Studer-Schleifmaschinenplattform mit FANUC-Steuerung CNC für die Zukunft

Redakteur: Silvano Böni

Das Innenschleifen von Flanschteilen oder bis zu 1300 mm langen Spindeln – für die Studer S141 ist beides kein Problem. Die im Herbst 2014 vorgestellte Maschine ist der erste Vertreter einer neuen Maschinenplattform fürs universelle Innenschleifen, der auf der EMO 2015 weitere Grössenmodelle folgten. Neben verschiedenen neuen Funktionen wartet die S141 auch mit der jüngsten Fanuc CNC 31i-B auf, die gegenüber ihrem Vorgängermodell ebenfalls zahlreiche Verbesserungen mit sich bringt.

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(Bild: Fanuc)

Mit der S141 plant Studer ein neues Marktsegment zu erobern. Die Universal-Innenrundschleifmaschine eignet sich ideal zum Schleifen langer Werkstücke bis zu 1300 mm, wie zum Beispiel Spindelwellen, Spindelgehäusen, Rotorwellen oder Achsen. Während kurze Bauteile lediglich ins Futter aufgenommen werden, lassen sich lange zusätzlich mit einer Lünette abstützen.

Die von Grund auf neu entwickelte S141 überzeugt schon auf dem Papier: Die maximale Schleiflänge beträgt innen 250 mm und aussen 150 mm. Der Schwingdurchmesser über dem Tisch liegt bei maximalen 400 mm, und das Werkstückgewicht darf bis zu 250 kg betragen. Der Name Studer steht auch bei der S141 für Präzision, die sich zunächst auf das Granitan-Maschinenbett mit seinem guten Wärme- und Dämpfungsverhalten stützt. Die grossen Führungsbahnabstände und die steif gebauten Schlitten tragen zu grosser Stabilität bei, die für eine dynamische Präzisionsbearbeitung unabdingbar ist. Zusätzlich sind alle genauigkeitsbestimmenden Komponenten temperaturstabilisiert.

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Leistungssteigernde Neuheiten wie das patentierte Führungsbahnsystem StuderGuide sorgen für schnelle, hochpräzise Achsbewegungen. Insbesondere, da alle Achsen mit Linearantrieben ausgerüstet sind. Auch der Schleifspindel-Revolver mit bis zu vier Schleifspindeln (davon maximal zwei Aussenschleifspindeln) wird direkt angetrieben und ist damit ausserordentlich schnell. Zum achsparallelen Schleifen von Konen und Kegeln lässt sich der Werkstücktisch automatisch schwenken. Für jede Anwendung hält Studer die passende Abrichtstrategie auf bis zu zwei Abrichtstationen bereit. Zudem wurde ein Messtaster integriert, der die Längsposition axial und radial bestimmen kann.

Die CNC: bewährt zuverlässig und zukunftsorientiert

Auf Steuerungsseite setzt Studer auf bewährte Technologie und gute Erfahrungen, wie Wolfgang Labus, Leiter Product Engineering, betont: «Bereits seit 1992 arbeiten wir im Bereich Steuerungs- und Antriebstechnik partnerschaftlich mit Fanuc zusammen. Insbesondere schätzen wir die hohe Zuverlässigkeit der Fanuc-Hard- und Software, die auch für neu auf den Markt gebrachte Produkte gilt. Darum haben wir nicht gezögert, unsere Neuentwicklung S141 mit der ebenfalls relativ neuen Fanuc-Steuerungsgeneration 31i Model B auszustatten.»

Wie bereits die bisher für Studer-Maschinen eingesetzten Steuerungen verfügt auch die gewählte Variante über einen integrierten Fanuc-Industrie-PC «Panel i», auf dem die Studer-Software mit eigener Bedienoberfläche läuft. Dazu gehört zum Beispiel das StuderPictogramming, bei dem der Bediener die einzelnen Schleifzyklen aneinanderreiht und der ISO-Code vom PC generiert wird. Die Software zur Schleifscheibenvermessung Studer Quick-Set reduziert die Umrichtzeiten bis zu 90 Prozent.

Die von Studer entwickelten Programme StuderWIN und StuderSIM eignen sich für vielfältige Applikationen im Innenschleifen und ermöglichen das sichere Programmieren von allen Basiszyklen für das Schleifen, Abrichten und prozessunterstützende Messen. Vor allem StuderWIN überzeugt durch Mikrofunktionen, mit denen sich Schleif- und Abrichtablauf frei programmieren lassen, um den Schleifprozess zu optimieren. Softwareoptionen für die Schleiftechnologie-Berechnung, optimiertes Abrichten sowie Kontur-, Gewinde- und Formenschleifen erhöhen zusätzlich die Funktionalität der Maschine.

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