Draht-, Kabel- und Rohrbranchen mit Zuversicht

Redakteur: Hermann Jörg

>> Vom 26. bis 30. März findet die Internationale Fachmesse für Draht und Kabel, die Wire, bereits zum 13. Mal parallel mit der Internationalen Rohrfachmesse Tube statt. Aktuell angemeldet sind zu den weltgrössten Leitmessen der Draht- und Kabel- sowie der Rohrindustrie über 2000 Aussteller. Insgesamt werden zu dem Messe-Duo in Düsseldorf gegen 70 000 Fachleute aus der ganzen Welt erwartet.

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Draht und Kabel: Die Lebensadern der modernen Gesellschaft. (Bild: Messe Düsseldorf GmbH)
Draht und Kabel: Die Lebensadern der modernen Gesellschaft. (Bild: Messe Düsseldorf GmbH)

Die Messehallen in Düsseldorf werden einmal mehr während der fünf Messetage zum Treffpunkt internationaler Entscheider aus der Draht- und Kabel- sowie der Rohrbranche. Das im Zweijahres-Rhythmus stattfindende Messe-Duo wird wiederum neueste Trends und Technologien aus den Bereichen Drahtherstellung und Drahtverarbeitung, Rohrproduktion und Rohrveredelung präsentieren.

Die Messeleitung erwartet zur Wire rund 1100 Aussteller aus 47 Ländern und zur Tube gegen 1000 Aussteller aus 44 Nationen. Auf den Vorveranstaltungen im Jahre 2010 zählte man insgesamt 2391 Aussteller aus 58 Ländern. Die beiden Messen werden in diesem Jahr zusammen erstmals über 100 000 m2 Ausstellungsfläche belegen (2010: 96 000 m2). Charakteristisch sind die starken Synergieeffekte durch die Parallelität beider Messen. 2010 nutzten laut Umfragen rund die Hälfte aller Besucher die Chance, auch Aussteller der jeweils anderen Messe zu besuchen.

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Die Wire: Draht und Kabel in der Übersicht

Traditionell gilt die Wire als die weltweit wichtigste Veranstaltung für Drahthersteller und Drahtverarbeiter. Entsprechend hoch ist die seit der Gründung 1986 bis heute kontinuierlich ansteigende Internationalität hinsichtlich Aussteller und Besucher. Im 2010 kamen annähernd 70 % der 1217 Wire-Aussteller von ausserhalb Deutschlands. Die Schweiz zählte mit 33 Unternehmen erfreulicherweise zu den Top-10-Herkunftsländern.

Die Messe präsentiert Maschinen und Anlagen zur Drahtherstellung und Veredelung sowie Maschinen zur Bearbeitung von Draht. Ausserdem werden Spezialmaschinen beispielsweise zur Herstellung von Feindraht oder zum Lackieren von Kupferdrähten sowie Wickelmaschinen für die Spulenfertigung gezeigt. Die Bereiche Umformtechnik, Federherstellung, Werkzeuge zur Verfahrenstechnik, Grundstoffe, Spezialdrähte und Kabel als Rohstoffe ergänzen das Angebotsspektrum. Mit dabei sind Mess-, Steuer- und Regeltechnik sowie Prüftechnik und Spezialgebiete wie Sicherheitstechnik und Umweltschutz.

Besucherschwerpunkte bilden traditionell die Maschinen zur Drahtherstellung und Verarbeitung. Im Fokus der Branche stehen diesmal insbesondere Federfertigungstechnologien (Spring Making) und Umformtechnik/Befestigungstechnik (Fasteners). Maschinen und Anlagen zur Herstellung von Federn und Befestigungselementen werden alleine eine Fläche von rund 13 000 m2 belegen.

Die Tube: deutlicher Ausstellerzuwachs

Die positive Entwicklungsgeschichte der Tube steht derjenigen der Wire in nichts nach. 2010 erreichte diese Messe mit 1174 Ausstellern ihre bisherige Rekordausstellerzahl. Wie bei der Wire lag auch hier der Anteil internationaler Aussteller mit gut 70 % ausserordentlich hoch, auch hier schaffte es die Schweiz mit 24 Ausstellern knapp unter die Top-10-Herkunftsländer.

Im Mittelpunkt der Tube 2012 stehen Innovationen aus den Bereichen Rohre, Rohrherstellungsmaschinen, Röhren und Zubehör sowie Rohmaterialien. Ebenfalls wieder im Portfolio sind Pipelines und die Ölfeldrohrtechnologien (OCTG – Oil Country Tubular Goods). Die neusten OCTG-Entwicklungen führender Hersteller werden hier präsentiert.

Für Besucher sind primär Rohre und ihr Zubehör von grossem Interesse und liegen mit 58 % im Angebots-Ranking der Messe vorne. Im Weiteren gaben 33 % der Besucher an, sich für Maschinen zur Bearbeitung von Rohren zu interessieren.

Hohe Internationalität auch auf Besucherseite

Als führende Global Player haben beide Messen einen überdurchschnittlich hohen Besucheranteil von ausserhalb Deutschlands, welcher 2010 bei der Wire rund 60 % und bei der Tube 52 % zählte. Sie gehören damit zu den internationalsten Veranstaltungen im umfangreichen Portfolio der Messe Düsseldorf. Ihre besonders hohe Internationalität verdeutlichen auch die Prozentzahlen der Besucher aus nicht europäischen Staaten, beispielsweise der hohe Anteil asiatischer Fachleute. Rund 14 % der Besucher auf der Wire und 16 % auf der Tube reisten aus asiatischen Ländern an. Europas Fachwelt ist mit jeweils 66 % unter den ausländischen Messebesuchern vertreten.

Eine Erfolgsgeschichte im Rückblick

Bereits 1967 und 1970 fanden die ersten «wire style exhibitions» in London statt. Aufgrund der zentraleren Lage entschlossen sich die damaligen Veranstalter, die Wire ab 1972 in zweijährigem Rhythmus in Basel durchzuführen. Bis 1984 wuchs sie hier zu einer florierenden Fachmesse, dann wurde das Basler Messegelände zu klein. Ein erneuter Umzug führte zur Messe Düsseldorf, welche nun seit 1986 die internationale Fachmesse Draht und Kabel erfolgreich organisiert.

Im Jahre 1988 wurde in Düsseldorf zusätzlich die Tube ins Leben gerufen und seither finden Wire und Tube gemeinsam in Düsseldorf statt. Seit 1988 steigt die Entwicklungskurve beider Messen steil an.

Optimismus in der Draht- und Kabelindustrie

Produkte der Draht- und Kabelindustrie sind heute von unermesslicher technischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Ob im Fahrzeugbau, im Bauwesen, in der Energie- und Nachrichtentechnik, der Elektro- und Elektronikindustrie oder in vielen weiteren Anwendungsgebieten, überall erfüllen Draht- und Kabelprodukte unverzichtbare Aufgaben.

Die Branche partizipiert unmittelbar vom Boom in den für sie wichtigen Wirtschaftszweigen, beispielsweise im Energiesektor. Die unausweichliche weiträumige Modernisierung von Stromnetzen oder der Ausbau der Infrastruktur etwa in Ländern wie China, Indien und Brasilien sind bedeutende Faktoren, die auf den wichtigsten globalen Absatzmärkten günstige Bedingungen schaffen. Die Draht- und Kabelbranche erwartet, dass mittelfristig die Schwellenmärkte ihre wichtigsten Wachstumstreiber bleiben werden.

Stahlrohrbranche spürt harten Wettbewerb

Auch die Rohrbranche hat sich vom scharfen Einbruch im Jahre 2009 deutlich erholt. Speziell die Stahlrohrindustrie rechnet mittelfristig mit positiven Impulsen für ihr Geschäft. Die globale Stahlrohrproduktion erreichte bereits im 2010 mit rund 125 Mio. Tonnen wieder das Vorkrisen-Rekordniveau.

Vom Aufschwung konnten auch die Stahlrohrhersteller der EU-Länder mit einer Steigerung der Produktion um rund 15 % auf über 13 Mio. Tonnen profitieren. Der Zuwachs kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die europäische Stahlrohrbranche weit von ihren besten Zeiten entfernt ist, in denen sie fast 18 Mio. Tonnen Stahlrohre herstellte. Der Abstand zum führenden Produzenten China ist auch 2010 weiter gewachsen.

Aktuell erwartet die europäische Stahlrohrbranche, dass sich die Erholung in den meisten Produktsegmenten fortsetzen wird. Zuversichtlich macht die steigende Nachfrage aus dem Maschinenbau und dem Automobilsektor. Zudem soll speziell im Öl- und Gassegment eine gewisse Belebung feststellbar sein. Allerdings sind Teilbereiche des Stahlrohrmarktes weiterhin von einem sehr harten Wettbewerbsdruck betroffen, der nicht zuletzt aus den neuen, meist ausserhalb der EU entstandenen enormen Kapazitäten resultiert. <<

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