L5 Faserlaser Bis fünf g

Redakteur: Luca Meister

Die «L5» von Salvagnini ist eine mit Zirkel ausgestattete Faserlaser- schneidmaschine, die Dynamiken bis zu fünf g erzielt und dabei den Energieverbrauch sowie die Betriebskosten auf niedrigstem Niveau hält. Wie alle Salvagnini-Systeme kann das System ohne Überwachung arbeiten und eignet sich auch für das Blechhandling zur Integration in automatisierte Fabriken. Mit der L5 werden unproduktive Vorgänge ausgeschlossen und dank diverser Features arbeitet die Maschine hocheffizient.

Firmen zum Thema

(Bild: Salvagnini)

mei. Die Faserlaserschneidmaschine «L5» von Salvagnini wurde hinsichtlich der Optimierung der Schnittbahnen weiter verbessert: Die Parallelkinematik des Zirkelsystems und der On-Fly-Schnitt wurden so weiterentwickelt, damit der Anwender effizienter arbeiten kann. Auch der Schnittvorgang weist wichtige Neuheiten auf: Ein Beispiel dafür ist die neue «APC»-Steuerung zur Anpassung des Einstechens, die erlaubt, die Gesamtbearbeitungszeiten drastisch zu reduzieren und gleichzeitig die Qualität für eine breite Auswahl an Materialien und Blechstärken zu erhöhen. «Die APC (Adaptive Piercing Control) verbessert den anfänglichen Einstich des Lasers beim Schneiden von mittelgrossen Stärken ab vier Millimeter», erklärt Pierandrea Bello, Product Manager bei Salvagnini Italia. «Es handelt sich um eine adaptive Steuerung, die während des Einstechens die Reaktion des Materials erfasst und darauf basierend die Einstichparameter angleicht. Praktisch bedeutet dies, dass nicht nur der Einstich des Lasers erkannt, sondern auch das Verhalten des Materials erfasst und die Parameteranpassung entsprechend vorgenommen wird.» Die daraus entstehenden Vorteile sind präzise Impulseinstiche auch bei äusserst kurzen Perforationszeiten. Ausserdem wird aufgrund präziserer und kleinerer Einstiche näher an den Schnitträndern Material gespart.

Neue Dry-Cooling-Funktion

Die L5 weist ausserdem zum ersten Mal einen Schneidkopf ohne die konventionelle Wasser- oder Gaskühlung auf. Es handelt sich dabei um die neue «Dry Cooling»-Funktion, die es erlaubt, auf die Zufuhr jeglicher Gase zum Kühlen der Schnittoptiken zu verzichten. Somit wird der Kühlmittel- und Energieverbrauch gesenkt, die Zuverlässigkeit des Schnitts gesteigert und die Haltbarkeit der Optiken erheblich verlängert.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

Eine weitere Neuheit ist die Anwendung des maschinellen Sehens «AVS» auf dem Laser. Diese Option bringt zahlreiche Vorteile mit sich wie etwa die Möglichkeit der schnellen Ausrichtung des zu bearbeitenden Bleches oder die Möglichkeit der Zentrierung auf bereits im Blech vorhandenen Bearbeitungen.

SIMFiber, CAMFiber

Zur besseren Steuerung der L5 dienen auch die neuen Software-Pakete «SIMFiber» und «CAMFiber». SIMFiber ist die neue auf der Maschine installierte Simulationssoftware (auch für das Büro erhältlich), welche die Bedienung der Maschine vereinfacht und den Bediener dank des neuen grafischen Layouts sowie neuer Funktionen bei der Interpretation des Verhaltens der Maschine sowie bei der Interaktion mit ihr unterstützt. Zu den interessantesten neuen Funktionen zählen die Möglichkeit, Mikroverbindungen direkt auf der Maschine einzugeben und zu verändern, die grafische Darstellung der Änderung der Geschwindigkeits- und Leistungsparameter sowie die Simulation in Echtzeit.

CAMFiber hingegen ist aus der durch alle Entwicklungsjahre der Fasertechnologie gesammelten Erfahrung entstanden. Die CAM-Parameter wurden vollständig überarbeitet, eine umfangreiche Datenbank für spezielle Funktionen und alle Materialien sowie Blechstärken wurde entwickelt, die alle ausschliesslich auf den Faserlaser optimiert wurden. CAMFiber vereinfacht die Programmierung für den Kunden, gewährleistet eine höhere Teilequalität und erreicht kürzere Zykluszeiten.

Hohe Dynamiken

Die L5 ist mit Automatisierungskomponenten für das Blechhandling erhältlich, die für eine unbemannte und in allen Verfahrensphasen optimierte Produktion entwickelt wurden: vom gelagerten Blech bis zum geschnittenen und getrennten, etikettierten und direkt an das nachgeschaltete Verarbeitungszentrum übergebenen Teil. Die Automatisierung sieht folgende Features vor:

  • 1. Mini-Magazine «MTW» für die Lagerung des Bleches, die hochgradig modular sind in der Anzahl sowie hinsichtlich des Layouts.
  • 2. Neue, schnelle Anbindung «ADL» für die Automatisierung des Be- sowie Entladens der Blechkomponenten mit kammartiger Ausbringvorrichtung vom Arbeitstisch, die durch das parallele Be- und Entladen eine weitere Effizienzsteigerung darstellt.

Für das Sorting, das Entladen und das Stapeln ist die L5 mit dem kartesianischen Manipulator «MCL» ausgestattet, der aus zwei separaten Drehmanipulatoren mit unabhängigen Saugelementen besteht. Werkstücke mit einem Gewicht von bis zu 130 Kilogramm können damit aufgenommen werden. Alle Phasen des Sortings, Entladens und Stapelns werden automatisch von der neuen Steuerungssoftware «CM» gesteuert. CM ist mit neuen automatischen Algorithmen für die Berechnung der Aufnahme und zur Vermeidung von Kollisionen ausgestattet, die zusammen mit der neuen 3D-Simulation auch vollkommen offline benutzt werden kann. Die modularen Anbindungen können problemlos in andere, nachgeschaltete Systeme integriert werden.

Losgrösse 1

Salvagnini dehnt somit die flexible Bearbeitung mit Losgrösse 1 auch auf ihre Lasersysteme aus. Ein Beispiel dafür ist der Einsatz des Systems L5 im Projekt «FlexCell» (das auf der Euroblech gezeigt wurde), bei dem jedes einzelne Teil gemäss einer entsprechen Sequenz und der jeweiligen Biegeanforderungen etikettiert und der nachgeschalteten Produktion zugeführt wird. <<

(ID:43513169)