Die Konjunkturerholung in der Schweiz und international verläuft harzig. Die KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich erwartet für 2024 einen Anstieg des realen sportbereinigten Bruttoinlandprodukts (BIP) von 1.1 Prozent. Die Investitionsschwäche hemmt, während die Pharmaindustrie Schub leistet. 2025 nimmt das sportbereinigte BIP um 1.6 Prozent und 2026 um 1.7 Prozent zu. Hauptgrund für die getrübten Aussichten ist die konjunkturelle Schwäche in Europa – etwa in Deutschland, dem wichtigsten Handelspartner der Schweiz.
(Bild: Pete Linforth auf Pixabay)
Die Konjunkturerholung in der Schweiz verläuft zäher als erwartet. Vor allem ausbleibende Impulse aus dem Ausland sorgen dafür, dass die Schweizer Wirtschaft ihr Produktionspotenzial im Prognosezeitraum nicht vollständig ausschöpfen kann. Der Euroraum fasst nur schwer Tritt, insbesondere in Deutschland zeichnet sich keine deutliche wirtschaftliche Erholung ab. Zudem wird die Dynamik in den USA in der nächsten Zeit abnehmen. Darunter leidet die Schweizer Exportindustrie, insbesondere die Techindustrie, während die Pharmaindustrie eine der wenigen positiven Ausnahmen darstellt. Die Schweizer Exporte insgesamt (Waren und Dienstleistungen) werden bis zum Frühjahr nahezu stagnieren und erst nach dem ersten Quartal 2025 an Fahrt aufnehmen.
Die Schwäche bei den Ausrüstungsinvestitionen bleibt ausgeprägt. Erst zum Jahreswechsel hin werden diese ein wenig mehr Dynamik entfalten. Lichtblicke in der Schweiz sind die solide Arbeitsmarktentwicklung und die nachlassende Inflation. Der private Konsum stützt die Konjunktur weiterhin und auch die öffentlichen Konsumausgaben liefern in diesem Jahr einen positiven Wachstumsbeitrag. Im weiteren Prognosezeitraum bleiben die Konsumausgaben der öffentlichen Hand stabil.
BIP entwickelt sich in den kommenden Jahren wenig dynamisch
Gemäss Prognose der KOF wird das reale Schweizer BIP in diesem Jahr im Jahresdurchschnitt um 1.1 Prozent zunehmen, wenn grosse Sportanlässe wie die Europameisterschaft in Deutschland und die Olympischen Spiele in Paris herausgerechnet werden (1.5 Prozent inklusive Sportevents). Im kommenden Jahr wird der BIP-Anstieg sporteventbereinigt 1.6 Prozent betragen (1.2 Prozent inklusive Sportevents). In ihrer aktuellen Prognose erweitert die KOF den Prognosezeitraum bis zum Jahr 2026. Für 2026 geht sie davon aus, dass das BIP mit 1.7 Prozent (ohne Sportevents; 2.1 Prozent inklusive Sportevents) ähnlich stark steigen wird wie im Jahr zuvor.
Beschäftigung wächst weiter – höhere Reallöhne ermöglichen Spielräume für Mehrausgaben
Das Beschäftigungswachstum wird sich nicht nur kurzfristig, sondern auch in nächsten zwei Jahren solide fortsetzen. Für 2025 rechnet die KOF mit einem Anstieg der Beschäftigung von 1 Prozent. Dieser Zuwachs liegt etwas unter der mittelfristigen Durchschnittsrate. Für 2026 ist meinem nahezu gleich hohen Stellenwachstum von 1.1 Prozent zu rechnen. Die Arbeitslosenquote wird im Prognosezeitraum in der Tendenz leicht, aber kontinuierlich steigen. Mit Quoten von 2.7 Prozent und 2.8 Prozent (gemäss SECO) sowie 4.6 Prozent und 4.7 Prozent (gemäss ILO) in den Jahren 2025 und 2026 steigt die Arbeitslosigkeit aber nicht überdurchschnittlich.
Die Reallöhne werden nach zwei Jahren mit Rückgängen in diesem und den kommenden beiden Jahren wieder steigen und ermöglichen Spielräume für Mehrausgaben. Diese Entwicklungen, der solide Arbeitsmarkt sowie ein hohes Bevölkerungswachstum führen dazu, dass der private Konsum eine wichtige Stütze für die Schweizer Konjunktur bleibt. Je nach Ausgestaltung der Finanzierung der 13. AHV, könnte diese gegen Ende des Prognosezeitraums auch einen kleinen Schub für den privaten Konsum liefern.
Inflation sinkt unter 1 Prozent – weitere Zinssenkungen der SNB erwartet
Der Preisauftrieb wird sich im Prognosezeitraum weiter abschwächen, so dass die die Inflation in diesem Jahr 1.2 Prozent und in den nächsten beiden Jahren jeweils 0.7 Prozent betragen dürfte. Während die Preise für Waren und Energie gesunken sind, ist der Preisauftrieb für Dienstleistungen überdurchschnittlich. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird vor dem Hintergrund der disinflationären Entwicklung die Leitzinsen weiter senken. Die KOF rechnet für September mit einem Zinsschritt um 25 Basispunkte nach unten und einem weiteren in dieser Grösse im Dezember, so dass der Leitzins dann auf 0.75 Prozent sinken wird.
Erhebliche Prognoserisiken durch geopolitische Konflikte – Schweizer Franken könnte aufwerten
Angesichts der geopolitischen Spannungen in verschiedenen Weltregionen sind die Risiken für die Prognose derzeit erheblich. Der Krieg in der Ukraine, insbesondere aber der Konflikt im Nahen Osten, können bei einer weiteren Eskalation sowohl die Wirtschaftsentwicklung als auch die Inflation stark beeinflussen. Das Angebot und die Preise von Energierohstoffen könnten stark reagieren. Der Wechselkurs des Schweizer Frankens dürfte auf eine weitere Eskalation mit einer Aufwertung reagieren.
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Stand vom 30.10.2020
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