Mit einer mobil einsetzbaren Augmented-Reality-Plattform von der Visometry GmbH, Darmstadt (D), hat der Industriedienstleister Wisag Industrie Service seine visuellen Qualitätsprüfungen vom Wareneingang bis zur Endkontrolle deutlich beschleunigt und effizienter gestaltet.
Informationen, die in Bilder der realen Bauteile eingeblendet werden – beispielsweise 2D-CAD-Daten –, tragen dazu bei, qualitätsbestimmende Merkmale schnell und zuverlässig zu erkennen.
(Bild: Visometry)
Die Wisag Industrie Service Holding GmbH zählt zu den führenden Industriedienstleistern in Deutschland. Als umfassender Systemanbieter fertigt das Unternehmen unter anderem komplexe Schweissbaugruppen sowie Spezialfahrzeuge und Sondermaschinen. Die Softwareplattform «Twyn» der Visometry GmbH dient in diesen Bereichen als Tool für die Qualitätsinspektion mittels Augmented Reality (AR). Das sorgt für echte Effizienz gewinne. Das beschreibt Guido Duphorn, Quality Director: «Schon seit eineinhalb Jahren spart uns ‹Twyn› viel Zeit und Geld. Das liegt an dem Mehr an Qualität und Flexibilität, das uns die Lösung ermöglicht. Unterm Strich stehen höhere Kundenzufriedenheit und geringere Nacharbeitskosten als Hauptvorteile, das sind klar messbare Benefits.»
Abläufe und Messungen vereinfacht
Guido Duphorn, Quality Director bei Wisag: «‹Twyn› von Visometry ergänzt ideal die deutlich aufwändigeren, manuellen und traditionellen Messmethoden.»
(Bild: Visometry)
In der Fertigung bei Wisag dient «Twyn» als schneller Soll-Ist-Indikator. Unter anderem erkennt das System, ob Baugruppen vollständig sowie korrekt ausgerichtet sind. Das Tool von Visometry ergänzt somit ideal die deutlich aufwändigeren, manuellen und traditionellen Messmethoden. Nur wenn die Software mit Augmented Reality eine Abweichung anzeigt, wird gezielt mit einem Metrologie-System nachgemessen. Gibt das AR-Tool grünes Licht, können die Baugruppen ohne Mehraufwand direkt weiter in die nächsten Produktionsschritte gehen. So müssen bei Wisag grosse Bauteile deutlich seltener als zuvor separat zur Qualitätssicherung transportiert werden. Das vereinfacht auch die werksinterne Logistik. Ähnliche umfassende Verbesserungen zeigen sich bei zugelieferten Schweissbaugruppen in der Wareneingangskontrolle. Auch hier trägt das System «Twyn» dazu bei, Zeit, Platz, Aufwand und Produktionskosten zu vermindern bei höherer Qualität.
Trainingsaufwand minimiert
Wisag produziert zahlreiche Varianten an Sondermaschinen und -fahrzeugen. Entsprechend unterscheiden sich Prüfmerkmale und zu messende Geometrien. Zur Qualitätskontrolle ist das System «Twyn» fest etabliert. Ohne dieses AR-Tool dauerte auch die Einarbeitung für Beschäftigte wesentlich länger, weil es viel Erfahrung erfordert, Fehler sicher zu erkennen und zu interpretieren. Augmented Reality verkürzt diese Lernkurve. Das System visualisiert Abweichungen und macht sie so auch für ungeübte Augen schneller erkennbar. «Vor allem den Splitscreen und die Lupenfunktion am Tablet finden wir super für unseren Job», sagt Guido Duphorn.
Virtuell unterstützt schneller mehr erkennen
Augmented Reality (AR) bezeichnet die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung durch digitale Inhalte, die in Echtzeit in die physische Umgebung integriert werden. Bei Systemen zur Augmented Reality werden virtuelle Informationen oder Objekte direkt in die physische Umgebung eingeblendet. So erhält ein Nutzer zusätzliche Informationen, die seine eigene Wahrnehmung der Umgebung ergänzen. Dies kann über die Augen, die Ohren und auch über den Tastsinn geschehen. Dazu sind AR-Systeme mit Kameras, Sensoren und Displays auf mobilen Geräten wie Smartphones, Tablets oder speziellen AR-Brillen und Headsets ausgeführt. Zum einen erfassen AR-Systeme die reale Umgebung, zum anderen überlagern sie erweiternde Informationen als Texte, Bilder, Videos und 3D-Modelle in Echtzeit den Bildern der Realität. Dabei dienen beispielsweise GPS, Gyroskope, Beschleunigungsmesser und spezielle Tracking-Software dazu, die Informationen exakt zu positionieren und so eine Interaktion von realer und virtueller Welt zu ermöglichen.
Zunehmend smart
Auch bei der Montage und Fertigung von Komponenten zu vollständigen Maschinen unterstützen eingeblendete Informationen das Personal.
(Bild: Visometry)
Die mit Augmented Reality unterstützte Qualitätskontrolle gilt bei Wisag als ein internes Leuchtturmprojekt. Es wird konzernweit geteilt, die Ausweitung geprüft: «Auf unsere strategische Neuausrichtung und die Positionierung als Systemanbieter zahlt ‹Twyn› perfekt ein», sagt Guido Duphorn. In weiteren Schritten plant der Dienstleister, das System «Twyn» noch smarter in die eigenen Arbeitsabläufe zu integrieren. Durch eine Verknüpfung mit digitalisierten Prüfprotokollen des Unternehmens beispielsweise liessen sich Ergebnisse automatisch zwischen den Systemen übertragen. Auch soll die Wareneingangskontrolle noch weiter vorn im Prozess ansetzen, um Fehler früher zu entdecken und schneller reagieren zu können.
Mit KI noch besser
Visometry entwickelt das System laufend weiter. Alle Anwender sollen zusätzlich von den Vorteilen künstlicher Intelligenz (KI) profitieren. Beispielsweise kann Unterstützung durch KI als ergänzendes Werkzeug eingesetzt werden, um fehlende Bauteile und Merkmale, etwa Fügeelemente, schnell und zuverlässig auf ihre Existenz zu prüfen, automatisch zu erkennen und visuell hervorzuheben. Anwender profitieren dadurch von einer deutlich gesteigerten Geschwindigkeit, behalten jedoch jederzeit die Kontrolle und die Verantwortung im Prüfprozess.
(kmu)
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Stand vom 30.10.2020
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