VDMA

Auftragseingang im Maschinenbau sinkt erneut

| Redakteur: Stéphane Itasse

Für die deutschen Maschinenbauer könnte es bald weniger zu tun geben: Der Auftragseingang ist im August erneut gesunken.
Für die deutschen Maschinenbauer könnte es bald weniger zu tun geben: Der Auftragseingang ist im August erneut gesunken. (Bild: KSB)

Der Hoffnungsschimmer für den deutschen Maschinenbau scheint wieder erloschen: Nach einem nur leichten Minus im Vormonat lag der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland im August 2012 um real 11 % unter dem Ergebnis des Vorjahres, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) e.V. am Montag in Frankfurt am Main mitteilt.

Das Inlandsgeschäft sank um 18 %, das Auslandsgeschäft lag 6 % unter dem Vorjahresniveau, heißt es weiter. Im Dreimonatsvergleich Juni bis August 2012 ergibt sich insgesamt ein Minus von 4 % im Vorjahresvergleich. Die Inlandsaufträge lagen bei minus 12 %. Die Auslandsaufträge stagnierten.

Maschinenbau enttäuscht vor allem im Inland

„Das Inlandsgeschäft enttäuschte abermals. Das Ausland konnte diesen Rückgang dieses Mal nicht kompensieren. Sowohl aus den Euro-Partnerländern (minus 9 %) als auch aus den Nicht-Euro-Ländern (minus 5 %) kamen als Ausdruck der großen Verunsicherung weniger Bestellungen. Es bleibt abzuwarten, ob und wann der Befreiungsschlag von Europäischer Zentralbank und Bundesverfassungsgericht vom September bei den internationalen Maschinenbaukunden seine Wirkung entfaltet“, kommentierte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers das Ergebnis.

Die aktuelle Situation im deutschen Maschinen- und Anlagenbau bezeichnete Wiechers als durchwachsen: „Wir haben positive Zuwachsraten bei Produktion und Umsatz von 4 und 6 %, die Exporte expandieren sogar um 8,5 %. Die Rückgang in China und europäischen Märkten können mehr als kompensiert werden durch ein gutes Geschäft in Russland, vor allem aber in den USA.“ Auch die Beschäftigung sei bis zuletzt expansiv gewesen. Allerdings sei hier die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen zurückgegangen, hier rechnet der VDMA mit einer Stabilisierung.

Maschinenbau hebt Prognose für die Produktion trotzdem an

„Daran zeigt sich die Verunsicherung in unserer Branche selbst, aber auch bei den Kunden", sagte der VDMA-Chefvolkswirt weiter. Inzwischen decke der Auftragseingang nicht mehr den Umsatz. „Wir gehen von negativen Wachstumsraten im vierten Quartal aus, auch das erste Quartal (2013) dürfte schwierig sein“, prognostizierte er. Insgesamt würden die Maschinenbauer aber Kurs halten: „Man lässt sich nicht kirre machen, man wartet ab und bereitet sich auf alles vor.“

Dennoch geht der VDMA für 2012 noch von einem Wachstum der Maschinenproduktion um 2 % aus, die bisherige Prognose lautete auf Stagnation. „Der Zuwachs wurde im Wesentlichen im ersten Quartal geschaffen, da hatten wir einen hohen Zuwachs, der durch das ganze Jahr trägt“, erläuterte Wiechers. Zudem würden sich die Umsatz- und Produktionswerte bisher relativ stabil halten, einen Absturz gebe es bisher nicht.

„Für 2013 gehen wir ebenfalls von einem Plus von 2 % aus“, sagte der VDMA-Chefvolkswirt. Hier sei die Entwicklung gerade andersherum: „Wir rechnen mit einem schwachen Jahresbeginn, im Laufe des Jahres sollte sich die Geschäftstätigkeit beleben und die Produktion wieder anziehen, so dass wir uns ein kleines Plus durchaus zutrauen.“ Olaf Wortmann, Konjunkturexperte des VDMA, wies im Gespräch mit unserer Redaktion darauf hin, dass sich das Geschäftsklima wieder belebe: „In Deutschland noch nicht, aber weltweit sehen wir schon erste Anzeichen dafür.“

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