Suvema Open House 2019

Automation und neue Bearbeitungstechnologien

| Redakteur: Anne Richter

Während des Suvema Open House konnten die Besucher sehr viele interessante und spezielle Fertigungslösungen und Kundenmaschinen besichtigen.
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Während des Suvema Open House konnten die Besucher sehr viele interessante und spezielle Fertigungslösungen und Kundenmaschinen besichtigen. (Bild: Anne Richter, SMM)

Neue Bearbeitungstechnologien im Langdrehen und Fräsen für eine hochpräzise und wirtschaftlichere Zerspanung in Kombination mit Automation standen im Zentrum des Suvema Open House Ende Oktober 2019. Die Besucher konnten zudem erstmals auch die neue Montagehalle besichtigen.

Die spezifischen Anforderungen der Kunden umzusetzen, ist ein zentrales Kriterium für die Suvema AG. Das Unternehmen versteht sich nicht allein als Maschinenlieferant, sondern als Technologiepartner, der als Kernstück zwar eine Maschine liefert, diese aber mit Automation und umfangreicher Peripherie angepasst auf Kundenbedürfnisse ausrüstet. Am Ende erhält der Kunde eine komplette Fertigungseinheit, die auf seine Fertigungsanforderungen zugeschnitten ist. Während des Suvema Open House vom 29. bis 31. Oktober 2019 konnten die Besucher einige spezielle Fertigungslösungen am Standort in Biberist besichtigen. «Wir haben den Zeitpunkt unseres Open House absichtlich so gewählt, dass wir sehr viele interessante Kundenmaschinen im Hause haben», berichtet Suvema Geschäftsführer Roland Gutknecht.

Effiziente Dreh- und Fräsbearbeitung mit hoher Präzision

Eine der vorgestellten Maschinen ist die Hochleistungsdrehmaschine LU 4000EX von Okuma. Der Hersteller verspricht durchschnittlich 35 Prozent weniger Stückzeiten und Stückkosten. Aufgrund der stabilen Bauweise und den überdimensionierten geschabten Flachbettführungen eignet sich diese Baureihe besonders für Werkstücke mit einem grossem Längen-/Durchmesserverhältnis für die 4-achsige Synchron- und Simultanbearbeitung.

Ausserdem vorgestellt wurde die Okuma MB-4000H, ein Bearbeitungszentrum für die hochpräzise und wirtschaftliche Zerspanung kleiner Werkstücke. Die Maschinen sind mit einem schnellen Palettenwechsler und einer breiten Linearführung ausgestattet. Ein weiteres Merkmal ist die hohe Achsenbeschleunigung. Mit dem angeschlossenem FMS-Container können die Nebenzeiten drastisch verringert werden. Die Spindeldrehzahl kann mit der Turn-Cut-Funktion mit einer Kreisinterpolation synchronisiert werden und eignet sich dadurch besonders für die Drehbearbeitung von Dichtflächen.

Die Multus U4000 2SW ist eine Multitasking-Drehmaschine für die prozessintensive Komplettbearbeitung kleiner bis grosser Losgrössen. Das Dreh-Fräszentrum in Fahrständer-Bauweise ist für höchste Ansprüche ausgelegt, Simultan- und Synchronbearbeitung sind dank Gegenspindel und optionalen unterem Werkzeugrevolver problemlos möglich. Leistungsstarke Spindelantriebe und grosszügige Verfahrwege prädestinieren die Maschine für komplexe Anwendungen bis hin zur simultanen 5-Achs-Bearbeitung. Damit passt die Maschine perfekt in den Schweizer Markt: «In der Grossteilebearbeitung werden in der Schweiz zum grossen Teil solche Multitasking-Maschinen eingesetzt, so wenig Umrüstungen wie möglich vornehmen zu müssen. Die Multus bietet in Kombination mit Automation eine sehr hohe Genauigkeit mit extrem hoher Leistungsfähigkeit», erklärt R. Gutknecht.

Langdrehen und Mikromachining

Während des Open House konnten die Besucher erstmals auch die neue Montagehalle besichtigen, die im Mai 2018 eingeweiht wurde. In dem neuen Anbau werden personalisierte Konfigurationen im Bereich Langdrehen und Mikromachining vorgenommen. Vorgestellt wurde unter anderem die neue Langdrehmaschine Citizen Cincom L12-X. Der neue Typ der L12-Reihe verfügt über eine Y2-Achse für noch mehr Funktionalität. Radial- und Achsialverzahnungen können simultan in einer Aufspannung fertig bearbeitet werden. Während der Hausausstellung hat Suvema die Fertigung von Breuget-Verzahnungen auf der L12-X in einem Arbeitsschritt präsentiert.

In weiteres Highlight bei Suvema war die Citizen Cincom D25-VIII, ein Langdreher mit Doppelwerkzeugträger und B-Achse für schnelle und komplexe Bearbeitungsprozesse. Das Doppelträgerlayout ermöglicht kurze Zykluszeiten für eine hohe Produktivität und niedrigen Teilekosten. Die grosse Anzahl von Werkzeugen sowohl für die Haupt- als auch für die Gegenspindel gewährleistet die kostengünstige Herstellung komplexer Werkstücke.

Referate zu neuen Bearbeitungstechnologien

Neben der Hausausstellung hat Suvema verschiedene Referate angeboten, die auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt war. Ein ganzer Tag war für neue Bearbeitungstechnologien im Langdrehen reserviert. Hier wurde besonders das spanbrechende Low frequency vibration cutting (LFV)-Verfahren vorgestellt. Die Antriebe der bearbeitenden Achsen erzeugen oszillierende Bewegungen in X- oder Z-Richtung, die mit der Spindeldrehzahl synchronisiert werden. Während einer Spindelumdrehung gibt es Richtungsänderungen der bewegten Achse, so dass Air-cuts entstehen, die die Späne definiert brechen. Die Länge der Späne kann mit einer Änderung der Frequenz gesteuert werden. Damit wird die Prozesssicherheit entscheidend erhöht, vor allem bei allen zähen Materialien, die zu langen Spänen neigen. Mit dem LFV-Verfahren lassen sich nahezu alle Geometrien effizient und prozessicher fertigen. Aufbauschneiden werden vermieden und die Standzeiten der Werkzeuge verlängert. Doch die LFV-Technologie ist ein relativ neues Verfahren. «Es braucht Zeit bis die Kunden überzeugt sind, die Technologie anzuwenden. Aber in dem Moment, wenn sie es einmal einsetzen sind sie zu 100 Prozent überzeugt und wollen nicht mehr darauf verzichten», berichtet R. Gutknecht.

Die Herstellung von Verzahnungen ist auch ein Thema bei Okuma. Das Unternehmen hat sich mit verschiedenen Verfahren zur Herstellung von Verzahnungen beschäftigt, unter anderem dem Power Skiving. Das Power Skiving ist eine produktive Methode zur flexiblen Bearbeitung von Lauf- und Passverzahnungen sowie von Steckverzahnungen. Das Verfahren hat aufgrund der Entwicklung moderner Multitasking-Bearbeitungszentren mit synchronisierten Spindeln eine neue Richtung eingeschlagen. Der japanische Werkzeugmaschinenhersteller Okuma bezeichnet sich selber als marktführend in Bezug auf Synchronisation. Die gesamte Technologie wird bei Okuma inhouse entwickelt und gefertigt, inklusive Controller, Antriebseinheiten, Motoren, Encoder sowie Software und Steuerung. Ein wichtiger Faktor dabei ist der Hochpräzisionsdrehgeber mit besonders hoher Auflösung. Einzigartig ist auch die Rückzugsfunktion des Werkzeugs bei einem Notaus. Dadurch wird eine Beschädigung der sehr teuren Skiving Werkzeuge vermieden. Aufgrund der Komplexität beim Herstellen von Verzahnungen ist nicht nur die passende Werkzeugmaschine gefragt sondern auch der Werkzeughersteller. Entscheidend ist, dass Anwender, Werkzeugmaschinen- und Werkzeughersteller müssen als Partner gut zusammenarbeiten, um das passende Verfahren zu entwickeln. -ari- SMM

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