Energieeffizienz Das VW-Ökoprogramm und die Folgen
Die Volkswagen AG macht im positiven Sinne «blau»: Sie baut nicht nur sparsame Fahrzeuge und engagiert sich bei Elektroautomobilen, sondern baut sogar umweltfreundliche Blockkraftwerke. Wie wirkt sich das Leitmotiv «Think Blue. Factory» auf Menschen, Methoden und Maschinen in der Fabrik aus?
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«Think Blue. Factory» gilt natürlich auch am grössten Standort, in Wolfsburg. «Wir bauen saubere Autos in einer sauberen Fabrik mit sauberer Energie» – Standortleiter Prof. Dr. Siegfried Fiebig liegt das Thema Umweltschutz von jeher am Herzen. Beispielhaft ist hier die im Werk Wolfsburg Anfang 2009 in Betrieb genommene Photovoltaik-Anlage, die zu einer der grössten Anlagen in Norddeutschland gehört. Mit den Solar-Anlagen am Standort Wolfsburg werden über 1600 Tonnen CO2 im Jahr eingespart.
Energieeffiziente Planung und Automatisierung
Wie komplex und vielschichtig das Thema ist, beweist die Zahl der Gesprächspartner bei einer Vorortrecherche in Wolfsburg: Gleich vier Führungskräfte treffen zum Interview ein. Das sind Dipl.-Ing. Andreas Michalzik, der als Leiter Standortplanung auch den Part des Umweltbeauftragten und Energiemanagers des Standortes Wolfsburg übernimmt. Zu seinen Mitarbeitern gehört Karsten Bosse, der sich als Leiter Steuerung Standortaufgaben auch um das Energiemanagement kümmert. Ihn betreut als Dienstleister Andreas Neumann, Leiter der Planung der VW Kraftwerk GmbH. Für die energieeffiziente Planung und Automatisierung der Produktionsanlagen ist innerhalb der Standortplanung Dipl.-Ing. Thaddaeus Kustra, Leiter Automatisierungs- und Prüftechnik, zuständig.
Der Komplexität des Themas begegnen die Fachleute durch regelmässige Treffen in Arbeitskreisen und beim Know-how-Austausch in übergeordneten Konzerntreffen mit anderen Standorten. Damit einmal entdeckte Lösungen sich nicht auf eine Abteilung oder einen Standort beschränken, sammelt sie VW in einer konzernweiten EDV-Anwendung unter dem Begriff «massnahmen@web». «Wir entwickeln technische und organisatorische Massnahmen und setzen sie nach entsprechender Prüfung und Ausplanung am Standort Wolfsburg um», erklärt Bosse. Gleichzeitig werden diese Ideen den anderen Standorten zentral zur Verfügung gestellt.
Faserlasersystem mit einer Laserschweisszange
«Think Blue.» heisst es auch in der Produktion. Neue Produktionsverfahren reduzieren den Verbrauch von Strom und Druckluft und senken den CO2-Ausstoss. Ein Beispiel dafür sind Innovationen in der Lasertechnik. Seit August 2010 wird in einer Versuchsanlage im Werk Wolfsburg serienbegleitend ein Faserlasersystem mit einer Laserschweisszange getestet, dessen Wirkungsgrad um ein Vielfaches erhöht ist. Dieses System kann die zurzeit überwiegend im Einsatz befindlichen Stablasersysteme ablösen. VW legt Wert darauf, dass die Maschinen- und Anlagenbauer die Vorgaben der im Rahmen von Effizienzuntersuchungen neu entstandenen Lastenhefte strikt einhalten. «Wir setzen bei Fahrzeugwechseln bei den neuen Produktionsanlagen beispielsweise auf energieeffiziente und standardisierte Antriebstechnik, die wir im Lastenheft vorschreiben», sagt Abteilungsleiter Kustra. «Um nicht Äpfel mit Birnen vergleichen zu müssen, kontrollieren wir mit einer Checkliste bei den Angeboten, ob die Lieferanten auch die von uns vorgeschriebenen energieeffizienten Komponenten einsetzen.»
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