Bühler-CEO Calvin Grieder zur Zukunft des international aufgestellten Schweizer Konzerns C. Grieder: «Wir halten am Standort Schweiz fest»

Redakteur: Matthias Böhm

Die Bühler-Gruppe – ein Zweieinhalb-Milliarden-Konzern – ist seit Jahren ununterbrochen auf Erfolgskurs mit einer interessanten Diversifikation: von der Lebensmitteltechnologie über Oberflächentechnik bis hin zu Druckgiessmaschinen. CEO Calvin Grieder sagt gegenüber dem SMM, wie er die Zukunft des international aufgestellten Schweizer Konzerns sieht und welche Rolle der Standort Schweiz in Zukunft spielen wird.

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«Bühler ist in den Wachstumsmärkten Nahrungsmittel und Mobilität hervorragend positioniert.» Calvin Grieder, CEO, Bühler AG
«Bühler ist in den Wachstumsmärkten Nahrungsmittel und Mobilität hervorragend positioniert.» Calvin Grieder, CEO, Bühler AG
(Bild: Bühler AG)

SMM: Wie hoch war die Wachstumsrate der Bühler AG in 2015 und darüber hinaus in den letzten fünf Jahren?

Calvin Grieder: Der Umsatz in 2015 wuchs in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld um 3,4 % auf CHF 2,4 Mrd. und der EBIT stieg um 22,4 % auf CHF 177 Mio. Dies entspricht einer EBIT-Marge von 7,3 % (Vorjahr: 6,2 %). Währungsbereinigt wären wir um 7,1 % gewachsen. Wenn wir die letzten fünf Jahre betrachten, haben wir regelmässig ein jährliches Wachstum von etwa fünf Prozent realisieren können. Das sind erfreuliche Zahlen und heben sich gesamthaft vom Durchschnitt der MEM-Industrie positiv ab.

Wie ist der aktuelle Auftragsbestand?

C. Grieder: Der Auftragsbestand ist etwa in der gleichen Höhe wie im letzten Jahr, wo wir einen sehr guten Auftragsbestand hatten. Die heutige Situation ist aus meiner Sicht für den Bühler-Konzern zufriedenstellend.

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Sie sagten auf der Bilanzpressekonferenz, Sie hätten Ihr Wechselkursrisiko abgesichert, können Sie das näher ausführen?

C. Grieder: Wir wussten, dass die Nationalbank den Euro-Franken-Kurs nicht für immer halten kann. Wenn wir einen Auftrag beispielsweise zum fixen Kurs von 1.20 Franken zum Euro holen, dann sichern wir diesen Auftrag zu dem jeweiligen Wechselkurs ab. Das heisst, wenn der Wechselkurs sich zu unseren Ungunsten verändern würde, hätten wir den Differenzbetrag versichert.

Was kostet eine solche Wechselkursabsicherung?

C. Grieder: Das ist etwa ein Prozent vom Umsatzvolumen des Auftrages. Es lohnt sich aus unserer Sicht in jedem Fall und ist für uns ein entscheidender Faktor gewesen, dass wir trotz der Freigabe des Wechselkurses am 15. Januar 2015 am Schluss ein sehr gutes Resultat einfahren durften.

Man spürt bei Ihnen eine gewisse Zuversicht, wenn es um die zukünftigen Geschäftsaussichten geht, können Sie das begründen?

C. Grieder: Wir sind in den beiden Wachstumsmärkten Nahrungsmittel und Mobilität hervorragend positioniert. Die Nahrungsmittelindustrie wird weltweit wachsen, sie ist eines unserer zentralen Standbeine. In diesem Segment haben wir eine ganz wichtige strategische Position, weil wir Anlagen produzieren und Lösungen bereitstellen, um Lebensmittel hoch effizient, mit hoher Qualität und sicher herzustellen. Auch im Bereich von gesünderen und sicheren Nahrungsmitteln erhöht sich die Nachfrage. Selbst wenn es in der Weltwirtschaft nicht zum Besten gestellt ist, leidet der Nahrungsmittelsektor langfristig betrachtet eher geringfügig. Zudem haben wir den Schritt vom reinen Maschinenbauer hin zum Lösungsanbieter gemacht, was heisst, dass wir gemeinsam mit dem Kunden neue Produkte und Anlagen entwickeln, die ihm einen Vorsprung im Markt ermöglichen.

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