Spannmittel in spezieller Mission

Automatisierte Anlagenbeladung

| Redakteur: Silvano Böni

Die EHA Composite Machinery GmbH baut kundenspezifische Anlagen für Anwender in aller Welt.
Bildergalerie: 4 Bilder
Die EHA Composite Machinery GmbH baut kundenspezifische Anlagen für Anwender in aller Welt. (Bild: Schunk)

Wer im Maschinen- und Anlagenbau auf der Suche nach effizienten Lösungen ist, tut gut daran, auch über den Tellerrand hinauszuschauen. So nutzt die EHA Composite Machinery GmbH aus Steffenberg beispielsweise spezielle Drehfutter von Schunk. Diese lassen sich automatisiert beladen, erhalten während des Wickelvorgangs selbsttätig ihre Spannkraft und gewährleisten eine zuverlässige, schonende und präzise Spannung der Produktionsschäfte. Im Zusammenspiel mit den Greifern bilden Drehfutter, Schaft und Liner ein starkes Team für das vollautomatische Teilehandling.

Ob Atemluft, Erdgas (CNG) oder Wasserstoff (CHG) – wenn Druckbehälter mobil eingesetzt werden, zählt jedes Gramm. Anstelle konventioneller Stahlflaschen kommen daher immer häufiger Druckbehälter aus leichten Faserverbundwerkstoffen zum Einsatz. Deren innerste Schicht besteht je nach Einsatzzweck aus einem dünnwandigen Stahl-, Edelstahl-, Aluminium- oder einem Kunststoffbehälter, dem sogenannten Liner. Dieser definiert das zu speichernde Volumen und die Form, gewährleistet die Dichtheit der Flasche gegen Permeation und nimmt das Ventil auf. Um die notwendige Druckfestigkeit der Flasche zu erzeugen, wird der Liner in den Anlagen der EHA Composite Machinery GmbH im Nasswickelverfahren zunächst mit Epoxidharz-imprägnierten Carbon-Fasern und anschliessend zum Schutz gegen Schnitte und andere mechanische Beschädigungen mit einer Glasfaserdeckschicht umwickelt. Im ausgehärteten Zustand gewährleisten Atemgasflaschen je nach Norm einen Arbeitsdruck von 200 bar und einen Berstdruck von 400 bar, Erdgas-(CNG-)Behälter circa 250 bar. Noch stabiler sind Wasserstoffdruckbehälter. Sie werden für einen Betriebsdruck von 700 bar beziehungsweise über 1600 bar Berstdruck ausgelegt. Die Werte lassen erahnen, wie hoch die Anforderung an die Sicherheit bei der Herstellung solcher Produkte ist. Stetes Ziel für die EHA-Kunden ist die Material- und Produktionskostenreduzierung bei gleichbleibendem Sicherheitsstandard.

Synchrone Beladung und Verarbeitung

Damit die Produktion der Composite-Flaschen möglichst effizient abläuft, werden mehrere Druckbehälter synchron umwickelt. Immer häufiger sind die Anlagen von EHA darüber hinaus mit einer automatisierten Beladung per Roboter ausgestattet, die eine maximale Effizienz und Prozessstabilität gewährleistet. Alle für die spätere Produktqualität entscheidenden Prozessschritte werden in diesen Anlagen voll automatisiert erledigt. Auf diese Weise gelang es EHA, in einer Fertigungszelle für Atemgasbehälter, die bei Luxfer Gas Cylinders, dem weltweit grössten Hersteller von Druckgasflaschen aus Aluminium und Composites, zum Einsatz kommt, die Ausbringungsmenge gegenüber früheren, konventionellen Anlagen um über 100 Prozent zu steigern.

Zur Handhabung und Spannung der Liner nutzt EHA Standardkomponenten von Schunk. Dabei gehen Dirk Fischer, zuständig für Projektleitung und Vertrieb, sowie Mike Neubert, Leiter Entwicklung und Konstruktion der Filament-Winding-Technologie, auch unkonventionelle Wege. So werden die Liner in pneumatisch betätigten Schunk-Keilhaken-Kraftspannfuttern der Baureihe ROTA TP gespannt. Die leistungsstarken Vorderendfutter sind standardmässig mit einem integrierten Pneumatikzylinder ausgestattet. Sie eignen sich damit für konventionelle Drehmaschinen ebenso wie für zyklengesteuerte Drehmaschinen ohne eigenen Hydraulik-Spannzylinder. Aufgrund des autarken Spannprinzips lassen sie sich darüber hinaus auch in anderen Anlagen nutzen, so beispielsweise in den Filament-Winding-Lösungen von EHA. Da die Luftzuführung bei ROTA TP bereits serienmässig über einen Schwebering realisiert ist, der am Spindelkasten montiert wird, entfallen zusätzliche Drehdurchführungen. Eine spezielle Abdeckung des Schweberings schützt vor Verschmutzungen. Geöffnet und geschlossen werden die Futter ausschliesslich im Stillstand. Nach dem Spannvorgang wird der Druck mithilfe eines doppelt wirkenden Rückschlagventils im Schunk Rota TP gespeichert, so dass das Futter während des Wickelvorgangs drucklos geschaltet werden kann.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 43895086 / Automation & Antrieb)