World Energy Congress 2016 «Doppelte Stromnachfrage bis 2060»

Redakteur: Sergio Caré

«Bis 2060 wird sich die Stromnachfrage verdoppeln», erklärte Willi Meixner von Siemens auf dem World Energy Congress (WEC) 2016 in Istanbul. Wind und Photovoltaik werden dabei eine wichtige Rolle spielen - aber nicht ausreichen. Gas statt Kohle ist seine Lösung.

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«Würden weltweit alle Kohle- durch Gaskraftwerke ersetzen, so würde sich der CO2-Ausstoss um 40 Prozent verringern», Willi Meixner, CEO der Divsion Power and Gas bei Siemens.
«Würden weltweit alle Kohle- durch Gaskraftwerke ersetzen, so würde sich der CO2-Ausstoss um 40 Prozent verringern», Willi Meixner, CEO der Divsion Power and Gas bei Siemens.
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«Bis 2060 wird sich die Stromnachfrage verdoppeln», erklärte Willi Meixner, CEO der Division Power and Gas, auf dem
World Energy Congress (WEC) 2016 in Istan­bul. «Dies bedeutet, dass es in einer digitalisierten Welt zwingend notwendig sein wird, Ressourcen, Kapital und Menschen eng zusammenzubringen.» Während der Eröffnungsveranstaltung des weltweit wichtigsten Energieforums beschrieb Meixner die Herausforderung einer bezahlbaren, verlässlichen und sauberen Stromversorgung mit möglichst niedrigen CO2-Emissionen. Meixner diskutierte gemeinsam mit hochrangigen Vertretern aus Unternehmen und Organisationen wie der International Energy Agency und dem World Wide Fund For Nature (WWF) über das Thema «Scenarios 2060: The grand transition.»

Weltbevölkerung 2050 – 9,5 Milliarden

Mehr als 55 Staaten haben inzwischen das Abkommen des Pariser Weltklimagipfels ratifiziert. Damit verbunden ist ein Massnahmenkatalog, der zu einer deutlichen Verringerung der CO2-Emissionen führen soll. Ziel des Weltklimagipfels ist es, die Erderwärmung deutlich unter zwei Grad zu halten. Neben dem Erreichen der Klima­ziele sollen möglichst viele Menschen Zugang zu Strom erhalten. Derzeit hat rund eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu elektrischer Energie; damit fehlen vielfach die Voraussetzungen für nachhaltige Bildungs- und Entwicklungsperspektiven. Hinzu kommt, dass nach Schätzungen der Vereinten Nationen die Weltbevölkerung zur Mitte des Jahrhunderts auf bis zu 9,5 Milliarden Menschen steigen soll. Meixner verdeutlichte die Herausforderung: «Um alle Menschen in Zukunft verlässlich mit bezahlbarer elektrischer Energie zu versorgen, müssen wir in den nächsten 35 Jahren den dreifachen Energieverbrauch von China in unsere Energiesysteme integrieren.»

Gas statt Kohle = Minus 40 Prozent CO2

Die steigende Nachfrage nach effizient erzeugtem Strom wird zu einem deutlichen Ausbau der globalen Kapazitäten führen. Nach Berechnungen von Siemens werden bis 2030 fast die Hälfte der zusätzlich benötigten Kapazitäten auf dezentrale Energiesysteme entfallen. Weltweit wird der Windenergie und der Photovoltaik hierbei eine bedeutende Rolle zukommen, da sich die Stromerzeugungskosten bei erneuerbaren Energien als Ergebnis von staatlichen Markteingriffen verringert haben.

Allerdings wird der Ausbau erneuerbarer Energien alleine nicht ausreichen. «Bei dem steigenden Bedarf werden wir die gesteckten Klimaziele nur erreichen, wenn wir die bereits existierende Kraftwerksflotte Schritt für Schritt von Kohle auf Gas umstellen», betonte Meixner. «Würden wir den Schalter umlegen und weltweit alle Kohle- durch Gaskraftwerke ersetzen, so würde sich der CO2-Ausstoss um 40 Prozent verringern.»

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