitere.

Tolus AG mit Citizen auf der Innoteq 2025

  • Miyano ANX-42 SYY: Fräsen eines Messingteils mit Gewinde
  • Citizen Cincom L20 (mit ATC, HF-Spindeln und Messtaster): Fertigung eines Implantats (Medical oder Dental)

Halle 3.0, Stand E07

(neu)

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