Automationslösung für die Beschickung einer Okuma Multus 4000

Automatische Maschinenbeschickung mit Fanuc-Roboter

| Redakteur: Silvano Böni

Der Fanuc-Roboter des Typs M710iC/70 kann die Maschine mit Werkstücken bis zu 50 Kilogramm beschicken.
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Der Fanuc-Roboter des Typs M710iC/70 kann die Maschine mit Werkstücken bis zu 50 Kilogramm beschicken. (Bild: Bachmann Engineering)

Der Bachmann EasyFeeder wurde speziell für das Beschicken von CNC-Maschinen entwickelt. Eine der ersten Anlagen steht bei Müller Martini in Stans, wo ein Fräs- und Drehbearbeitungszentrum nun Wellen in kleineren und mittleren Losgrössen vollautomatisch handeln kann.

Die Müller Martini Maschinen und Anlagen AG war auf der Suche nach einer Automationsanlage, um ein Fräs- und Drehbearbeitungszentrum des Typs Okuma Multus 4000 mit Wellen in kleineren und mittleren Losgrössen vollautomatisch beschicken zu können. «Die Herausforderung für uns war, eine Automationsanlage zu finden, die den vielfältigen Anforderungen und Optionen beim Wellendrehen gerecht wird», sagt Josef Joller, Linienleiter bei Müller Martini.

Fündig geworden ist das Fertigungs- und Mechatronikunternehmen, das auf einer Fläche von 20 000 m2 in Hasle und Stans produziert und rund 230 Mitarbeiter beschäftigt, beim Zofinger Systemanbieter Bachmann Engineering AG. Dieser hat vor kurzem den Bachmann EasyFeeder (BEF) für genau solche Anwendungen lanciert.

Kompaktes System für Werkstücke bis zu einem Gewicht von 50 kg

«Der neu entwickelte Bachmann EasyFeeder (BEF) ist ein Automationssystem, das speziell für die Beschickung von CNC-Maschinen entwickelt worden ist», sagt Roger A. Bachmann, Geschäftsführer der Bachmann Engineering AG. «Das massive Grundgestell kann mit verschiedenen Typen von Knickarmrobotern ausgerüstet werden, so dass Werkstücke bis zu einem Gewicht von 50 kg beschickt werden können.» Trotz der kompakten Bauweise (Flächenbedarf von weniger als 2,5 m2) besteht die Möglichkeit, Palettenträger bis zur Grösse einer Europalette aufzulegen. Diese können dank dem integrierten Positioniersystem komfortabel mit einem Flurförderzeug be- und entladen werden. Der BEF ist so konzipiert, dass er innert kurzer Zeit mit einem handelsüblichen Palettenhubwagen von einer CNC-Maschine an eine andere verschoben werden kann.

Dabei lässt sich das System dank dem selbstzentrierenden Bachmann QuicklockSystem (BQS) wieder äusserst exakt zentrieren.

Wirtschaftliche Programmierung von Losgrösse 1

Was aber hat bei Müller Martini den Ausschlag für den Bachmann EasyFeeder, der mit einem Fanuc-Roboter des Typs M710iC/70 ausgerüstet ist, gegeben? «Die Anlage hat uns überzeugt, weil sie sehr viele Anwendungen abdecken kann und der Aufwand für das Umrüsten tief ist», erklärt Josef Joller. Hauptsächlich dafür verantwortlich ist die intuitive Prozessleitsteuerung Bachmann FlexHandling V4.0, mit welcher das Automationssystem bedient wird. Roger A. Bachmann: «Die Steuerung ist so konzipiert, dass keine Kenntnisse in der Programmierung von Robotern notwendig sind. Dies macht eine wirtschaftliche Programmierung von Losgrösse 1 möglich.» So können sämtliche Befehle und Parameter bis hin zu Offsetwerten auf dem Touch-Bildschirm eingegeben werden.

Ergänzendes zum Thema
 
Merkmale des Bachmann EasyFeeders

Um den Ansprüchen von Industrie 4.0 gerecht zu werden, verfügt die Steuerung zudem über sämtliche Anforderungen an Datenaufbereitung zur Regelung von individuellen Prozessabläufen und Informationsverarbeitung von Werkzeugstandzeiten.

Schubladenturm mit bis zu zehn Paletten

Der BEF ist aber nicht nur für Kleinstserien geeignet, sondern auch für sehr grosse Serien. So lässt sich die Anlage mit der Option Bachmann EasyStacker (BES), einem ausgeklügelten Schubladenturm, ausrüsten, was die Autonomie stark erhöht. Beim Stacker können bis zu zehn halbe Europaletten untergebracht werden, wobei der Palettenwechsel automatisch erfolgt. Somit kann auf der besagten Fläche von 2,5 m2 mit einer Autonomie von bis zu fünf Europaletten gearbeitet werden.

Uneingeschränkter Zugang zur CNC-Maschine

Sehr praktisch ist auch, dass dank dem Einsatz von neuster Sicherheitstechnik auf hindernde Schutzzäune verzichtet werden kann. Die Schutzzelle bleibt maschinenseitig offen, was einen nahezu uneingeschränkten Zugang zur CNC-Maschine erlaubt. All diese Funktionen tragen dazu bei, dass Müller Martini mit der beschafften Anlage zufrieden ist. Joller: «Die Automationslösung ist sehr gut. Und auch die Zusammenarbeit bei der Projektumsetzung war sehr gut. Die Leute von Bachmann sind auf Problemstellungen und Wünsche eingegangen und haben Lösungen gebracht.» SMM

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