Abkantpresse in neuer Ausführung Biegsamer Charakter

Redakteur: Luca Meister

Mit dem Biegezentrum «P2lean», der neuen Abkantpresse «B3 ATA» sowie der flexiblen Biegezelle «FlexCell» konzentriert sich Salvagnini auf die Effizienzsteigerung nach dem Blechschneidprozess. Die B3 kombiniert die Leistung einer hydraulischen Biegemaschine mit der Reaktionsfähigkeit und der Präzision einer elektrischen Abkantpresse und behält gleichzeitig die Verbrauchswerte eines Hybridsystems bei.

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Noch leistungsfähigerer Biegeprozess: Die Abkantpresse «B3» in der Ausführung «ATA» macht es möglich.
Noch leistungsfähigerer Biegeprozess: Die Abkantpresse «B3» in der Ausführung «ATA» macht es möglich.
(Bild: Salvagnini)

mei. Auf der Euroblech 2014 hat Salvagnini die Abkantpresse «B3» in der Ausführung «ATA» präsentiert, die den Biegeprozess dank der automatischen Einstellung der Biegewerkzeuge noch leistungsfähiger macht. ATA steht für Automatic Tool Adjuster und ist eine auf der B3 montierte Vorrichtung, die es erlaubt, die Länge des oberen Werkzeugs automatisch einzustellen und so die Zeiten zu verkürzen und damit den Wirkungsgrad der Produktion beim Biegen von Einzelchargen oder parametrisierten Werkstücken zu erhöhen. Während sich der Bediener umdreht, um ein neues zu biegendes Blech zu entnehmen, stellt ATA praktisch ohne Zeitverlust automatisch die Länge des Werkzeugpakets und die variable Breite der V-Nut ein. Das System sieht die Verwendung von Standardwerkzeugen vor und kann für den konventionellen Betrieb auch deaktiviert werden.

Sicherheit und Geschwindigkeit

Die B3 ATA verfügt über eine sowohl im oberen als auch unteren Teil vollkommen geschlossene Struktur und garantiert somit Stabilität und eine Genauigkeit von zwei Mikrometern. Im Vergleich zu ähnlichen, hydraulisch betriebenen Modellen ist der Energieverbrauch um 70 Prozent geringer. Die grosszügige Maschinenbewegung beträgt 250 Millimeter pro Sekunde sowohl beim Absenken als auch beim Hochfahren.

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Dank dem «Lazersafe»-System, das höchste Arbeitssicherheit garantiert, kann die hohe Absenkgeschwindigkeit bis zu einem Abstand von zwei Millimeter von den Matrizen beibehalten werden, wobei die Biegegeschwindigkeit sofort erreicht wird.

Hohe Präzision und Wiederholbarkeit sind auch dank des von Salvagnini entwickelten Winkelmesssystems «AMS» (Angle Measurement System) möglich, dessen Funktionsweise von der Matrizengrösse unabhängig ist.

Feedback-System

Die Leistung der «SiX»-Steuerung garantiert extrem schnelle Messungen mit Feedback-Kontrolle. Ungenauigkeiten während des Biegevorgangs, z. B. wegen ungleichmässiger Stärke oder Änderungen des Biegewinkels aufgrund der Walzrichtung, werden während dem Zyklus kontrolliert und gesteuert.

Die Steuerung und das AMS messen die effektive Stärke des Materials just in dem Moment, wenn der Stempel das Blech berührt, und steuern die Bewegungen der Presse mittels Feedback-System. Dieses greift auf eine Datenbank mit Rückfederungs- und Blechstärkewerten zurück. Dadurch ist es nicht mehr erforderlich, vorzubiegen, den Winkel zu messen und dann erneut zu biegen. Anstelle überbiegt das System automatisch bis zu einem so grossen Winkel, dass das Blech nach der Rückfederung den gewünschten Winkel aufweist. Die neueste Version der Benutzerschnittstelle «PresConsole» sorgt ausserdem für eine einfache Programmierung und Steuerung der Maschine.

Neuer Ansatz

«Wir sehen in ATA nicht nur ein Werkzeugwechselsystem, sondern ein System, das die Herangehensweise an die Abkantmaschine verändert bzw. die Bedienung, das Potenzial und den Einsatzbereich neu interpretiert», erklärt Nicola Vanzo, Project Management Director bei Salvagnini Italia.

Der Bediener muss lediglich das Blech an die Anschläge anlegen und es gegebenenfalls während des Biegens begleiten, ohne sich um das Rüsten oder die zu verwendende Werkzeugstation zu kümmern, da das System von Mal zu Mal die erforderliche Einstellung von selbst anbietet. Die Abkantpresse ist somit in der Lage, ein Kit aus Teilen zu produzieren, die unterschiedliche Einstellungen erfordern, und es wird nicht mehr Zeit aufgewendet als die Summe der Zykluszeiten aller einzelnen Teile. Folglich werden Zwischenrüstzeiten eliminiert und das mit der Umrüstung verbundene Risiko umgangen. <<

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