Bystronic: Effiziente Blechbearbeitung Analoge und digitale Kommunikation optimal verbinden

Redakteur: Konrad Mücke

Die Gefahren um das Corona-Virus begleiten uns sicher noch weitere Wochen und Monate. Über praktikable Möglichkeiten, dennoch mit Interessenten und Kunden innovative, zukunftsorientierte Blechbearbeitung zu verwirklichen, sprachen wir mit Philipp Burgener, Geschäftsführer Bystronic Sales AG.

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Für den Produktionsstandort Schweiz ist es entscheidend, innovativ und flexibel zu agieren sowie auf den Bedarf der Kunden massgeschneiderte Lösungen zu verwirklichen.
Für den Produktionsstandort Schweiz ist es entscheidend, innovativ und flexibel zu agieren sowie auf den Bedarf der Kunden massgeschneiderte Lösungen zu verwirklichen.
(Bild: Bystronic)

SMM: Herr Burgener, wie schätzen Sie die aktuelle Situation im Kontakt zu Kunden ein?

Philipp Burgener: Wir erleben zurzeit zwei Arten von Einstellungen unserer Kunden, quasi eine Schwarz-Weiss-Situation. Die einen sagen sich: «Jetzt erst recht, wir schauen nach vorn und wollen investieren, Prozesse analysieren und optimieren, damit wir weiterkommen, wenn sich die Lage normalisiert.» Sie sehen die momentane Situation als «temporäre Krise» und schauen grundsätzlich nach vorn. Die anderen stagnieren und resignieren fast ein wenig. Wir legen den Fokus auf die Kunden, die nach vorn blicken, und unterstützen sie nach Möglichkeit. Weiter stellen wir fest, dass bei den Schweizer Unternehmen erfreulicherweise die Auftragslage trotz der heutigen Wirtschafts- und Pandemiesituation entsprechend gut ist.

Wie wirken sich die Massnahmen der öffentlichen Verwaltung und der Regierung gegen die Ausbreitung des Virus auf Ihre aktuelle Geschäftstätigkeit aus?

P. Burgener: Natürlich gestaltet sich die Terminvereinbarung beim Kunden schwierig. Unangemeldete Besuche gehen gar nicht mehr. Viele der Kunden sind jedoch offen, uns unter der Einhaltung der vorgeschriebenen Sicherheitsmassnahmen zu empfangen. Ist gar kein Besuch gewünscht, sind vielfach persönliche Gründe wie Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe ausschlaggebend für ein Nein.

Wie reagieren Sie auf die aktuelle Situation?

P. Burgener: Unser Ziel ist stets, für den Kunden da zu sein – auf welchem Weg und mit welchen Mitteln auch immer. Es geht auch darum, ihm zuzuhören und seine Probleme ernst zu nehmen. Wir wollen den Kunden einbinden, ihn spüren lassen, dass wir für ihn da sind, und helfen, wenn wir können. So bieten wir zum Beispiel bei einer Investitionsbereitschaft vorteilhafte Finanzierungsmodelle an.

Wie sorgen Sie für anhaltenden Kontakt zu Kunden?

P. Burgener: Grundsätzlich gilt: Es geht nichts über den persönlichen Kontakt, das heisst einen Besuch. Dies ist aber momentan nicht immer möglich. Wir haben daher – nebst dem Telefon – sehr rasch Online-Demos und -Schulungen organisiert und angeboten, was sehr gut ankommt und rege genutzt wird.

Wie agieren Sie im Marketing allgemein, um neue Kundenkontakte zu finden?

P. Burgener: Ein gutes Netzwerk jedes Verkäufers ist ein unschätzbarer Wert. Das hilft gerade jetzt ungemein. Auch spielt das Online-Marketing eine gewichtige Rolle bei der Kundenakquise. Interessierte bedienen wir mit Webinaren, Online-Präsentationen und -Demos. Wir haben auch festgestellt, dass uns potenzielle Kunden nach der Lektüre von Case Studies in Fachzeitschriften kontaktieren.

Was planen Sie längerfristig im Marketing? Welche Kommunikationskanäle und -formen rücken stärker in den Fokus?

P. Burgener: Wir sind überzeugt, dass der persönliche Kontakt wichtig bleibt und nicht zu ersetzen ist. Unsere Kunden sind noch nicht so weit, Investitionsgüter online zu kaufen. Viele Kaufentscheide fallen, nachdem sich Interessenten an einer Messe aus erster Hand ins Bild setzen haben lassen. Was wir jedoch feststellen, ist, dass sich Kunden vor einer Auswahl und Entscheidung gründlich im Netz informieren. So werden uns viel gezieltere Fragen gestellt als zuvor. Auch wird in entsprechenden Foren diskutiert, der Austausch findet sogar global statt. Deshalb planen auch wir, mit der wachsenden Digitalisierung einen Schritt weiterzugehen und entsprechende Angebote zur Verfügung zu stellen.

Welche Erwartungen und Pläne haben Sie für Ihre Produktionsstätten in der Schweiz?

P. Burgener: Natürlich hoffen wir in erster Linie, dass in unseren Produktionsstandorten alle gesund und von der Pandemie verschont bleiben. Dann gilt es, die Kosten im Griff zu haben, innovativ und flexibel zu sein und massgeschneiderte Kunden­lösungen zu erarbeiten. Bei Bystronic herrscht eine positive Grundstimmung, wir glauben an uns, unsere Produkte und an das Positive. Diesen «Spirit» wollen wir dem Kunden weitergeben!

Wie bereiten Sie sich auf die Zeit nach den Einschränkungen vor? Wie schätzen Sie die Bedeutung der Digitalisierung ein?

P. Burgener: Zum einen werden wir wieder Kundenanlässe durchführen, um persönliche Erfahrungen auszutauschen. Zum anderen aber auch die bereits initiierten digitalen Angebote beibehalten und sogar wesentlich ausweiten. Und hinsichtlich unserer Produkte werden wir noch mehr vernetzte und integrierte Lösungen anbieten.

Welche Erwartungen haben Sie an die allgemeine geschäftliche Entwicklung im Jahr 2021, einerseits landesintern, andererseits international?

P. Burgener: Wir hoffen natürlich auf ein rasches Ende der Pandemie, um weiterhin erfolgreiche Geschäfte tätigen zu können. Geplante Innovationen auf den Markt zu bringen und Investitionen zu realisieren, sind weitere Ziele. Aus Schweizer Sicht wollen wir mithelfen, den Werkplatz Schweiz zu erhalten und auszubauen, um damit die besten Lösungen für den Kunden entwickeln zu können. Denn das Swiss-​made-Label hat nach wie vor einen hervorragenden Ruf in der Welt.

Herr Burgener, vielen Dank für Ihre Informationen.

Das Gespräch führte unser Redaktor Konrad Mücke. SMM

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