Interview mit Konrad Meier, Lenze Bachofen AG

Der Mitarbeiter ist der Schlüssel zum Erfolg

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Welche Märkte sind für Lenze Bachofen in der Schweiz am wichtigsten?

K. Meier: Grundsätzlich haben wir bei Lenze die drei Fokusbranchen Consumer Goods (Produktions-, Verpackungs- und Palettierungssysteme in der Pharma-, der Getränke- und der Lebensmittelindustrie), Intralogistik und Automotive. Unsere Lösungen kommen aber auch in anderen Branchen wie Holz, Druck und Textile sowie bei vielen Sondermaschinenbauern zum Einsatz. Insbesondere in der Schweiz sind, auch historisch bedingt, die Druck-Weiterverarbeitung sowie die Textil-Branche zwei wichtige Gebiete. Ein weiteres Segment ist dabei Handling und Robotik. All diese Branchen benötigen immer flexiblere Systeme – und viele Maschinenbauer integrieren aus diesem Grund Roboter in ihre Maschinen.

Sie erwähnten die Robotik und, dass deren Stellenwert immer mehr zunehmen würde. Was kann Ihr Unternehmen dazu beitragen?

K. Meier: Wir adressieren das ganz speziell mit unserem System FAST (Feasibly Applicable Software Toolbox). Das ist ein Software-System, basierend auf Codesys. Damit lässt sich einfach und schnell eine modulare Maschinensteuerung entwickeln. Zuzüglich den vorgefertigten Robotik-Modulen, die Lenze anbietet, gelingt eine Integration der Kinematiken in den gesamten Prozess sehr einfach. Bis zu 80 Prozent des Software-Engineerings kann damit abgedeckt werden. Der Anwender kann also mehr Zeit für sein Prozess-Know-how aufwenden als zur reinen Standard-Programmierung.

Stichwort Antriebe: Die neue Energieeffizienz-Norm IE3 für Motoren ist seit diesem Jahr Pflicht. Die zweite Phase für kleinere Antriebe startet 2017. Sind Sie gewappnet für diese Umstellung?

K. Meier: Ja, wir sind bestens dafür vorbereitet. Allerdings schauen wir mit Lenze BlueGreen Solutions schon ein wenig weiter in die Zukunft und auch über den Tellerrand hinaus. Das heisst, wir schauen uns den kompletten Antriebsstrang an. Energie wird nicht nur mit modernen Antrieben gespart, auch Rückspeise-Module oder Frequenzumrichter können einen grossen Beitrag dazu beisteuern. Unser i500-Frequenz­umrichter erfüllt zum Beispiel bereits jetzt im Leistungs­bereich von 0,25 bis 110 kW die Wirkungsgradklasse IE2 der kommenden Norm EN 50598-2.

Diese «Energiespar-Technik» kostet aber einen Aufpreis. Wird das vom Kunden angenommen?

K. Meier: Das ist unterschiedlich. Bei energieintensiven Anlagen spielt das sicherlich eine Rolle, dort geht es um jedes Kilowatt. Der Total Cost of Ownership ist natürlich mit energieeffizienter Hardware besser, aber je nach Land, wo das Produkt hingeht, spielt das leider eine untergeordnete Rolle. Dort zählt dann nur der niedrige Endpreis. <<

(ID:43718136)