Die ZM Solutions AG mit Sitz in Bern hat sich auf die Implementierung und Optimierung digitaler Workflows in Dentallaboren spezialisiert. Zugleich gehören der Verkauf von Dentalprodukten für den digitalen Workflow sowie der 3D-Druck und das Fräsen von Prothesen und Zahnersätzen zum Portfolio. Gefräst wird mit Mikrowerkzeugen von OSG.
Etabliert sind in der Fertigung von ZM Solutions AG bereits die Fräser «WXS-CRE» für das Schruppen und «WXL-LN-EBD» für das Semischlichten und Schlichten. Die Arbeit mit «DG-LN-EBD»-Fräsern in Zirkonoxid und den «LN-EBO»-Sonderfräsern in PMMA ist derzeit in der Testphase.
(Bild: OSG)
Die Dentallabore in der Schweiz befinden sich aktuell in einem tiefgreifenden Wandel. Angesichts neuer Technologien, einer verschärften Wettbewerbssituation und eines die Branche bestimmenden Nachwuchsproblems ergibt sich die Frage, mit welchen Weichenstellungen die Wirtschaftlichkeit erhöht und die Zukunftsfähigkeit der Labore gesichert werden können. Analysen haben gezeigt, dass dienstleistungsorientierte Arbeitsweisen und der Einsatz digitaler Technologien der Schlüssel zum Erfolg sind. Im Kielwasser der Digitalisierung erlangen dabei die individuelle Betreuung und Beratung eine entscheidende Bedeutung.
Zugleich erlangen Qualität, Termintreue, Flexibilität und Zuverlässigkeit einen nochmals höheren Stellenwert. Der Wandel vom reinen Produkt- zum Dienstleistungsanbieter geht dabei oft mit einem erweiterten Leistungsangebot einher.
«Die Digitalisierung des Arbeitsalltages nimmt aber nicht nur zu, sie wird auch immer komplexer», schätzt Georg Orosz, Geschäftsführer der ZM Solutions AG, ein. «Zwar werden die Softwaresysteme einfacher in der Anwendung, sie decken aber auch mehr Funktionalitäten ab. Um sich das nötige Wissen anzueignen, braucht der Nutzer Schulung.»
Zumal sich auch die Hardware rasant weiterentwickelt. Zwar sind die grundlegenden Aufgaben des Zahntechnikers über die Jahre gleich geblieben: Er stellt den individuellen Zahnersatz her. Mit der älter werdenden Bevölkerung und der Digitalisierung kommen jedoch neue Aspekte hinzu. Nicht nur, dass die Zähne länger erhalten werden sollen, auch die eingesetzten Materialien ändern sich, zum Beispiel hin zu Keramikvarianten. So wird etwa Zirkonoxid vom basalen Bereich zur Schneide immer weicher, ausserdem spielt der ästhetische Aspekt eine immer wichtigere Rolle.
Die Konsequenz? Regelmässig bedarf es neuer Frässtrategien. Und eben auch der Schulung. Allerdings muss differenziert werden: Während nämlich die grossen Fräszentren der Schweiz in der Regel Mitarbeiter beschäftigen, die sich um solche Bearbeitungsstrategien kümmern, besteht bei kleineren Laboren nicht selten Nachholbedarf – und das weniger bei der Ausstattung als beim Support und den Partnerschaften.
Kurzfristig die Lösung liefern
Die ZM Solutions AG hat sich mit seiner Leistungssuite auf den digitalen Workflow in Dentallaboren spezialisiert. Hier zieht sich die Digitalisierung inzwischen von der Datenübernahme vom Zahnarzt über das Datenhandling, die -verarbeitung und das Design bis hin zum fertig produzierten zahntechnischen Werkstück.
«In diesem Kontext designen und produzieren wir auch», berichtet Orosz. «Das ist aber nur ein kleinerer Teil unseres Spektrums. Das wichtigste Segment ist der Support.» Hier läuft bei der ZM Solutions AG heute alles online. Kommt ein entsprechendes Ticket rein, meldet sich ein Mitarbeiter innerhalb von 30 Minuten beim Kunden. Das kann schon mit der fertigen Lösung sein, es kann aber auch die weitere Vorgehensweise betreffen. Normalerweise werden Anfragen so in einem halben Tag abgearbeitet. Dieser Support und der Softwareverkauf machen einen grossen Teil des Leistungsumfangs der ZM Solutions AG aus. Hinzu kommen das Fräsen und der 3D-Druck – sowie der Verkauf von Materialien wie Zirkonoxid und weitere Dienstleistungen.
Vom 3D-Drucker bis zum kompletten Workflow
«Wir verkaufen auch 3D-Drucker und stellen zugleich den kompletten Workflow zur Verfügung», vervollständigt der Geschäftsführer. Der aktuelle etwa sei vier Monate lang intensiv getestet worden. «So können wir sicherstellen, dass wir unseren Kunden nach dem Kauf in allen Details zur Seite stehen können. Denn der Support ist auch hier entscheidend.»
Effizient im Netzwerk arbeiten
Additiv wird in Bern mit sechs 3D-Druckern gefertigt; beim Fräsen kommen drei Maschinen zum Einsatz. Bei Letzterem sei die ausschlaggebende Anforderung an die eingesetzten Werkzeuge die Standzeit, hebt Orosz hervor. «Wichtig ist zugleich die gute Implementierbarkeit in die Software», ergänzt er. «Schliessich kann man das Werkzeug nicht einfach in die Aufnahme stecken und losfräsen. Unsere Kunden sollen sich damit aber gar nicht erst befassen müssen.»
Stand vom 30.10.2020
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group AG, Seestrasse 95, CH-8800 Thalwil, einschließlich aller mit ihr verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de/de/smm abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Um auch hier Lösungen zu bieten, bewegt sich die ZM Solutions AG in einem partnerschaftlichen Netzwerk von Maschinen-, Software- und Werkzeugherstellern. Wie das aussehen kann, erläutert Orosz an einem aktuellen Projekt: «Derzeit entwickeln wir gemeinsam mit OSG eine spezielle Komponente in der digitalen Implantologie», umschreibt er allgemein. «Der erste Schritt umfasste das Designen. Im nächsten wurden dann Wurzelstifte gefräst.» Das sei nicht trivial, betont Orosz. Wenn zu viel nachgefräst werde, würde der Stift anfangen zu vibrieren. «Also muss er schon im ersten Schritt passen. In OSG haben wir dafür einen Partner gefunden, der die richtigen Werkzeuge ausgewählt und mit dem CAM-Hersteller die passende Strategie erarbeitet hat.» Dazu Jens Schöngarth, Teamleader Business Unit Dental & Medical bei OSG: «Nachdem die Strategie fertig war, haben wir sie bei uns getestet und zusammen mit dem CAM-Hersteller der ZM Solutions AG vorgestellt.»
Akribie bei Werkzeug und Werkstück
Dass die Strategie erfolgreich war, ergibt sich zum Gutteil aus den grundlegenden Eigenschaften der OSG-Werkzeuge. «Ein Punkt, in dem sich unsere Fräser vom Markt abheben, ist die Tatsache, dass sie auf ± 3 bis 5 µ äusserst genau geschliffen sind», sagt dazu Schöngarth. «Das geht einher mit einer hohen Konturgenauigkeit, die beispielsweise bei der Herstellung von Passungen extrem wichtig ist.» Um Genauigkeiten im µ-Bereich geht es etwa, wenn ein Patient eine Teleskopprothese bekommt. Dafür muss das Sekundärteil exakt auf die Primärkrone passen. Orosz fräst daher seine Werkstücke vor, seien es Kronen oder Prothesen. Dann wird in 2-µ-Schritten nachgefräst, bis es passt. «Das geht super mit den Werkzeugen», betont er.
Zerspanung von PMMA: scharfe Schneiden entscheidend
Ein weiteres Merkmal der Werkzeuge bringt Magnus Hoyer, Leiter der OSG-Academy in Göppingen (D), ins Spiel. «Für die Zerspanung von PMMA schwört OSG bis heute auf zweischneidige, beschichtete Werkzeuge.»
Die hochpolierte DLC-Beschichtung ist dafür besonders dünn, sodass die Werkzeuge scharfkantig bleiben, zugleich aber Langlebigkeit garantieren. «Erst kürzlich haben wir für einen grossen Werkstoffspezialisten im deutschsprachigen Raum eine einschneidige Geometrie entwickelt, die ein Zusetzen des Fräsers verhindert.» Kunststoff wird bei hohen Drehzahlen bekanntlich warm und schmilzt.
Die Folgen? Das Werkzeug schmiert zu, die Spanabfuhr wird behindert, das Werkzeug kann brechen. «Wir haben heute eine Geometrie in petto, die das verhindert», so Hoyer. Eine Lösung hat OSG auch für die unterschiedlichen Kontaktpunkte, die beim Fräsen zwischen Werkstück und Werkzeug auftreten. «Für ein Kugelwerkzeug ergeben sich hieraus unterschiedliche Radialkräfte, sodass es umso weiter weggedrückt wird, je mehr man an der Seite fräst», erläutert Hoyer. «Um hier Massstabilität zu gewährleisten, arbeiten wir unsere Mikrofräser extrem tropfenförmig aus. Mit einer besonders grossen Verjüngung erreichen wir, dass am Aussendurchmesser keine flächigen Anlagepunkte auftreten.»
Ein letztes Beispiel sei mit der Änderung des Spanwinkels bei grösseren Mikrowerkzeugen genannt: Weil das Werkzeug bei der Arbeit am Aussendurchmesser unterschiedlich weggedrückt wird, reduziert OSG diesen Winkel von der Mitte bis zum Aussendurchmesser, sodass der Schneiddruck sinkt. Eine Technologie aus dem Werkzeug- und Formenbau, die sich im Dentalbereich eins zu eins anwenden lässt.
Schruppen von Titan: fünfschneidige VHM-Torusfräser
«Die wichtigsten Anforderungen an Werkzeuge in der Dentalbranche sind Präzision, Langlebigkeit und Performance», fasst Hoyer zusammen.
Für die Prozessauslegung, Programmierung und die Bearbeitungsstrategie sei zudem der Austausch mit Spezialisten wichtig. Mit welchen Ergebnissen, zeigt sich an den verschiedenen Materialien. So verwendet die ZM Solutions AG zum Schruppen von Titan fünfschneidige VHM-Torusfräser der «WXS-CRE»-Serie, mit denen bis 65 HRC gearbeitet werden kann.
«Wir setzen das Werkzeug zum Beispiel für das Schruppen der Wurzelstifte ein, wo uns das konturnahe Rausfräsen sehr zugutekommt. Zugleich erreichen wir in Titan eine hohe Oberflächengüte, die im Dentalbereich grundsätzlich sehr wichtig ist, speziell aber auch für die Weiterbearbeitung», berichtet Orosz. Sehr gut geeignet seien die Fräser auch für die Herstellung von Retainern. Dabei handelt es sich um kieferorthopädische Systeme, die Zähne nach einer kieferorthopädischen Therapie in ihrer neuen Position halten sollen. Vereinfacht gesagt, werden sie als sehr dünne Vierkantdrähte gefräst. «Stabilitätsprobleme treten dabei nicht auf, auch die Passgenauigkeit ist hervorragend», berichtet Orosz. Für das Semischlichten und Schlichten in Titan bringt er die Kugelwerkzeuge «WXL-LN-EBD» zum Einsatz, die sich als zweischneidige Fräser mit langem Hals aufgrund ihrer sehr positiven Auslegung und der «WXL»-Beschichtung bestens für Titan eignen.
Fertig ohne Handarbeit
Bei der Bearbeitung von Zirkonoxid und PMMA ist Orosz derzeit noch in der Testphase. «Ich habe schon verschiedene Designs erstellt sowie die Frässtrategien geprüft. Zum Einsatz kamen hier diamantbeschichtete VHM-Fräser der «DG-LN-EBD»-Reihe. Mit welchem Ergebnis? «Die Oberfläche war nach dem Fräsen so gut, dass sie nach dem Sintern wie poliert aussah.» Bleibt noch PMMA, das in Kürze mit «LN-EBD»-Sonderwerkzeugen bearbeitet werden soll. «Auch dem sehe ich ausgesprochen positiv entgegen», unterstreicht Orosz. Er weiss: Die Digitalisierung in Dentallaboren ist äusserst komplex. Unterstützung sei da hochwillkommen. «Mit OSG haben wir einen Partner, der Ressourcen und Know-how im Werkzeugbereich bündelt, sodass wir Kunden direkt mit den speziellen Informationen versorgen und ihre Probleme lösen können.»