Restrukturierungen

Der Faktor „Mitarbeiter“ bei Umstrukturierungen

< zurück

Seite: 3/4

Anbieter zum Thema

Entlassungen und Schließung von Betriebsteilen werden die Folge sein.“ Seien Sie klar in Ihren Aussagen und scheuen Sie sich nicht, auch unangenehme Wahrheiten anzusprechen. Die Mitarbeiter möchten wissen, woran sie sind, welche Auswirkungen die Veränderungen auf ihre Rolle und den Arbeitsplatz haben.

Zweitens, seien Sie Vorbild! Bringen Sie sichtbare und authentische Opfer, dann haben Sie auch die Mitarbeiter auf Ihrer Seite – gerade bei multinationalen Unternehmen eine enorme Signalwirkung. Fliegen Sie also Economy statt Business oder First Class. Stellen Sie Ihr Auto auf den „normalen“ Mitarbeiterparkplatz; Ihr ehemaliger Parkplatz am Unternehmenseingang erhält ab sofort das Schild „Nur für Kunden“.

Mitarbeitervertretung ist sofort einzuziehen

Drittens, binden Sie die Mitarbeitervertretung sofort mit ein! Bei den meisten Restrukturierungen wird der Betriebsrat gesetzeskonform erst zum letztmöglichen Zeitpunkt informiert. Blockade und Protest der Mitarbeiter sind die natürliche Folge. Zwar ist die frühzeitige Einbindung des Betriebsrats eine heikle Gratwanderung, schließlich muss er die Interessen der Mitarbeiter vertreten, dennoch ist es auf Dauer die effektivere Lösung.

Ein Beispiel aus dem Anlagenbau. Weltweit befand sich die Branche im Umbruch. Innovative Technik und neue Wettbewerber drängten auf den Markt, die Preise fielen. Der Geschäftsbereich Anlagenbau eines deutschen Unternehmens hatte es schlichtweg verpasst, rechtzeitig die Weichen für die Zukunft zu stellen: Der Umsatz war innerhalb eines Jahres um ein Drittel eingebrochen. Nur eine umfassende Restrukturierung kann das Unternehmen noch retten. Da der Umsatz um ein Drittel eingebrochen war, mussten mindestens genau so viele Mitarbeiter entlassen und ein Standort geschlossen werden – die Zustimmung des Betriebsrates war unumgänglich.

Verhandlungen mit dem Betriebsrat können hart werden

Also ihn besser von Anfang an in den Prozess einbinden. In einem ersten Gespräch bespricht der Krisenmanager detailliert die Situation des Unternehmens und legt einen Fahrplan für das weitere Vorgehen fest. Danach finden intensive und harte Verhandlungen mit dem Betriebsrat statt, die meist mit einer Einigung in letzter Minute enden. Beim ersten Gespräch beschwert sich der Vorsitzende des Betriebsrates nun über das schlechte Arbeitsklima und die mangelnde Infrastruktur in der Abteilung Anlagenplanung.

(ID:35756100)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung