So beschreibt Maschinenbediener Lukas Dömötör die «Forte 85 Single 1620» von Hedelius. Seit August 2024 setzt die familiengeführte Gewo Feinmechanik GmbH & Co. KG das leistungsstarke 3-Achs-Bearbeitungszentrum für hochpräzise Bauteile unter Reinraumbedingungen ein.
Maschinenbediener Lukas Dömötör ist rundum zufrieden mit der «Forte 85 Single 1620». Selbst in der Schwerzerspanung liefert die Maschine eine tadellose Massstabilität – und ermöglicht so spürbare Produktivitätssteigerungen.
(Bild: Christoph Schwarz, Gewo Feinmechanik GmbH & Co. KG)
Die familiengeführte Gewo Feinmechanik GmbH & Co. KG mit Standort in Wörth-Hörlkofen bei München ist auf die Entwicklung, Konstruktion und Fertigung hochkomplexer Präzisionsbauteile spezialisiert – auch unter strengen Reinraumbedingungen. Das Unternehmen beliefert diverse Global Player aus der Halbleiterindustrie, der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie sowie aus Medizin und Forschung und verbindet dabei hohe Fertigungstiefe mit einem klaren Fokus auf Präzision und Reinheit bis zur molekularen Ebene.
Mit mehr als 40 Jahren Erfahrung, «High Purity Cleaning» sowie Reinigungs- und Montageprozessen in ISO-Klasse 5/6/7 verfügt Gewo über umfassendes Know-how für Bauteile, bei denen es auf jeden Mikrometer ankommt. Seit August 2024 ist mit der «Forte 85 Single 1620» auch ein leistungsstarkes 3-Achs-Bearbeitungszentrum (BAZ) aus dem Hause Hedelius im Einsatz.
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Gesucht: Kompakter Allrounder mit grossem Y-Verfahrweg
«Wir waren damals auf der Suche nach einer grossen Maschine im 3-Achs-Bereich», erinnert sich Andreas Empl, Abteilungsleiter Fräsen bei Gewo. Was zunächst trivial klingt, unterlag jedoch einer zentralen Bedingung: «Der Y-Verfahrweg musste mindestens 800 mm betragen, und dabei sollte die Maschine trotzdem so kompakt wie möglich bleiben. Das hat die Auswahl auf dem Markt schon deutlich eingeschränkt.»
Neben den technischen Anforderungen war den Verantwortlichen aber auch eine solide Partnerschaft wichtig: «Wir haben uns deshalb gezielt auf dem deutschen Markt umgeschaut, um auch über den Kauf der Maschine hinaus einen zuverlässigen Ansprechpartner an der Seite zu haben», betont Harald Reiser, Hauptabteilungsleiter Fräsen und «High Purity Cleaning».
Einer der wenigen Hersteller, die dieses Anforderungsprofil bedienen konnten, war Hedelius. Den entscheidenden Hinweis lieferte ein damaliger Mitarbeiter bei Gewo. «Wir haben uns daraufhin das Portfolio einmal näher angeschaut und sind so auf die ‹Forte 85 Single 1620› gestossen», so Andreas Empl. Die Maschine hinterliess bei ihm und seinen Kollegen Eindruck.
Ein günstiger Zufall, der Reisestress erspart
Um sich anschliessend einen «handfesten» Eindruck von der «Forte 85» verschaffen zu können, hätte die Gewo-Delegation im Normalfall einen stattlichen Reiseaufwand auf sich nehmen müssen. Schliesslich sind es schlappe 750 Kilometer von Wörth-Hörlkofen bis zum Hedelius-Vorführzentrum in Meppen. Dass die Besichtigung aber am Ende sogar ein «Heimspiel» wurde, ist einem günstigen Zufall zu verdanken: «Nach dem ersten Kontakt zu Hedelius stellte sich heraus, dass ein Zerspanungsbetrieb in unserer Nachbarschaft ebenfalls genau diese Maschine nutzt. Also konnten wir uns dort selbst ein Bild von der ‹Forte 85› in Aktion machen, ohne dafür bis nach Meppen zu reisen.»
Ideal für anspruchsvolle Aufgaben
Die «Forte 85» ist ein leistungsstarkes 3-Achs-BAZ für die präzise und wirtschaftliche Fertigung von Einzelteilen und Kleinserien. Mit Verfahrwegen von 1620 x 850 x 700 mm, einer grosszügigen Aufspannfläche von 1800 x 900 mm und einem hochbelastbaren Festtisch bietet sie beste Voraussetzungen für anspruchsvolle Bearbeitungsaufgaben.
Bereits im Standard verfügt die «Forte 85 Single 1620» über ein grosszügiges 80-fach Werkzeugmagazin.
(Bild: Christoph Schwarz, Gewo Feinmechanik GmbH & Co. KG)
Serienmässig ist die «Forte 85» mit direkten Messsystemen sowie einem 80-fach Werkzeugmagazin ausgestattet; optional lässt sich die Werkzeugkapazität modular auf bis zu 344 Plätze erweitern.
«Rundum gelungenes Maschinenkonzept»
Angesichts der strengen Anforderungen an Präzision und Reinheit ist die «Forte 85 Single 1620» genau das Puzzleteil, das in der Gewo-Fertigung noch fehlte. Besonders die hohe Maschinensteifigkeit eröffnet neue Möglichkeiten, ist Harald Reiser überzeugt: «Es gibt nicht viele Modelle auf dem Markt, die in diesem Längen-Breiten-Verhältnis so kompakt und stabil sind. Das Maschinenkonzept ist wirklich rundum gelungen.»
Im täglichen Einsatz überzeugt die «Forte 85» durch ihre praxisgerechte, bedienerfreundliche Auslegung: Der feststehende Maschinentisch mit eingelassenem «ZeroClamp»-Nullpunktspannsystem, das grosse Maschinenfenster und die ergonomische Arbeitshöhe erleichtern dem Bediener den direkten Zugang zum Werkstück. Ein grosses Plus, wie Andreas Empl meint: «Man ist nah am Maschinentisch und muss sich nicht das Kreuz verrenken, um zur Tischmitte zu kommen.»
Weniger Nachbearbeitung – mehr Wirtschaftlichkeit
Im Fertigungsalltag werden auf dem 3-Achs-BAZ meist Werkstücke aus Edelstahl und Aluminium, aber auch schwer zerspanbare Materialien bearbeitet. Nach der Tagschicht läuft die Maschine oft noch weiter, um Serienteile zu fertigen.
Stand vom 30.10.2020
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Die bewährte Fahrständerbauweise der «Forte 85» gewährleistet eine dauerhaft hohe Massstabilität. «Wir können die Maschine mit einem geringeren Stundensatz laufen lassen. Da der Gang zum Messtisch und die Nachbearbeitung wegfallen, erreichen wir trotzdem ein hohes Zerspanvolumen und damit unterm Strich eine wirtschaftlichere Fertigung», erklärt Reiser.
Trennung von Bearbeitung und Präzisionstechnik
Ein wesentlicher Vorteil der Hedelius-Bauweise liegt in der klaren Trennung zwischen Arbeitsraum und Präzisionsmechanik. Im Arbeitsraum befindet sich im Wesentlichen das, was für die Bearbeitung erforderlich ist: Werkstück, Werkzeug, Spannmittel, Späne und Kühlschmierstoff. Führungen, Kugelrollspindeln und direkte Messsysteme sind konstruktiv geschützt. Dadurch werden diese Komponenten durch Kühlschmierstoff und Späne nicht belastet, und der Eintrag von Ölen in den Kühlschmierstoff wird verhindert. Das verbessert die Sauberkeit des Arbeitsraums, unterstützt stabile Bearbeitungsbedingungen und erleichtert die Pflege der Kühlmittelanlage.
15-20 Prozent mehr Produktivität bei der Schwerzerspanung
Maschinenbediener Lukas Dömötör arbeitet Tag für Tag an der «Forte 85» – und das mit sichtlicher Begeisterung: «Die Maschine kann wirklich alles», attestiert er. «Sie erfüllt genaueste Toleranzen und arbeitet dabei trotzdem sehr schnell.»
Natürlich müsse ein BAZ aber auch unter herausfordernden Bedingungen – etwa bei schwer zerspanbaren Legierungen – zuverlässig liefern, wie Dömötör betont. Für derartige Bearbeitungsaufgaben wurde bei Gewo zusätzlich eine Schwerlastspindel angeschafft. Damit sieht er die «Forte 85» für alle Fälle gewappnet, auch wenn nicht jeder seiner Kollegen die Begeisterung uneingeschränkt teilen kann: «Einmal haben wir die Maschine so richtig gefordert. Das Bearbeitungsergebnis war wie gewohnt einwandfrei – aber anschliessend kamen von den Kollegen, die eine Etage tiefer arbeiten, Beschwerden über Lärm», erinnert er sich schmunzelnd.
Doch das zeitweilige Getöse macht sich bezahlt, wie Andreas Empl berichtet: «Über die Produktpalette schwer zerspanbarer Materialien hinweg konnten wir Produktivitätssteigerungen von 15 bis 20 Prozent verzeichnen.»
«Symbiose zweier familiengeführter Unternehmen»
Bei Gewo ist man sich einig: Die «Forte 85» hält, was sie verspricht. Für Harald Reiser ist die hohe Zufriedenheit mehr als nur das Resultat technischer Wertarbeit: «Bei Hedelius wird wirklich partnerschaftlich gedacht. Uns wurde nicht einfach nur eine Maschine von der Stange verkauft, sondern wir haben sie gemeinschaftlich zu dem gemacht, was sie ist», erklärt er mit Blick auf individuelle Ausstattungswünsche, die ganz pragmatisch realisiert wurden. «Anderswo wäre das mit viel Tamtam als Sonderausstattungspaket draufgeschlagen worden», ist er sicher. Für ihn ist die Zusammenarbeit mit Hedelius eine «hervorragende Symbiose zweier familiengeführter Unternehmen».
Auch Andreas Empl lobt die grosszügige Ausstattung, wie sie bei Hedelius schon in der Serie üblich ist: «80 Werkzeugplätze und zwei Jahre Gewährleistung im Standard – das bietet nicht jeder», betont er. «Selbst ohne weitere Konfiguration könnte man mit jeder Hedelius-Maschine sofort loslegen». Die individuell zugeschnittene Ausstattung «seiner» «Forte 85» möchte er aber trotzdem keinesfalls mehr missen.
Rosige Aussichten für Gewo
Dass man bei Gewo voller Optimismus in die Zukunft blickt, dürfte kaum überraschen: Künstliche Intelligenz boomt, die Nachfrage nach Mikrochips ist ungebrochen. Ausdruck dieser Aufbruchstimmung ist die 2025 abgeschlossene Erweiterung des Standorts, der nun insgesamt 30 000 Quadratmeter umfasst. Teil dieser Erweiterung war auch die Produktionshalle, in der die «Forte 85» heute zu Hause ist – und dort ist noch Platz. Zwar gibt es aktuell noch keine konkreten Pläne über eine Anschaffung einer weiteren Hedelius-Maschine, doch für Harald Reiser und Andreas Empl steht fest: «Wenn irgendwann eine zweite kommen sollte, dann wäre es nochmal genau die gleiche.»