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Bearbeitung extrem langer Teile
«Hauptrippenplatten für Weichen sind ideale Kandidaten für das Wasserstrahlschneiden», verrät Martin Meenen. Grund sind die hohen Anforderungen an die Massgenauigkeit dieser asymmetrischen Teile, die rund 11 000 mm lang, bis zu 1200 mm breit und 30 mm dick sind. Trotz ihrer beeindruckenden Grösse gilt für die Abmessungen eine maximale Abweichung von nur ± 0,5 mm. Kein Problem für den Wasserstrahl, dessen Schnittmasstoleranz mit ± 0,2 mm sogar noch deutlich darunter liegt. Bei Einsatz eines thermischen Verfahrens müsste man dagegen wegen der Erwärmung mit Längenabweichungen, die deutlich über der geforderten Toleranz liegen, beziehungsweise mit Verzug rechnen. Auch ein Plasmabrenner im Wasserbad wäre keine Alternative, da es bei dem verwendeten höherfesten Stahl durch den Abschreckeffekt zu Aufhärtungen käme, die Ausgangspunkt für Risse sein können.
Eine weitere Herausforderung ist die zusätzlich geforderte mechanische Bearbeitung dieser grossen Teile, wobei unter anderem konische Aussparungen gefräst werden müssen. Hierfür verfügt Aquatec über ein leistungsfähiges 3-Achs-Bearbeitungszentrum, das auf einer zusätzlichen Linearachse mit einer Länge von 22 000 mm verfahren kann. Die Bearbeitung erfolgt dabei abschnittsweise mit unterschiedlichen Werkzeugen in mehreren Durchgängen, wobei jeder Abschnitt maximal 2000 mm lang sein kann. Nach Fertigstellung eines Abschnitts wird die Klemmung des Blechs gelöst, die Anlage verfährt auf der zusätzlichen Linearachse um eine definierte Strecke und klemmt das Blech für den nächsten Arbeitsgang erneut. Dabei sorgen spezielle Sensoren und Softwarefunktionen für genaue Ausrichtung und versatzfreie Übergänge. Abgerundet wird die Gesamtleistung durch das Einschweissen beigestellter Komponenten in Bohrungen mittels Metallschutzgasschweisen.
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