Hohlwellenmotor DM66200H Direktantrieb mit sehr grosser Öffnung und hohen Leistungswerten

Redakteur: Silvano Böni

Der Hohlwellenmotor DM66200H von Faulhaber bietet eine völlig neue Antriebslösung für Anwendungen, in denen eine grosse Apertur benötigt wird.

Firmen zum Thema

(Bild: Faulhaber Minimotor)

Beim Hohlwellenmotor DM66200H von Faulhaber läuft der Rotor um die Öffnung und treibt die um diese herum angeordnete Mechanik ohne Übersetzung direkt an. Dabei kommt die bewährte Schrittmotor-Technologie des Herstellers zum Einsatz. Bauartbedingt ist sie in hohem Masse energieeffizient und benötigt weder Bremse noch Encoder.

Trotz der grossen Apertur bleibt die bewegte Masse des Rotors gering, sodass Geschwindigkeiten bis 2000 rpm möglich sind. Der Motor erreicht ein dynamisches Drehmoment von bis zu 180 mNm und kann entsprechend grosse Lasten bewegen. Mit einer hohen Auflösung von 1,8° im Vollschritt kann er Positionieraufgaben im offenen Regelkreis (open loop) präzise ausführen.

Ursprünglich für Anwendungen in der Präzisionsoptik entwickelt, ist der Hohlwellenmotor DM66200H für zahlreiche Anwendungsfelder geeignet. Er kann überall eingesetzt werden, wo etwa Kabel durch die Apertur geführt werden müssen oder die Öffnung zur Durchleitung von Gasen, Flüssigkeiten oder Lichtsignalen benötigt wird. Neben dem Bereich Optik – zum Beispiel für Mikroskoptische, Blenden, Zoom-Objektive, Laserstrahl-Steuerung etc. – kann er für Impeller und Prothesen, in der Robotik sowie für vielfältige Steuerungs- und Positionieraufgaben eingesetzt werden. Weitere mögliche Anwendungen sind Drehtische, Antennen sowie Luft- und Gasabzug.

Es gibt eine Reihe anderer Antriebstechnologien mit zentraler Öffnung, die grundsätzlich für die gleichen Anwendungen geeignet sind. Allerdings weisen sie jeweils spezifische Nachteile gegenüber der DM66200H-Reihe auf:

  • Bei herkömmlichen Motoren mit einer Hohlwelle ist die Grösse der Öffnung limitiert. In der Regel beträgt sie höchstens 11 mm.
  • Torquemotoren können wegen ihrer grossen bewegten Masse keine hohen Geschwindigkeiten erreichen. Sie sind relativ teuer und ihre Integration in die jeweilige Anwendung erfordert grossen Aufwand.
  • Drehtische mit zentraler Öffnung benötigen eine Übersetzung und eine komplexe Mechanik. Das unvermeidliche Spiel, das sich daraus ergibt, muss in Präzisionsanwendungen aufwendig kompensiert werden. Das steigert auch den Aufwand für die System­integration beträchtlich. Ausserdem sind zahlreiche Verschleissteile involviert, die zu einem hohen Wartungsbedarf führen.

(ID:47056419)