Interview mit Konrad Meier, Lenze Bachofen AG

Der Mitarbeiter ist der Schlüssel zum Erfolg

| Redakteur: Silvano Böni

Der Werkplatz Schweiz wird immer mehr zum Engineering- und Dienstleistungsplatz.
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Der Werkplatz Schweiz wird immer mehr zum Engineering- und Dienstleistungsplatz. (Bild: Thomas Entzeroth)

Wie hat der 15. Januar die Schweiz verändert und wie wird sich der hiesige Werkplatz weiterentwickeln? Wir sprachen mit Konrad Meier, CEO von Lenze Bachofen, und bekamen spannende Antworten. Ausserdem erläuterte er im Gespräch, wie man sich von seinen Mitbewerbern abgrenze und welche Rolle dabei seine Mitarbeiter spielen.

SMM: Seit dem 15. Januar hat sich der Schweizer Markt stark verändert. Wie sehen Sie die Situation?

Konrad Meier: Nach einer kurzen Erholungsphase, nach der Krise 2008/2009, hat sich der lokale Schweizer Markt aufgrund der Euro-Problematik massiv verändert. Wir beliefern hauptsächlich OEMs, welche fast ausschliesslich in der Exportindustrie tätig sind, diese mussten erhebliche Umsatzverluste hinnehmen. Bei grossen Wertschöpfungsanteilen in der Schweiz ist die Verlagerungsproblematik natürlich vorhanden, und sind diese Geschäfte einmal weg, kommen sie auch nicht mehr in die Schweiz zurück. Bei einigen grösseren Kunden in der Schweiz machen wir zwar noch das Engineering und haben den Prototypenbau gemacht, aber die Produktion ist heute vermehrt im Ausland. Diese Kunden können wir aber mit unseren Lenze Niederlassungen in über 60 Ländern auch an den neuen Produktionsstandorten sehr gut unterstützen.

Der 15. Januar ist nun schon relativ lange vorbei. Haben sich Ihre Kunden mittlerweile an den neuen Kurs gewöhnt?

K. Meier: Ganz klar nein. So schnell konnte man das nicht kompensieren. Denn optimiert und gespart hatten vorher schon alle. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass dieser Kurs zu tief ist.

Wie wird sich der Werkplatz Schweiz dadurch entwickeln?

K. Meier: Der Werkplatz wird, so wie es bereits angefangen hat, immer mehr zum Engineering und Dienstleistungsplatz werden. Der Highend-Maschinenbereich wird sicherlich auch noch seinen Platz finden, aber die Tendenz, die Produktion ins Ausland zu verlagern, kann man wohl nicht mehr aufhalten.

Gute Mitarbeiter sind das A und O eines Unternehmens. In Ihrem Büro steht eine Auszeichnung für den besten Arbeitgeber. Anscheinend machen Sie alles richtig …

K. Meier: Der Mitarbeiter ist der Schlüssel zum Erfolg. Umso schöner ist es, wenn diese die Arbeit hier und die Arbeitsbedingungen schätzen. Wir beteiligen uns alle drei Jahre an der Wahl zum besten Arbeitgeber. Ziel war es jedoch nicht, einen Pokal abzustauben. Wir wollten eine Standortbestimmung. Was ist attraktiv bei uns? Wo haben wir noch Schwachpunkte? Wenn man dann auch noch einen Pokal dafür gewinnt, weiss man, dass man vieles richtig gemacht hat.

Gute Mitarbeiter sind das eine, Lenze hat aber eine stattliche Anzahl an Mitbewerbern. Wie grenzen Sie sich von ihnen ab?

K. Meier: Wir heben uns sicherlich ab, indem wir ein sehr umfassendes Produkt- und Dienstleistungsportfolio von der Welle bis zur Visualisierung bieten und mit unserem Konzept dem Kunden wieder den Freiraum für seine spezifischen Entwicklungen geben. Dazu gehört eine standardisierte modulare Software und Konzepte, die die Maschinenbedienung vereinfachen, sowie intelligente Systemintegration durch unsere qualifizierten Mitarbeiter. Wir bieten unseren Kunden einen offenen Software- und Feldbusstandard. Für die Entwicklung unserer verschiedenen Produkte besitzt Lenze diverse Entwicklungseinheiten, welche über die Jahre spezifisches Know-how aufgebaut haben. Als Beispiel in der Schweiz können wir die 100-prozentige Lenze-Tochter Fa. Lenze Schmidhauser in Romanshorn nennen, die mit rund 85 Mitarbeitern für die Entwicklung der Lenze-Umrichtertechnik verantwortlich zeichnet. Auch unser neustes Kind, der Frequenzumrichter i500, wurde dort entwickelt, was mich als Verwaltungsrat der SAG besonders gefreut hat.

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