Jahresergebnisse 2025 Dätwyler mit gestärkter Profitabilität

Quelle: Pressemitteilung 7 min Lesedauer

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Dätwyler einen Umsatz von CHF 1100.5 Mio. Bereinigt um negative Währungseffekte von -3.7 Prozent wuchs das Unternehmen organisch um 3.1 Prozent. Aufgrund dieser Währungseffekte lag der ausgewiesene Umsatz insgesamt um 0.6 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Volker Cwielong (CEO) und Judith Walsum (CFO) während der Präsentation der Jahresergebnisse 2025 am 12. Februar 2026 in Zürich.(Bild:  Nastassja Neumaier)
Volker Cwielong (CEO) und Judith Walsum (CFO) während der Präsentation der Jahresergebnisse 2025 am 12. Februar 2026 in Zürich.
(Bild: Nastassja Neumaier)

Dätwyler, ein führender Anbieter von systemkritischen Elastomerkomponenten, erzielte im Berichtsjahr 2025 entscheidende Fortschritte und richtet das Unternehmen konsequent auf profitables Wachstum aus. Der Umsatz wuchs währungsbereinigt um 3.1 Prozent auf CHF 1100.5 Mio. (Vorjahr CHF 1107.7 Mio.), getragen von einer dynamischen Entwicklung in der Division Healthcare.

Dätwyler steigerte das Betriebsergebnis (EBIT) im Berichtsjahr trotz negativer Währungseinflüsse um 15.7 Prozent auf CHF 136.6 Mio. (Vorjahr bereinigt CHF 118.1 Mio.) Die EBIT-Marge erhöhte sich deutlich auf 12.4 Prozent (Vorjahr bereinigt 10.7 Prozent). Die verbesserte Profitabilität resultierte aus Skaleneffekten im Healthcare-Geschäft, einem verbesserten Produktmix sowie ersten nachhaltigen Ergebnisbeiträgen aus dem 2024 lancierten Transformationsprogramm «ForwardNow». Trotz eines Umsatzrückgangs konnte im zweiten Halbjahr eine EBIT-Marge von 12.6 Prozent erzielt werden, was die operativen Fortschritte eindrücklich unterstreicht und deutlich über dem bereinigten Vorjahreswert von 9.5 Prozent liegt.

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Das Nettoergebnis im Berichtsjahr stieg auf CHF 80.8 Mio. (Vorjahr bereinigt CHF 69.0 Mio.), das Ergebnis je Aktie auf CHF 4.75 (Vorjahr bereinigt CHF 4.06). Der operative Cashflow belief sich auf CHF 173.8 Mio. (Vorjahr CHF 171.7 Mio.), der Free Cashflow erreichte CHF 129.4 Mio. (Vorjahr CHF 127.9 Mio.). Trotz des wachstumsbedingt höheren Working Capitals stärkte Dätwyler die Bilanz weiter und reduzierte den Nettoverschuldungsgrad (Nettoschulden/EBITDA) auf 1.8 (Vorjahr bereinigt CHF 2.2). Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung daher eine unveränderte Bardividende von CHF 3.20 pro Inhaberaktie sowie CHF 0.64 pro Namenaktie.

Dätwyler hat 2025 wichtige operative Fortschritte erzielt und die Profitabilität deutlich verbessert. Zudem haben wir unsere Projektpipeline gezielt mit einem höheren Anteil hochwertiger Produkte und Dienstleistungen für global führende Kunden weiterentwickelt und gleichzeitig mit dem Transformationsprogramm «ForwardNow» wesentliche Optimierungen im Unternehmen umgesetzt. Damit sind wir gut aufgestellt, um das nachhaltige und profitable Wachstum von Dätwyler weiter zu stärken.

Volker Cwielong, CEO Dätwyler

Dynamik im Healthcare-Geschäft mit nachhaltiger Margenverbesserung

Die Division Healthcare erzielte 2025, bereinigt um wechselkursbedingte Effekte, ein Umsatzwachstum von 8.1 Prozent auf CHF 462.7 Mio. (Vorjahr CHF 446.0 Mio.). Die gegen Ende des ersten Quartals einsetzende Erholung der Kundennachfrage setzte sich im zweiten Halbjahr wie erwartet fort. Die Phase des Lagerabbaus bei den Kunden ist damit weitgehend abgeschlossen. Die Geschäftsentwicklung wurde zusätzlich durch den Serienanlauf mehrerer Kundenprojekte mit hochwertigen Produkten gestützt. Dazu zählen unter anderem spraybeschichtete NeoFlex-Kolbenstopfen für vorgefüllte Spritzen sowie Komponenten für ein führendes GLP-1-Medikament zur Gewichtsreduktion. Der Anteil von Produkten und Dienstleistungen im Segment des hochwertigen Leistungsangebots erhöhte sich damit auf 35 Prozent des Umsatzes, in der Projektpipeline, die die zukünftigen Kundenprojekte in Entwicklung und Industrialisierung umfasst, beläuft er sich neu bereits auf rund 70 Prozent.

Die Profitabilität verbesserte sich deutlich, getragen durch eine höhere Kapazitätsauslastung, einen verbesserten Produktmix sowie gezielte Effizienzsteigerungen, unter anderem im Rahmen des Transformationsprogramms «ForwardNow». Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg um 28.3 Prozent auf CHF 79.3 Mio. (Vorjahr bereinigt CHF 61.8 Mio.), die EBIT-Marge erhöhte sich auf 17.1 Prozent (Vorjahr bereinigt 13.9 Prozent). Die operativen Fortschritte zeigten sich noch deutlicher im zweiten Halbjahr 2025, in dem die EBIT-Marge mit 17.4 Prozent mehr als 40 Prozent über dem bereinigten Vorjahreswert von 12.2 Prozent lag. Gleichzeitig profitiert das Healthcare-Geschäft von strukturellen Wachstumstreibern, insbesondere der zunehmenden Selbstanwendung injizierbarer Biologika und verschärften regulatorischen Anforderungen (EU-GMP Annex 1), die den Zielmarkt für hochwertige Komponenten schneller wachsen lassen als den Gesamtmarkt.

Division Industrial mit operativen Fortschritten, gestärkter Ertragsbasis und Straffung des Produktportfolios

Die Division Industrial hielt den Umsatz im Berichtsjahr operativ stabil bei CHF 642.8 Mio. Unter Berücksichtigung von Währungseinflüssen entsprach dies einem Rückgang von -3.3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (CHF 664.8 Mio.). Während die Nachfrage in den Automotive- und Industriemärkten in Europa und den USA verhalten blieb, entwickelte sich das Geschäft in China weiterhin positiv. Der Gewinn strategisch relevanter Neugeschäfte stärkte den mittel- und langfristigen Auftragsbestand. Im Bereich Food & Beverage erweiterte Dätwyler die Kapazitäten für die Produktion von Aluminium-Kaffeekapseln. Auf Divisionsstufe ermöglichten die gezielte Umsetzung operativer Verbesserungen sowie ein konsequentes Kostenmanagement in einem äusserst anspruchsvollen Marktumfeld eine Steigerung der Profitabilität. Der EBIT erhöhte sich auf CHF 57.3 Mio. (Vorjahr bereinigt CHF 56.3 Mio.), die EBIT-Marge stieg auf 8.9 Prozent (Vorjahr bereinigt 8.5 Prozent). Insbesondere im zweiten Halbjahr 2025 zeigte sich die verbesserte Ertragskraft mit einer EBIT-Marge von 9.1 Prozent, deutlich über dem bereinigten Vorjahreswert von 7.6 Prozent.

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Die Ertragsbasis der Division Industrial wurde 2025 weiter gestärkt, insbesondere durch die Justierung im Rahmen von «ForwardNow». Die Zusammenführung von zwei Business Units zur Einheit Transportation & Electronics, strukturelle Maßnahmen sowie die Verlagerung von Aktivitäten aus dem Standort Vandalia verbesserten die Kosten- und Kapitaleffizienz. Gleichzeitig baute Dätwyler seine Position im chinesischen Automotive-Geschäft weiter aus, das inzwischen über ein Drittel des Automotive-Umsatzes ausmacht, und gewann neue Projekte unter anderem in den Bereichen Luftfederung, moderne Bremssysteme (Brake-by-Wire), Thermomanagement sowie Hoch- und Niedervolt-Steckverbindungen. Im Food & Beverage-Geschäft stärkt die Mehrheitsbeteiligung an Capsul’in die Position im Markt für Nespresso-kompatible Aluminiumkapseln und ergänzt das Umsatzprofil um einen Beitrag im mittleren zweistelligen Millionen-CHF-Bereich. Im Bereich General Industry wurde die strategische Ausrichtung auf Zielmärkte wie Energie, Aerospace und medizinische Geräte weiter geschärft, was zu neuen Auftragsgewinnen und ersten Umsätzen mit Neukunden führte.

Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an Capsul’in

Dätwyler hat die im Dezember 2025 angekündigte Mehrheitsbeteiligung an Capsul’in erfolgreich abgeschlossen. Die Übernahme ist Teil der konsequenten Umsetzung der Dätwyler Strategie, das Food & Beverage-Geschäft in strukturell wachsenden und wenig zyklischen Marktsegmenten mit kontinuierlichem Kundenbedarf gezielt auszubauen. Mit der Transaktion stärkt Dätwyler seine Position im Markt für Nespresso-kompatible Aluminiumkapseln, erweitert seine Kompetenz im Lösungsdesign und festigt die Positionierung als führender Anbieter anspruchsvoller Dicht- und Verpackungslösungen im hochregulierten Lebensmittelumfeld.

Capsul’in leistet einen stabilen Beitrag zur Top-Line-Entwicklung im mittleren zweistelligen Millionen-CHF-Bereich, erhöht die Visibilität und Planbarkeit der Erträge und stärkt die Innovationskraft. Die Akquisition wurde vollständig aus bestehenden liquiden Mitteln finanziert. Die geplante Erweiterung der Produktionskapazitäten am Schweizer Standort Schattdorf verläuft planmässig und schafft die Grundlage für eine skalierbare Weiterentwicklung auf erhöhter Umsatzbasis. So eröffnen sich attraktive mittel- bis langfristige Wachstums- und Ergebnisperspektiven, zusätzlich unterstützt durch den regulatorischen Trend von Kunststoff- zu Aluminiumkapseln.

Dätwyler mit geschärfter Wachstumsstrategie

Dätwyler nutzte das Berichtsjahr, um die Wachstumsstrategie weiterzuentwickeln und den Fokus gezielt auf hochwertige Komponenten und verstärkt auf Marktsegmente mit langfristigen Wachstumstrends, hohem Differenzierungspotenzial und nachhaltigen Eintrittsbarrieren zu legen. Zentrale Pfeiler bleiben die ausgeprägte Materialexpertise, kundenorientiertes Lösungsdesign und die effiziente Industrialisierung von Produkten. Durch die gezielte Kombination dieser Kernkompetenzen schafft Dätwyler für seine Kunden den entscheidenden Mehrwert – von der Materialentwicklung über die gemeinsame Lösungsfindung bis hin zur Industrialisierung in globalen, kundennahen Technologie- und Produktionsnetzwerken.

Ende 2024 hat Dätwyler das Transformationsprogramm «ForwardNow» lanciert, mit dem Ziel, die operative Leistungsfähigkeit nachhaltig zu stärken und profitables Wachstum zu ermöglichen. «ForwardNow» verläuft planmässig, sodass die angestrebten Ergebnisbeiträge weiterhin realistisch sind. Die Umsetzung in den vier definierten Handlungsfeldern – Optimierung des Produktionsnetzwerks, Stärkung der kommerziellen Exzellenz, Fokussierung des Produktportfolios sowie Einführung eines Zielbetriebsmodells – zeigt bereits erste Wirkung. Eine fokussierte und disziplinierte Kapitalallokation stellt sicher, dass Investitionen ausgewogen auf Margenpotenzial, Zyklizität und den Investitionsbedarf der jeweiligen Geschäftsmodelle in den Zielmärkten ausgerichtet werden.

Darüber hinaus verbesserte Dätwyler auch die operative Effizienz im Ressourcen- und Materialeinsatz weiter. Insbesondere konnten die Treibhausgasemissionen (Scope 1 und 2) gegenüber dem Basisjahr 2023 um 52.1 Prozent reduziert werden. Auch die Elastomerabfälle als wichtigste Abfallkategorie wurden gegenüber dem Vorjahr um 2.2 Prozent verringert. Die im Rahmen der Science Based Targets Initiative (SBTi) definierten kurzfristigen Reduktionsziele wurden erfolgreich validiert. Die Nachhaltigkeitsleistung wurde zudem von EcoVadis erneut mit dem Platin-Standard bewertet.

Geordnete Nachfolge im Verwaltungsrat sichert Kontinuität und strategische Führung

An der ordentlichen Generalversammlung 2026 treten Jürg Fedier nach elf Jahren und Gabi Huber nach dreizehn Jahren altersbedingt aus dem Verwaltungsrat zurück. Britt Hendriksen wird von Jürg Fedier den Vorsitz des Audit Committee übernehmen. Neu werden der Generalversammlung Stephanie Bregy und Christian Holzgang zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen. Stephanie Bregy ist seit 2019 Group General Counsel der SBB. Zuvor war sie in verschiedenen internationalen Funktionen für Novartis tätig. Sie verfügt über umfangreiche Erfahrung im Aufbau und der Führung von Legal- und Compliance-Teams. Christian Holzgang ist seit 2024 CEO der Amsonic-KKS Gruppe und verfügt über langjährige Führungserfahrung in der produzierenden Industrie.

Zudem hat der Verwaltungsrat Jens Breu als Nachfolger von Paul Hälg als Verwaltungsratspräsident nominiert. Paul Hälg begleitet das Transformationsprogramm «ForwardNow» noch bis zur ordentlichen Generalversammlung 2027 und wird anschliessend altersbedingt aus seiner Funktion zurücktreten. Jens Breu kennt als langjähriger CEO der börsennotierten SFS Group die Zielmärkte von Dätwyler und ist mit den strategischen Fragestellungen eines globalen Komponentenzulieferers bestens vertraut. Er ist seit 2019 Mitglied im Dätwyler Verwaltungsrat.

Zuversichtlicher Blick auf kontinuierliche Ergebnis- und Wertsteigerung

Dank der nachhaltigen Verbesserungen aus «ForwardNow», gezielter Investitionen in Innovation und Wachstum sowie der starken Marktpositionen ist Dätwyler in beiden Divisionen gut aufgestellt. Mittelfristig erwartet das Unternehmen unverändert ein jährliches organisches Umsatzwachstum im höheren einstelligen Prozentbereich sowie eine EBIT-Marge von über 17 Prozent.

Für 2026 ist Dätwyler trotz anhaltender geopolitischer und handelspolitischer Unsicherheiten zuversichtlich, Umsatz und Profitabilität kontinuierlich steigern zu können. Die Division Healthcare bleibt der zentrale Treiber, gestützt durch den weiteren Hochlauf neuer Serienprojekte, steigende Volumina in bestehenden Kundenprogrammen sowie zusätzliche Skaleneffekte. Innerhalb der Division Industrial schaffen die strategische Neuausrichtung in den Automobil- und Industriemärkten, der wachsende Asien-Anteil sowie die Fortschritte aus «ForwardNow» die Grundlage für eine schrittweise Verbesserung. Im Food & Beverage-Geschäft wird vor dem Hintergrund des Kapazitätsausbaus sowie der Mehrheitsbeteiligung an Capsul’in ein anhaltendes Umsatzwachstum sowie eine weitere Stärkung der Positionierung als führender Anbieter anspruchsvoller Dichtlösungen im hochregulierten Lebensmittelumfeld erwartet.

Alle erwähnten Gewinnzahlen aus dem Vorjahr sind um die Einmalkosten aus dem Transformationsprogramm «ForwardNow» bereinigt.

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