Interview anlässlich der Swisstech 2014

Die Herausforderung «Zukunft» annehmen

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Welche Synergien ergeben sich mit den neuen Eigentümern? Ändert sich etwas für den Schweizer Standort?

S. Sels: Mit dem Kauf von Maagtechnic profitiert ERIKS von den Strukturen und der Ausstrahlung eines Traditionsunternehmens. Der Name Maagtechnic ist seit über 100 Jahren ein Begriff in der Schweiz und für uns sehr wichtig. Am Erscheinungsbild wollen wir deshalb festhalten. Für die bisherigen Mitarbeiter ist die Übernahme nicht mit einschneidenden Veränderungen verbunden. Wir möchten die lokale Präsenz von Maagtechnic in der Schweiz weiter stärken, indem wir das Sortiment mit Dienstleistungen, Produkten und Fertigungslösungen von ERIKS ergänzen. Wir werden deshalb die Standorte ausbauen. Wir führen zahlreiche Eigenmarken, die wir über Maagtechnic auf dem Schweizer Markt einführen können. Viele der Kunden wünschen sich eine Reduzierung der Zahl ihrer Lieferanten und streben an, möglichst alles aus einer Hand einzukaufen. Es gehört zum Konzept, an den Standorten neben dem Sortiment die Hilfe von Spezialisten anzubieten. Das werden wir auch in der Schweiz so machen. Wir sind vor allem für die Industrie tätig, und da gibt es ganz klar eine Nachfrage, die wir durch den Kauf von Maagtechnic bedienen können.

Wie stellt sich Maagtechnic auf die heutigen Wettbewerbsbedingungen, insbesondere auch auf den starken Schweizer Franken, ein?

S. Sels: Der Wettbewerb im Schweizer Markt hat sich in den vergangenen Jahren stetig verstärkt. Durch den starken Schweizer Franken hat sich die Lage für die Schweizer Zulieferer weiter verschärft. Maagtechnic stellt sich dieser Situation, indem wir unsere traditionellen Stärken, wie etwa die Fach-, Sourcing- und Anwendungskompetenz, weiterentwickeln. Zudem erhöhen wir den Innovationsgrad unserer Leistungen laufend und richten uns konsequent auf die Kundenbedürfnisse aus, sodass wir bei vielen Kunden zum Beispiel TCO einsparen, Prozesse optimieren oder die Zeit der Anlagenverfügbarkeit erhöhen können. Durch das breite und tiefe Leistungsangebot von ERIKS werden wir noch internationaler ausgerichtet sein, was für die Zusammenarbeit mit vielen Schweizer Kunden an Bedeutung gewonnen hat.

Welchen Stellenwert hat der Werkplatz Schweiz für Maagtechnic?

D. Honegger: Die Schweizer Industrie ist schon immer unser Kernmarkt gewesen. Maagtechnic ist dank des vielschichtigen Know-hows für viele Schweizer Maschinenbauer und Zulieferer ein wichtiger Partner. Wir sind stolz darauf, viele namhafte Schweizer Hersteller von hochwertigen Maschinen mit unseren Produkten und Services zu bedienen. Aber gerade dies ist für uns ein Antrieb, neben der Fachkompetenz und der Lieferfähigkeit auch unsere Innovationsfähigkeit stark auszubauen, um mitzuhelfen, die wirtschaftliche Zukunft unserer Kunden zu sichern.

Sie sagen, dass fundiertes, technisches Know-how und Dienstleistungs-orientiertes Engagement die Basis Ihres Erfolgs sind. Finden Sie genügend Mitarbeiter?

D. Honegger: Wir haben intern viel Know-how aufgebaut. Die Mitarbeiter, welche wir nicht mit dem entsprechenden Wissen im Markt finden, können wir intern oder in unserem Netzwerk (Lieferanten, Hochschulen usw.) weiterbilden. Dieses fundierte Know-how geben wir in Form von verschiedenen Fachkursen an unsere Kunden weiter. Das Wissensmanagement ist für uns zentral. Für uns steht nicht nur das Produkt- oder Anwendungswissen im Fokus, sondern auch das Geschäft unserer Kunden – das wollen wir besser verstehen. Deshalb haben wir ein Maagtechnic–Wissensmodell erarbeitet, welches stark mit dem Intranet verankert ist.

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