Schweizer Qualitätszulieferer 2021: IBOR AG Die IBORianer geben Vollgas!

Von Matthias Böhm

Im Zentrum der Firmenstrategie stehen gut ausgebildete und selbständige Polymechaniker, die sämtliche Arbeitsschritte erledigen. Ab Dezember 2021 arbeiten 30 Personen im Betrieb. Und damit nicht genug: Das Unternehmen will weiterwachsen.

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Hier kommen moderne Frässtrategien voll zum Tragen: Aus dem Block gefrästes Bauteil aus rostfreiem Stahl.
Hier kommen moderne Frässtrategien voll zum Tragen: Aus dem Block gefrästes Bauteil aus rostfreiem Stahl.
(Bild: Thomas Entzeroth)

Es ist eine Spielerei – aber eine aussagekräftige: Zuunterst auf der Website der IBOR AG ist in Echtzeit angezeigt, wie stark die verschiedenen CNC-Fräsmaschinen während der nächsten vier Wochen ausgelastet sind.

Die Zahlen sind beeindruckend, sie schwanken zwischen 90 und 100 Prozent. Ein Traumwert.

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In der Krise investiert

Die CNC-Fräsmaschinen laufen auf Hochtouren. «Bei uns geht momentan die Post ab», sagt Manuel Meier, seit 2018 Inhaber und CEO. «Das haben wir erwartet und uns im 2020 darauf vorbereitet.» Auch die IBOR AG hat die Krise gespürt. Während zweieinhalb Monaten im Jahr 2020 gingen weniger Aufträge ein. Doch statt auf die Bremse zu treten, gab man in Ettiswil (LU) Vollgas: Neben der bereits budgetierten grossen Maschine Reiden RX12 mit 5-fach-Palettenwechsler ø 1200 mm schaffte man spontan noch eine zweite Maschine vom Typ Matec mit einer Bearbeitungsgrösse von X 3500 / Y 1000 mm an und nutzte die Ruhe für die Schulung des Personals. Möglich war dieser Kraftakt dank der guten Ergebnisse der Vorjahre. Kurzarbeit war nie ein Thema. «Sie verlangsamt», so Manuel Meier. Schweizer Qualitätszulieferer 2021:«Ein Betrieb kann nicht auf Aufträge reagieren, die schnell erledigt sein müssen.» Doch genau das ist eine der Spezialitäten des 1976 gegründeten Unternehmens: Jobs, die rasch und mit höchster Qualität abgewickelt werden müssen. Die Strategie ist aufgegangen: «Wir waren auch in der Krise agil und haben 2020 ganze 35 Neukunden gewonnen.» Das Ergebnis des ersten Coronajahres kann zwar nicht ganz mit jenen zuvor mithalten, ist aber dennoch gut.

99 Prozent Schweizer Kunden

Die IBOR AG produziert Frästeile bis fünf Meter aus Aluminium, Stahl und Edelstahl, Kunststoff und Buntmetallen. Oft stellt sie Einzelteile oder kleine und mittelgrosse Serien her. Zudem wird auch gehärtet, vernickelt, verchromt, eloxiert, lackiert oder beschriftet. Zu den Kunden gehören Firmen aus den Sparten Maschinen- und Metallbau, Automation, Energie und Umwelt, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik sowie Fahrzeugbau. In Rennwagen sind Teile aus Ettiswil genauso anzutreffen wie in Helikoptern. Bemerkenswert ist die äusserst geringe Exportquote: 99 Prozent der produzierten Ware geht an Schweizer Firmen.

Grossen Wert legt man auf die Selbständigkeit des Personals – es umfasst fast ausschliesslich Polymechaniker. Sie erledigen sämtliche Arbeitsschritte selbst, von der Programmierung über die Herstellung bis zur Endkontrolle des Bauteils. Praktisch jede Maschine verfügt über einen eigenen CAM-​Arbeits­platz, an dem die 3D-Daten verarbeitet und Programme erstellt werden.

Konsequente Wachstumsstrategie

Derzeit zählt das Unternehmen 29 Personen, ab Dezember sind es 30: davon vier Polymechaniker-Lernende. Damit der Nachschub an qualifizierten Fachkräften sichergestellt ist, werden jedes Jahr ein bis zwei Polymechaniker ausgebildet. Das Durchschnittsalter im Team ist tief, die Fluktuation ebenfalls. Für eine gute Motivation sorgen neben der grossen Verantwortung und dem vielfältigen Arbeitsbereich Pluspunkte wie regelmässige Ausflüge oder die grüne Oase direkt neben der Fabrikhalle: ein lauschiges Gartenplätzchen inklusive Holzgrill. Zum Vergleich: Vor gut zwei Jahren arbeiteten noch 22 Angestellte bei der IBOR AG. Die Expansion soll fortschreiten. Der Personalbestand wird weiterwachsen und die Kapazitäten noch einmal erheblich zulegen. Damit einhergehen werden bauliche Erweiterungen. Die Zukunft dürfte ähnlich spektakulär aussehen wie die Gegenwart mit ihrer Traumauslastung.

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