KW Solution setzt auf Hermle Automation ist ein Zeitraffer

Quelle: Pressemitteilung 4 min Lesedauer

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KW Solution hat sich immer stärker vom Werkzeug- und Formenbauer zum Lohnfertiger für Einzelteile und Kleinserien entwickelt. Dabei setzt das Unternehmen auf automatisierte Prozesse und das Robotersystem RS 2 von Hermle, um High-Mix-Low-Volume-Anforderungen effizient zu stemmen.

Das Robotersystem RS 2 übernimmt am Bearbeitungszentrum C 32 U das Paletten- und Werkstückhandling.(Bild:  Hermle / KW Solution)
Das Robotersystem RS 2 übernimmt am Bearbeitungszentrum C 32 U das Paletten- und Werkstückhandling.
(Bild: Hermle / KW Solution)

«Ohne Automatisierung würde es uns nicht mehr geben», ist sich Geschäftsführer Dr. Jens Buchert sicher. Der Unternehmer hat die Karl Walter Formen- und Kokillenbau GmbH & Co. KG, heute kurz KW Solution, 2016 übernommen und seither viel investiert. «Wir schaffen es durch unsere Automation, die Maschinen zu einem sehr hohen Grad auszulasten.» Mehr als 4000 Spindelstunden im Jahr erreicht jedes der automatisierten 5-Achs-Bearbeitungszentren C 32 U, C 52 U und C 52 MT von Hermle.

Karl Walter Formen- und Kokillenbau wurde 1960 gegründet und hat seinen Sitz im schwäbischen Göppingen. Das Unternehmen fertigt unter anderem Formen für Aluminiumfelgen sowie Gussteile für die Automobilindustrie und zählt zu den führenden Herstellern in diesem Bereich. Kurz nachdem Dr. Jens Buchert den Betrieb übernahm, modernisierte und digitalisierte er ihn umfassend, was bis heute anhält. «Ich habe die Firma gekauft, weil wir Räder machen. Und die werden immer benötigt – dachte ich – unabhängig davon, ob ein Auto mit fossilen Brennstoffen oder elektrisch angetrieben wird», blickt er zurück.

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«Womit ich nicht gerechnet hatte, war die starke chinesische Konkurrenz in diesem Bereich, die in den vergangenen Jahren vor den Toren Europas entstand.» Deswegen zerspant der Betrieb inzwischen hauptsächlich Einzelteile und Kleinserien für viele andere Branchen. Neben Aluminium und Stahl bearbeitet der Lohnfertiger alle Werkstoffe, darunter auch Buntmetalle und schwer zerspanbare Metalle wie Wolfram. KW Solution baut immer weniger Werkzeuge und Kokillen. «Das summiert sich inzwischen auf nur noch etwa zehn Prozent unserer Auslastung. Unsere Kernbranche, der Werkzeug- und Formenbau, wird in Deutschland sterben.»

Neue Ideen sind gefragt

Der tatkräftige Unternehmer machte sich Gedanken über einen Plan B. «Viele, die aktuell über neue Geschäftsmodelle nachdenken, springen aus meiner Sicht zu kurz. Ich suchte nach einem Produkt, das der Kunde haben ‹will› und das Begehrlichkeiten weckt.» Das Ergebnis: Das geländegängige Expeditionsmobil «Darc Mono». Die Basis ist ein robustes Fahrgestell von Iveco, das KW Solution mit einer Wohnkabine aus Kohlefaser und vielen nützlichen Features ausstattet. Die massgefertigte Isolationsschicht schützt vor Lärm und Temperaturen von -30 bis +50 Grad Celsius. Auf beiden Seiten verfügt das Fahrzeug über wasser- und staubbeständige Ladeluken, die Zugang zum Innenraum bieten.

Hier kommen beispielsweise auch Scharniere und Türgriffe zum Einsatz, die KW Solution automatisiert auf seiner C 32 U von Hermle fertigt. «Gemeinsam mit strategischen Partnern halten wir grosse Teile der Wertschöpfungskette im Unternehmen», erklärt Jens Buchert. «Damit setzen wir unsere Entwicklung und die damit verbundenen Fertigungsprozesse effektiv um. Der ‹Darc Mono› passt eigentlich gar nicht zu uns. Deswegen fertigen wir ihn», schmunzelt er.

Immer im Takt bleiben

Aber der Unternehmer setzt nicht nur auf aussergewöhnliche Wohnmobile, sondern auch auf schlanke Prozesse und Automation. «Wir müssen in Deutschland produktiver werden», ist er sich sicher. «Maschinen sollen 24 Stunden am Tag laufen – und das gelingt im Ein-Schicht-Betrieb nur mit Automatisierung.» Etwa 80 Prozent der Werkstücke fertigt KW Solution in Losgrösse 1. «Wir haben gelernt, dass wir unsere Robotersysteme damit nicht auslasten. Wir benötigen auch Kleinserien, die wir als Puffer nutzen. Weil es zum Beispiel immer mal vorkommt, dass ein Kunde kurzfristig eine Änderung haben möchte oder einen Auftrag stoppt.»

Als KW Solution 2020 das erste Robotersystem RS 2 an einer C 32 U in Betrieb nahm, betrat das Unternehmen Neuland. «Das war für uns der berühmte Sprung ins kalte Wasser», sagt Jens Buchert. «Es gab damals noch keine Referenzen in der Einzelteil-Automation.» Gemeinsam mit Hermle ging KW Solution ans Werk. «Wir überlegten, wie wir die Maschine auslegen müssen, damit sie vor allem Losgrösse 1 abarbeiten kann.» Spannmittel, Werkzeugaufnahmen, Prozessabläufe – kein Stein blieb auf dem anderen. «Natürlich drehten wir auch Iterationsschleifen, um uns dem Optimum immer weiter anzunähern», verrät Buchert. Dabei ist er auf seine 25 Mitarbeitenden besonders stolz: «Sie waren von Beginn an Feuer und Flamme und unterstützten das Projekt tatkräftig.»

Automation für Individualität

Jede Aufspannung sei anders, zu etwa 30 Prozent setzt KW Solution Sonderwerkzeuge ein. Das Zusatzmagazin ZM 192 ergänzt beispielsweise die 36 Werkzeuge in der C 32 U mit genügend Alternativen, um alle Bearbeitungsaufgaben zu bewältigen. «Wenn wir etwas falsch definieren und eine Länge nicht stimmt, scheppert es», bringt es Bastian Hummel auf den Punkt. Der Leiter Automation begleitete den Prozess von Anfang an. «Unsere Programme sind kollisionsgeprüft, und wir sind sicher, dass die Maschinen problem- und personenlos über Nacht durchlaufen.»

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Aber trotzdem könne natürlich immer mal ein Bauteil wie beispielsweise ein Sensor ausfallen. «Die durchschnittliche Spindellaufzeit von Maschinen ohne Automation beträgt etwa 1600 Stunden im Jahr, bei uns ist es dank Robotersystem etwa das Dreifache», erklärt Jens Buchert. «Automation ist also quasi ein Zeitraffer.» Bastian Hummel ergänzt: «Der Service von Hermle ist super, viele Probleme lassen sich gleich telefonisch zusammen mit der Anwendungstechnik klären. Bei Bedarf sind Ersatzteil und Monteur spätestens am nächsten Tag bei uns, und die Maschine läuft schnell wieder.»

KW Solution plant schon die nächste Erweiterung. «Wir wollen an das bestehende Robotersystem RS 2 mit der C 32 U noch ein weiteres Bearbeitungszentrum anschliessen», sagt Jens Buchert. «Wir haben Ideen für neue Bauteile, die wir für eigene Produkte benötigen. Dafür brauchen wir mehr Kapazität.»

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