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SMM Kongress 2019: Dieter Meier als Special Guest Dieter Meier: Eins und eins macht mehr als zwei

| Autor / Redakteur: Autorin: Aleksandra Djordjevic / Matthias Böhm

Am SMM-Kongress wird Dieter Meier als Special Guest auftreten. Dieter Meier ist eine der facettenreichsten Persönlichkeiten der Schweiz: Musiker, Künstler, Wein- und Schokoladenproduzent, Farmbesitzer, Restaurantbetreiber und Unterhalter. Unsere Kollegin Aleksandra Djordjevic hat ein kurzes Porträt über Dieter Meier geschrieben.

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Seine neueste Leidenschaft ist die Schokolade. Zusammen mit der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) in Wädenswil hat Dieter Meier im Dezember 2017 ein neues Verfahren entwickelt, um Schokolade herzustellen.
Seine neueste Leidenschaft ist die Schokolade. Zusammen mit der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) in Wädenswil hat Dieter Meier im Dezember 2017 ein neues Verfahren entwickelt, um Schokolade herzustellen.
(Bild: Dieter Meier)

Dieter Meier (73) war und ist Künstler, Musiker, professioneller Pokerspieler, Filmemacher, Autor, Restaurantbetreiber, Rinderzüchter, Farmbetreiber, Wein- und Schokoladenhersteller und vieles mehr. Doch wie entwickelte er sich vom Künstler, Musiker und Entertainer zum Farmbetreiber und Schokoladenproduzenten, um gleichwohl noch immer als Künstler in einem präsent zu sein?

Ein lebendes Kunstwerk

Er macht Kunst und ist zugleich ein lebendes Kunstwerk. Auch seine musikalischen Werke waren und sind Kunstobjekte.

Begonnen hat er seine Karriere mit einem abgebrochenen Jurastudium als professioneller Pokerspieler. Mit einer öffentlichen Selbstinszenierung machte Dieter Meier 1969 in Zürich auf dem Heimplatz auf sich aufmerksam. Das Kunstkonzept hiess «Die neue moderne Kunstrichtung». So zählte er vom 17. bis am 21. November, während fünf Arbeitstagen, von acht bis sechzehn Uhr jeweils tausend Metallstücke ab und packte sie in Plastiksäcke. «Diese Nägel abfüllen, das war eine einfältige, langweilige Aufgabe, leer und unnötig. Es gab keine Rechtfertigung für diese Performance ausser der, dass ich sie wollte. Ich entzog mich den utilitaristischen Sinnstiftungen, die unsere Welt bestimmen», so Meier. Auf der «Documenta 5» in Kassel, der bedeutendsten modernen Kunstausstellung der Welt, etablierte er sich dann als Schweizer Künstler in den Augen der Weltöffentlichkeit.

Das Spektakel in New York

Eines von vielen bedeutenden Spektakeln, welche Dieter Meier hinlegte, war 1971 in New York. Meier stand am Eingang zur Ausstellungseröffnung des New York Cultural Center mit einer Pistole in der Hand, und vor ihm ein Schild mit der Aufschrift «This man will not shoot». Zwei Tage später kaufte er auf der Strasse für einen Dollar von Passanten das Wort «Yes» oder «No» und bescheinigte jeden, der mitmachte, mit einem Zertifikat. Er erklärte zwei Polizisten seine Aktion, die verständigten daraufhin zwei spezialisierte Kollegen aus der Psychiatrie. «Keinen anderen Sinn, als dass es da ist», meinte Meier.

The Godfather of Electropop

Der Durchbruch als Musiker kam dann Mitte der 80er-Jahre zusammen mit Boris Blank mit der Band «Yello», mit der sie viele Preise gewannen. Ihre Musik vermengte dadaistische Merkmale mit künstlerischen Aspekten. Sie gewannen den World Music Award in Monte Carlo und wurden mit dem Kunstpreis der Stadt Zürich ausgezeichnet. Dieter Meier und Boris Blank galten ausserdem als die «Godfathers of Electropop». «Ohne Boris Blank wäre ich nie Musiker geworden», meint Meier respektvoll.

Der kleine «Heuer» und «Güllewagen-​Fahrer»

Wenn man an Dieter Meier denkt, kommt einem der Schnauzer, das Halstuch, das Einstecktuch und die Zigarre in den Sinn. Doch was reizt den Musiker und Entertainer, plötzlich Farmbetreiber und Weinhersteller zu werden? Dieter Meier hatte schon als kleiner Junge eine Affinität zu Bauernhöfen. Seine Familie hatte ein Ferienhaus in Bächau, wo er sich an einem nahen Bauernhof in seinen jungen Jahren als Heuer und «Güllewagen-Fahrer» nützlich machte. Da entstanden seine Neugier und Leidenschaft zur Natur und Landwirtschaft.

Fasziniert von Argentinien

1973 reiste Dieter Meier das erste Mal nach Argentinien und besuchte da eine «Estancia». Er war von der Weite, der Fruchtbarkeit und den verschiedenen Möglichkeiten der Klimazonen des Landes fasziniert. Später wurde dort das Fundament für seine eigene Farm gelegt. 1977 kaufte er Land. Heute besitzt er fünf Farmen und einen Weinberg in Argentinien. Alles wird biologisch angebaut. Dieter Meier meint: «Argentinien hat dank seiner geografischen Lage alle Klimata und Zusammensetzungen von Erde, die es möglich machen, vernünftig biologisch anzubauen.» In Argentinien habe man die perfekten Voraussetzungen, verschiedenste Produkte anzubauen, von Baumnüssen in Patagonien bis zum Weinbau auf 3000 Metern über dem Meer in der Provinz Salta.

Seine Rinder sind zwölf Monate lang auf der Weide und ernähren sich ausschliesslich von Gras. Dadurch werde das Fleisch aromatisch, sei viel gesünder und habe eine völlig andere Cholesterinstruktur als das der europäischen Bio-Rinder.

Was haben Zürich, Frankfurt am Main, Mendoza und Berlin gemeinsam?

Seit dem Jahr 2008 ist Dieter Meier aus­serdem Restaurantbesitzer des Lokals «Bärengasse» in Zürich, in dem man seine argentinischen Spezialitäten verköstigen kann. Ende 2013 hat er dann sein erstes Steakrestaurant namens «Ojo de Agua» in Frankfurt am Main eröffnet. Ähnliche Restaurants betreibt er in Argentinien, konkret in Mendoza, und in Berlin. In allen Restaurants setzt er auf eine aussergewöhnliche Qualität von Fleisch und Wein.

Chocolat Dieter Meier

Seine neueste Leidenschaft ist die Schokolade. Zusammen mit der ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) in Wädenswil hat Dieter Meier im Dezember 2017 ein neues Verfahren entwickelt, um Schokolade herzustellen.

Das Problem im herkömmlichen Verfahren ist es, dass die Bitterkeit und die Aromen verloren gehen. Diese müssen dann mit künstlichen Stoffen und Vanille wiederhergestellt werden. Im neu entwickelten Verfahren wird der Kakao weniger stark erhitzt. Dadurch bleiben fast hundert Prozent der Aromen aus den Bohnen erhalten. Mit diesem Verfahren generiert Meier einen neuen Schokoladengenuss. Momentan wird die Schokolade in kleinen Fabriken hergestellt. Meier ist jedoch bestrebt, eine andere Möglichkeit zu finden, um auch grössere Mengen produzieren zu können. In der Zürcher Altstadt kann man die sieben Schokoladen-Varianten im Lokal «Chocolat Dieter Meier» degustieren.

Scheitern ist etwas Wundervolles

Dieter Meier ist immer für eine Überraschung gut. Er betreibt sehr viele Projekte und hat keine Angst vor dem Scheitern, denn er ist der Meinung, dass Scheitern etwas Wundervolles ist. Wenn man scheitert, dann lernt man viel mehr daraus, als wenn alles glatt läuft. Er meint ausserdem, dass gerade der biologische Anbau ein Lernprozess ist, bei dem man oft mit Überraschungen konfrontiert wird. «Aber das gehört dazu. Das ist Leben», teilt Dieter Meier mit.

Ein neues Projekt von Dieter Meier

Es ist generell beeindruckend, wie Dieter Meier es schafft Kunst, Musik und neue Geschäftsideen zu kombinieren. Sein neustes Projekt ist ein Drehbuch, welches nun fertiggestellt wurde. Der Film heisst «Broken Mirror» und Meier hofft ihn bald zu realisieren. In diesem Film geht es um einen amerikanischen Expat, welcher sich in Buenos Aires in eine amerikanische Journalistin verliebt. Sie dreht gerade eine Reportage für CNN über die mexikanischen Drogenbosse, welche aus Argentinien operieren. Als sie einen der Drogenbosse ausfindig macht, wird sie vom vertrauten CIA-Agenten verraten.

Alleskönner und Multitalent

Das Multitalent Dieter Meier bezeichnet sich selbst als ein Rhizom, also ein Wurzelgeflecht im Boden, welches in der Natur einfach existiert. Es kann jedoch nicht alleine auskommen, da es den Regen und die Bäume um sich braucht, um zu bestehen und zu wachsen. Und so ist auch Dieter Meier. Er ist in vielen Bereichen tätig und geniesst es, in verschiedensten Projekten mitzuwirken. So, wie er ohne Boris Blank nicht Musiker geworden wäre, so könnten seine Farmen in Argentinien nicht ohne seine Leute vor Ort bestehen.

Nahezu alles, was er angefasst hat, wurde zum Erfolg. Bei ihm wurde aus eins plus eins fast immer mehr als zwei. Wie er das macht? Mehr dazu gibt es am 26. März. Hier wird Dieter Meier am SMM-Kongress in der Messe Luzern als Special Guest über sein Leben und Wirken Frage und Antwort stehen. SMM

Eventtipp: SMM-Kongress 2019 – Unternehmerische Erfolgsstrategien Welche Strategien wählen erfolgreiche Schweizer Unternehmer für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg und welche Herausforderungen und Chancen sehen sie für die Schweizer Industrie? Der SMM-Kongress gibt den Teilnehmern die exklusive Gelegenheit, Einblicke in die Strategien von Schweizer Technologieführern zu erhalten.
Special Guest: Dieter Meier, Künstler und Unternehmer (Yello)
Keynotes: Klaus Endress (Endress+Hauser Gruppe), Prof. Hans Gut (MAN Energy Solutions Schweiz)
Wann: Dienstag, 26. März 2019
Wo: Forum der Messe Luzern
Informationen: www.smm-kongress.ch

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